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I hätt do mol a Frog

Schlaflos in Pforzheim: Anwohner ärgern sich über lärmende Autofahrer

Laute Musik, aufheulende Motoren. Zum Heulen zumute ist da manch einem Anwohner der Schulze-Delitzsch-Straße und der Nebeniusstraße, der von solchem Lärm aus dem Schlaf geschreckt wird. Der BNN-Leser Brian Garner hat sich mit diesem Themenvorschlag unter der Rubrik „I hätt do mol a Frog“ an die Redaktion gewendet. Was könnte gegen den Lärm helfen?

Ratlos. Brian Garner fühlt sich eigentlich wohl in seiner Wohnung in der Schulze-Delitzsch-Straße. Allerdings stören ihn nächtliche Raser in der verkehrsberuhigten Zone. Foto: Roland Wacker

Es seien vor allem jüngere Menschen, die ihn nachts um den Schlaf bringen. „Bis 3 Uhr morgens rasen sie mit lauter Musik durch die Straßen “, berichtet Brian Garner. Der Sänger im Chor des Stadttheaters wohnt in der Schulze-Delitzsch-Straße und ist genervt. Fast noch schlimmer sei der Lärm von der Nebeniusstraße her.

Die Leute geben dann richtig Gas.
Brian Garner, Chorsänger

„Es geht bergauf und die Leute geben dann richtig Gas.“ Noch schlimmer seien Mopedfahrer. Als es in einer Nacht besonders laut war, rief Garner die Polizei. Die sei zwar gekommen, aber einen dauerhaften Effekt hatte diese Aktion offenbar nicht.

Die Polizei kontrolliert immer wieder

In der Schulze-Delitzsch-Straße gilt ein Tempo 30 Limit. Aber kein Mensch scheint sich daran zu halten. Warum tut sich da nichts, fragt Garner. Er lebe gerne in dieser Gegend, betont er. „Es ist ein tolles Viertel, und ich will es nicht schlecht reden“, sagt der gebürtige Amerikaner. Aber er erinnert sich daran, wie höflich und freundlich die Menschen einst miteinander umgegangen seien, als er vor Jahren herzog.

Die Leute sind nicht mehr so fröhlich.
Brian Garner, Chorsänger

Man habe einander auf der Straße gegrüßt. Das sei er von seiner vorherigen Wohnung in der Oststadt nicht gewohnt gewesen. Im Lauf der Jahre hat sich etwas eingeschlichen, das Garner als allgemeine „Verunsicherung“ empfindet. „Die Leute sind nicht mehr so fröhlich.“

Zu solchen gefühlten zwischenmenschlichen Veränderungen können Polizei und das städtische Ordnungsamt nichts sagen, zu Entwicklungen, die messbar sind, dagegen schon. Im verkehrsberuhigten Bereich dort wie im gesamten Stadtgebiet gebe es immer mal wieder Beschwerden wegen Lärms und zu schnellen Fahrens, sagt ein Polizeisprecher daraufhin. Die Ordnungshüter seien sensibilisiert. Im gesamten Stadtgebiet werde deshalb auch regelmäßig das Einhalten des Tempolimits kontrolliert.

Nicht in der Schulze-Delitzsch-Straße, sondern in der angrenzenden, von Brian Garner als noch lauter empfundenen Nebeniusstraße, hat das Ordnungsamt im Sommer mehrmals Geschwindigkeitsmessungen vorgenommen – auf Grundlage von Beschwerden, wie Stadtsprecher Stefan Baust darlegt. Dabei seien keine Überschreitungen festgestellt worden.

Im gesamten Stadtgebiet bitten vermehrt Bürgerinnen und Bürger darum, verkehrsberuhigende Maßnahmen umzusetzen.
Stefan Baust, Stadtsprecher

Jedoch lägen auch dem Grünflächen- und Tiefbauamt Beschwerden vor. Deshalb soll die Nebeniusstraße gemeinsam mit anderen Standorten in eine Verkehrsschau einfließen. Danach werde man über geeignete Konsequenzen entscheiden, stellt Baust in Aussicht. Ein Termin steht aktuell noch nicht fest. „Im gesamten Stadtgebiet ist die Zunahme des Verkehrs und vor allem des oft rücksichtslosen und schnellen Fahrens dafür verantwortlich, dass sich vermehrt Bürgerinnen und Bürger melden und uns bitten, verkehrsberuhigende Maßnahmen umzusetzen“, erklärt Baust.

Poller könnten die Raser bremsen

Poller würden dabei helfen, die Raser zu bremsen, glaubt Garner. Wenn sich alle an geltende Geschwindigkeitsbegrenzungen und die Straßenverkehrsordnung hielten, brauche es weniger solcher Maßnahmen, sagt Baust.

Aber nicht nur der rollende Verkehr ist Anwohnern ein Dorn im Auge. Garner stört such die Parksituation. „Jeder Platz wird zugestellt“, auch die Gehwege seien oft zugeparkt. Dafür hat er aber Verständnis: Irgendwo müssten die Autos parken.

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