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Steigende Nachfrage nach Notbetreuung

So geschlossen sind die Kitas in Pforzheim wirklich

Formal sind die Kindergärten und Krippen seit Mitte Dezember geschlossen. Doch richtig zu sind die Einrichtungen nicht. Denn einige Eltern nutzen die Notbetreuung - und die Nachfrage danach steigt. Das gilt auch für die Schulen.

So leer ist es gar nicht: Trotz formaler Schließungen geht ein Teil der Kinder in die Pforzheimer Kitas. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Ende vergangener Woche gingen rund rund 200 Kinder in die sogenannte Notbetreuung in den Kitas in Pforzheim. Das bedeutet eine Auslastung von etwa 15 Prozent. Die freien Träger melden eine durchschnittliche Belegung von 25 bis 30 Prozent. Diese Zahlen nennt die Pressestelle der Stadt Pforzheim auf Anfrage dieser Redaktion.

Unter den freien Trägern variiert die Auslastung. Genau in den Schnitt passt die evangelische Kirche mit ihren 21 Kitas. Die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Claudia Becker nennt auf Anfrage die Zahl von 342 Kindern in der Notbetreuung. Das ist eine Auslastung von 26,4 Prozent. Dabei dürfte es aber nicht bleiben.

Einige Eltern hatten schon angekündigt, dass sie es so weit auffangen können, aber dass ihnen das nicht mehr möglich ist, wenn die Schließungen länger dauern.
Claudia Becker, Sprecherin Evangelische Kirche

„Einige Eltern hatten schon angekündigt, dass sie es so weit auffangen können, aber dass ihnen das nicht mehr möglich ist, wenn die Schließungen länger dauern“, sagt Becker. Da die Landesregierung nach Diskussionen die Schließungen nun bis Ende des Monats verlängert hat, dürfte die Zahl der notbetreuten Kita-Kinder also weiter steigen.

Davon geht man auch im Rathaus aus: „Für die städtischen Kindertagesstätten liegen für die nächste Woche bereits mehr Anmeldungen, rund 250 vor“, erklärt Stadtsprecher Philip Mukherjee. „Alle freien Träger von Kindertageseinrichtungen gehen davon aus, dass sich die Inanspruchnahme der Notbetreuung weiter erhöhen wird.“

Von 80 auf 260 im ersten Lockdown

Die Regelungen sind diesmal etwas laxer als im ersten Lockdown im Frühjahr 2020. Damals gab es verschiedene Phasen der Zugangsvoraussetzungen. Bei der engsten Regelung zu Beginn, als beide Elternteile oder Alleinerziehende in systemrelevanten Berufen arbeiten mussten, waren in den städtischen Kindertagesstätten 80 Kinder notbetreut, nach Lockerungen der Zugangsvoraussetzungen waren es im Juni 2020 knapp 260 Kinder.

Diesmal setzt die große Politik auf Appelle statt harten Regelungen – und scheint damit noch auf Gehör bei den Eltern zu stoßen. „Es ist festzuhalten, dass bisher bei den städtischen Kindertageseinrichtungen kein Anstieg der Nachfrage vom ersten Lockdown zu der jetzigen Schließung der Einrichtungen zu verzeichnen ist“, so Stadtsprecher Mukherjee. Ein Vergleich der Zahlen der Kindertagesstätten der freien Träger lasse sich im Moment nicht aufstellen. Hier könne es durchaus zu einem Anstieg gekommen sein.

Schulen: Die Kleinsten machen das Gros aus

In den Pforzheimer Schulen waren Ende der zurückliegenden Woche 489 in der Notbetreuung. Die große Mehrheit davon (448) sind Grundschüler. Die meisten davon (395) nehmen auch an einem Notbetreuungsangebot außerhalb des schulischen Korridors teil. An weiterführenden Schulen sind laut Stadt 41 Schüler in der Notbetreuung.

Der Vergleich mit dem ersten Lockdown ist ähnlich wie bei den Kitas: Startete man im März 2020 mit rund 60 Kindern, stieg die Zahl nach den Lockerungen der Zugangsvoraussetzungen auf rund 430 im Juni. Auch hier ist also – Stand jetzt – die Nachfrage nicht größer als damals.

Da für Eltern der Einsatz von Urlaubstagen und sonstigen Freistellungsmöglichkeiten begrenzt ist, gehen wir davon aus, dass auch in den Schulen die Nachfrage eher steigen wird.
Philip Mukherjee, Stadtsprecher

Steigen wird sie jetzt gleichwohl auch an den Schulen. Eine Voraussage kann man im Rathaus nicht geben, wohl aber eine Einschätzung. Mukherjee: „Da für Eltern der Einsatz von Urlaubstagen und sonstigen Freistellungsmöglichkeiten begrenzt ist, gehen wir davon aus, dass auch in den Schulen die Nachfrage eher steigen wird.“

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