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Beschleunigtes Verfahren

Serie von Fahrzeugbränden bei Pforzheim: Mutmaßlicher Täter wohl schuldunfähig

Fast zwei Wochen hielt ein junger Mann Ende vergangenen Jahres die Menschen der Region in Atem. Der mittlerweile 25-jährige Syrer, dem die Polizei zur Last legt, 15 Autos in Pforzheim und dem Enzkreis angezündet zu haben, befindet sich nach wie vor in einer psychiatrischen Einrichtung. Doch nun kommt Bewegung in die Angelegenheit.

Brennende Autos in Maihälden: In einer Novembernacht begann 2019 eine Serie von Brandstiftungen, die einem 25-Jährigen zur Last gelegt werden. Foto: igm

Fast zwei Wochen hielt ein junger Mann Ende vergangenen Jahres die Menschen der Region in Atem und bereitete Autobesitzern einen sprichwörtlich heißen Herbst. Der mittlerweile 25-jährige Syrer, dem die Polizei zur Last legt, 15 Autos in Pforzheim und dem Enzkreis angezündet zu haben , befindet sich nach wie vor in einer psychiatrischen Einrichtung. Doch nun kommt Bewegung in die Angelegenheit.

Die Pforzheimer Staatsanwaltschaft hat der zuständigen Auswärtigen Strafkammer beim Landgericht Karlsruhe eine Antragsschrift zugestellt. Derzeit gehe man davon aus, dass die Schuldunfähigkeit des Mannes zur Tatzeit nicht ausgeschlossen werden kann, erklärt Staatsanwalt Bernhard Ebinger, weshalb er ans Landgericht eine Antragsschrift statt einer Anklageschrift geschickt hat.

Wenn sich die Annahme bestätigt und das Gericht ebenfalls zu der Einschätzung kommt, dass der 25-Jährige nicht schuldfähig ist, könnte er für seine Handlungen strafrechtlich nicht verantwortlich gemacht werden. Anstelle einer Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe käme dann aber die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik in Betracht.

Entscheidung über Sicherungsverfahren fällt diese Woche

Es handle sich um ein beschleunigtes Verfahren, deutet Staatsanwalt Ebinger einen baldigen Fortgang im Zusammenhang mit den Verbrechen an. Eine Sprecherin am Landgericht Karlsruhe bestätigt, dass noch in dieser Woche entschieden werden soll, ob ein Sicherungsverfahren eröffnet wird. In dem Fall würden auch die Verhandlungstermine bekannt gegeben, erklärte die Sprecherin auf Nachfrage dieser Redaktion.

Der 25-jährige Syrer soll zwischen 26. November und 3. Dezember 2019 jeweils nachts insgesamt 15 Fahrzeuge abgefackelt haben. Erstmals soll er in Pforzheim-Maihälden zugeschlagen haben , danach in Remchingen-Singen und schließlich in Ersingen und Neuenbürg. Weitere Autos und Gebäudeteile wurden damals in Mitleidenschaft gezogen. Den entstandenen Schaden bezifferten die Beamten auf mehrere Hunderttausend Euro.

Mutmaßlicher Täter macht weiterhin keine Angaben

Das Kriminalkommissariat Pforzheim hatte damals die 20-köpfige Ermittlungsgruppe „Lenkrad“ eingerichtet, die dann noch um einige Kräfte aufgestockt wurde. Anfang Dezember vergangenen Jahres war es der Polizei schließlich gelungen, den Tatverdächtigen in der Nähe von dessen Wohnort in Neuenbürg zu fassen.

Der Mann hat seither keine Angaben zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen gemacht. Er wurde auf seine psychische Verfassung begutachtet und bald nach seiner Festnahme in eine psychiatrische Einrichtung gebracht. Zum sozialen Hintergrund will die Polizei aus Gründen des Datenschutzes weiterhin nichts sagen.

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