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Nach der Lockdown-Verlängerung

Schulen in Pforzheim und Enzkreis warten auf weitere Anweisungen für den Unterricht

Nachdem klar ist, dass der Lockdown bis Ende des Monats verlängert wird, sind für Schulen in Pforzheim und Enzkreis noch viele Fragen offen. Sicher ist, dass es zunächst nur Fernunterricht geben wird und frühestens nach dem 18. Januar die ersten Klassen an die Schule zurückkehren könnten.

Wie lange bleibt das Klassenzimmer leer? Das fragt sich der Rektor des Pforzheimer Reuchlin-Gymnasiums, Kai Adam. Noch ist unklar, welche Klassen zuerst zum Präsenzunterricht an die Schule zurückkehren. Foto: Roland Wacker

„Pforzheim sticht durch seine Corona-Zahlen hervor“, sagt Kai Adam, Rektor des Reuchlin-Gymnasiums. Es sei daher keine Überraschung, dass es zunächst keinen Präsenzunterricht geben werde. An seiner Schule gehe am Montag der Fernunterricht weiter. Alle Beteiligten müssen vorher darüber informiert werden. „Ich habe keine Bange, dass wir das hinkriegen. Wir haben inzwischen Routine entwickelt“, so Adam.

Möglich sei, dass es in Baden-Württemberg für die Prüfungsjahrgänge an den Oberstufen Sonderregelungen gebe und dass Grundschulen nach dem 18. Januar wieder mit Präsenzunterricht einsteigen. Das liege aber in der Ausgestaltung des Kultusministeriums.

Wir hängen derzeit völlig in der Luft.
Jutta Krammer, Vorsitzende des Elterngesamtbeirats

Unklar sei auch, wann Corona-Zahlen verlässlich darüber Auskunft geben, wie sich die Fälle in der Stadt über die Feiertage entwickelt haben. Das sieht auch Jutta Krammer so: „Wir hängen derzeit völlig in der Luft. Es ist nicht abzuschätzen, was mit den Zahlen passiert. Wir haben keine Ahnung, wo wir liegen.“

Die Vorsitzende des Gesamtelternbeirats der Stadt verzeichnet in ihrer Arztpraxis derzeit viele positive Corona-Tests und befürchtet, dass ein weiterer Schub durch die Familientreffen an den Weihnachtsfeiertagen erst noch kommt.

Kehren Abschlussjahrgänge an Schulen zurück?

Krammer hält es ebenfalls für denkbar, dass die Abschlussjahrgänge demnächst an die Schulen zurückkehren. Die Ferien zu verlängern, wäre wenig sinnvoll gewesen. Dann sollten die Schüler lieber zuhause „unter guter Führung“ arbeiten als gar nichts machen, so die stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende am Reuchlin-Gymnasium, deren Tochter die elfte Klasse der Schule besucht.

Man müsse nun abwarten, was nun nach der Lockdown-Konferenz weiter entschieden werde. Sicher sei aber, „dass viel zu viel Zeit verschlafen wurde“, sagt Krammer.

Wir haben inzwischen Routine entwickelt.
Kai Adam, Rektor des Reuchlin-Gymnasiums

„Wir stehen Gewehr bei Fuß“, sagt Schulleiter Kai Adam. Die erweiterte Schulleitung am Reuchlin-Gymnasium und die Pforzheimer Schulleitungen wollen am Donnerstag digital konferieren und organisatorische Schritte vorbereiten.

Schüler, Eltern und Kollegen müssen anschließend informiert werden. Hinzu komme, dass das normale Schulgeschäft weiterlaufen müsse, verdeutlicht Adam. Mit dem Halbjahreswechsel müssten Zeugnisse verteilt und in den Oberstufen Klausuren geschrieben werden. All das werde möglicherweise nach hinten verschoben.

Wir stehen vor einem Rätsel.
Joachim Eichhorn, Leiter der Kirnbachschule Niefern

„Wir stehen vor einem Rätsel“, sagt Joachim Eichhorn, Rektor der Nieferner Kirnbachschule, nachdem Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Dienstagabend die Lockdown-Verlängerung auf Landesebene verkündet hat. Es sei nun nicht klar, wie es mit den Abschlussklassen weitergehe und ob sie in den Präsenzunterricht kommen dürfen, so Eichhorn.

Außerdem: Wie gehe es mit der Notbetreuung weiter? Diese sei sicher nicht über das Wochenende zu organisieren, so Eichhorn. Auch Lehrer und Eltern stellen sich viele Fragen, auch ob der Arbeitgeber die zusätzlichen Betreuungstage genehmige.

Der Nieferner Rektor hält die Lockdown-Verlängerung für richtig. „Es ist gut, nochmal Pause zu machen und die Kinder noch nicht zusammenzuführen, so Eichhorn, der nun die Veröffentlichungen des Kultusministeriums weiter verfolgen will.

Bundestagsabgeordnete verteidigen die Lockdown-Verlängerung

SPD-Bundestagsmitglied Katja Mast verteidigt den verlängerten Lockdown als „unumgänglich“: „So hart es ist, wir können auch bei Schulen noch nicht zum Regelbetrieb zurück. Mir bereitet die Überlastung in den Krankenhäusern und der Altenpflege große Sorge – täglich am Limit arbeiten, das geht nicht mehrere Monate am Stück. Bei der Impfstoff-Frage muss es schneller gehen. Es gilt, Produktion und Verteilung des Impfstoffes zu beschleunigen.“

Das sieht auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Gunther Krichbaum so: „Die ungewissen Infektionszahlen über die Feiertage und die Virusmutation ließen keine andere Wahl, wenn wir unsere bisherigen Erfolge nicht verspielen wollen.

Die Verlängerung des Lockdown und die Verschärfungen bei den Kontaktbeschränkungen sind hart, aber notwendig. Gut ist, dass Eltern, die ihre Kinder zuhause betreuen müssen, deutlich entlastet werden.“

OB hält Einschränkung der Bewegungsfreiheit für schwer umsetzbar

Auch der Pforzheimer Oberbürgermeister Peter Boch hat Verständnis für die Verlängerung des Lockdowns: „Lieber halten wir noch etwas länger durch, als dass wir jetzt die Maßnahmen lockern und diese Lockerungen dann in ein paar Wochen wieder rückgängig machen müssen.“

Jetzt gelte es, „nochmal alle Kräfte zu bündeln, denn mit den Impfungen ist ein Ende der Pandemie in Sicht“, so der OB. Die Einschränkungen der Bewegungsfreiheit hält Boch aber für schwer umsetzbar. Zumal wenn sich die Werte in Pforzheim und Enzkreis unterschiedlich entwickelten.

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