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Gemeinde Sternfels

Dritte Wahl seit 2015: Warum ein Enzkreis-Dorf schon wieder einen Bürgermeister sucht

Zum dritten Mal innerhalb von fünf Jahren wählen die Sternenfelser einen neuen Bürgermeister. Einwohner und Ortsverwaltung hoffen, dass an der Rathausspitze nach personellen Querelen endlich Ruhe und Kontinuität einkehrt.

Neuer Rathauschef in Sternenfels gesucht: Bis zum 7. Juli haben Interessenten Zeit, ihre Bewerbung abzugeben. Foto: Hansen Foto: None

Sigrid Hornauer, Werner Weber, Carmen Schneider – an immer neue Namen an der Rathausspitze mussten sich die Sternenfelser in den vergangenen Jahren gewöhnen. Ende Juli wird ein weiterer Name hinzukommen. Dann wird ein neuer Bürgermeister gewählt, weil Werner Weber aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand versetzt wurde. Ein Kandidat hat seinen Hut schon in den Ring geworfen.

Kevin Malthaner heißt der erste Bewerber für die Bürgermeisterwahl am 26. Juli. Malthaner ist 32 Jahre alt, wuchs im Knittlinger Ortsteil Freudenstein auf und lebt seit 2012 in Sternenfels. Derzeit arbeitet er als stellvertretender Kämmerer in Pleidelsheim.

2005 hat er seine Laufbahn mit der Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten bei der Stadt Pforzheim begonnen. Dann wechselte er als Buchhalter nach Maulbronn, wo er die Stadtkasse übernahm. Später ging er nach einer Weiterbildung im Bereich Bilanzbuchhaltung nach Weissach, wo er auf dem gleichen Posten wie in Maulbronn arbeitete. Seit April 2019 ist er Vize-Kämmerer in Pleidelsheim.

Kandidat will Konzept für Gemeindeentwicklung

Bei seinen Tätigkeiten habe er Führungserfahrung gesammelt, sagt er auf die Frage, warum er sich für den Bürgermeisterposten geeignet hält. Als Rathauschef würde er ein Gemeindeentwicklungskonzept anstreben, bei dem es um die zukünftige Ausrichtung von Sternenfels und Diefenbach geht. Außerdem wolle er eine Vereinsförderung einführen und sich dafür einsetzen, dass die Jugendarbeit bezuschusst wird.

Man kann auch mit wenig viel erreichen

Kevin Malthaner, parteiloser Kandidat

Malthaner, der als parteiloser Kandidat antritt, sieht im Bürgermeisterjob viel Gestaltungs- und Entwicklungsspielraum. Die personellen Querelen und finanziellen Engpässe in Sternenfels in den vergangenen Jahren habe er zwar verfolgt, schrecken ihn aber nicht: „Dass es finanziell schwer ist, weil wir stark von der Gewerbesteuer abhängig sind, ist mir klar. Doch ich komme aus dem Finanzbereich. Man kann auch mit wenig viel erreichen“, teilt er mit.

Feuerwehr ist Malthaners große Leidenschaft

Neben seiner beruflichen Tätigkeit ist die Arbeit in der Feuerwehr die „große Leidenschaft“ des 32-Jährigen. Er ist Kassierer bei der Feuerwehr in Maulbronn, seit er in der Klosterstadt gearbeitet hat. Außerdem ist er aktives Mitglied bei der Wehr in Pleidelsheim.

Querelen in der Sternenfelser Verwaltung habe er in den vergangenen Jahren nur am Rande mitbekommen. Als Gast bei Ratssitzungen habe er die Atmosphäre als normal empfunden. Daher würde er seine Aufgabe unbelastet angehen, so Malthaner.

Gesundheitliche Probleme zwingen Bürgermeister in den Ruhestand

Auf Ruhe und Kontinuität an der Rathausspitze hoffen die Ortsverwaltung und die Sternenfelser Bürger. Angefangen hat der Umbruch, als die damalige Bürgermeisterin Sigrid Hornauer als Nachfolgerin des langjährigen Bürgermeisters Helmut Wagner von Gemeinderäten für ihre Amtsführung und „fehlende Visionen“ stark kritisiert wurde. 14 Monate nach ihrer Wiederwahl 2014 war sie erst krankgeschrieben, dann teilte sie mit, dass sie ihr Amt aus gesundheitlichen Gründen aufgeben möchte.

Ähnlich ging es Hornauers Nachfolger im Amt Werner Weber. Er hatte bei einer Dienstreise im September 2018 einen Verkehrsunfall und war längere Zeit krankgeschrieben. Ende 2019 hatte sich abgezeichnet, dass er Anfang 2020 seine Amtsgeschäfte wieder aufnehmen würde, doch im Dezember hatte sich sein Gesundheitszustand erneut verschlechtert – wegen akuter Herzprobleme musste er sich operieren lassen. Im Januar hatte er sich entschlossen, die Reißleine zu ziehen: Er stellte den Antrag auf Versetzung in den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit. Zum 1. Juni wurde der 59-Jährige vom Landratsamt Enzkreis in den Ruhestand versetzt.

Bewerbungsfrist endet am 7. Juli

Amtsverweserin Carmen Schneider, die ab Juli 2019 die Vertretung Webers übernommen hatte, hat sich beruflich neu orientiert, weil sie davon ausgegangen war, dass Weber 2020 in sein Amt zurückkehrt. Seit Februar hält nun Bürgermeister-Stellvertreter Klaus Riekert im Rathaus die Stellung. Das hatte er bereits getan, nachdem Sigrid Hornauer aus dem Amt geschieden war.

Im Ort kursieren daher Gerüchte, der selbständige Raumausstattermeister könnte als Bewerber bei der Wahl Ende Juli antreten. Dementiert hat er die Gerüchte bisher nicht. Bis zum 7. Juli haben Interessenten Zeit, ihre Bewerbung abzugeben.

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