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Sanierung von Brücken wird teuer

Stadt Pforzheim muss für Kita-Plätze tief in die Tasche greifen

Um dem Recht auf einen Kindergartenplatz Folge zu leisten, muss Pforzheim tief in die Tasche greifen. Auch die Sanierung zweier Brücken könnte teuer werden.

Um dem Recht auf einen Kindergartenplatz Folge zu leisten, muss Pforzheim tief in die Tasche greifen. Foto: Monika Skolimowska/dpa

So sprach Bürgermeisterin Sibylle Schüssler (Grüne) in der Sitzung des Bau- und Liegenschaftsausschusses von „gewissen Hürden“, die bei der Kita Habsburgerstraße zu überwinden seien.

Die Erweiterung der bestehenden Einrichtung mit ihren fünf Gruppen um einen Neubau, der weitere fünf Gruppen aufnehmen soll, wird gegenüber den Kostenschätzungen von Anfang 2019 fast um die Hälfte teurer. Stadtrat Andreas Sarow (CDU), rechnete vor: 5,74 statt 3,9 Millionen Euro.

Dies sei auffällig und „extrem teuer“, und bis schließlich die Vergaben der Gewerke im Jahr 2022 erfolgten, müsste mit weiteren 20 Prozent Preissteigerung gerechnet werden. Für zehn Gruppen sieben Millionen Euro, bei denen man wohl landen werde, „das ist ein Wort“.

Baubeschluss wohl im Frühjahr

Im Frühjahr will Schüssler mit dem Baubeschluss aufwarten und geht davon aus, dass die Kosten dennoch „durchaus im Rahmen“ blieben und nachvollziehbar seien.

Qualität hat für Axel Baumbusch (Grüne Liste) seinen Preis. Der sei zwar hoch, „aber so ist halt der Markt“. Dafür drängt Baumbusch auf eine schnellere Planung, auch um dem Anstieg der Baupreise zu begegnen.

Die werden laut Schüssler von der Baukonjunktur getrieben. „Da müssen wir wohl in den sauren Apfel beißen“, resigniert Carol Braun (FW), während Christof Weisenbacher (WiP) noch nach Einsparmöglichkeiten suchte. Etwa bei der Lüftungsanlage. Die jedoch auch nach Corona wichtig sei, wie Jochen Heiß vom Gebäudemanagement erklärte. Für die Raumhygiene, eine eventuelle spätere Pandemie, die SPD-Stadträtin Dorothea Luppold ins Spiel brachte, oder auch zur Energieeinsparung durch Wärmerückgewinnung.

Aber für das Geld gibt es auch einen ansehnlichen Neubau mit einem zweiten Stockwerk in Holzbauweise, inmitten eines parkähnlichen Geländes. Er wird dabei mit dem gleichfalls umzubauenden Altbau verbunden und gemeinsam energetisch versorgt, so Heiß. Bezugsfertig soll die Kita dann im zweiten Quartal 2024 sein. Sie bietet dann Platz für 180 Kinder in den zehn Gruppen, von denen drei für Krippenplätze vorgesehen sind.

Sanierung von zwei Brücken im Pforzheimer Enzauenpark kostet Millionen

Mit zwei desolaten Brücken im Enzauenpark will Baudezernentin Schüssler „ein altes Thema konsequent angehen und für Lösungen sorgen“. Es geht um den seit 2008 gesperrten Römersteg, dessen Trageseile desolat sind. Neue Tragseile und ein aufwendiger Unterbau bei der Sanierung werden mit Kosten von 1,4 bis 1,8 Millionen Euro geschätzt. „Es kann aber auch doppelt so teuer werden“, schätzt Schüssler das Risiko der Unwägbarkeiten ein.

In spätestens drei Jahren abgerissen und dann neu gebaut werden muss wohl der Gärtnersteg aus dem Jahr 1922. Der Beton ist laut Harald Kuch vom Grünflächenamt desolat und nicht wirtschaftlich zu sanieren. Vor dem Abriss müssen die Stadtwerke die unter der Brücke verlaufenden Rohre für Fernwärme und Wasser unter das Flussbett verlegen.

Ein Ersatzbau im Bereich des Vicenza-Platzes ist laut Schüssler wichtig für neue Wegeverbindungen im Zuge der Sanierung der Oststadt. Gedacht ist an eine Holzbrücke, die rund zwei Millionen Euros kosten werde. Im Frühjahr 2022 will Schüssler genauere Zahlen vorlegen. Hans-Ulrich Rülke drängt auf eine zügige Abwicklung von Abriss und Neubau. Dafür sollen im kommenden Haushalt jedenfalls schon die Planungsmittel eingestellt werden.

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