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ÖPNV eingeschränkt

Sturmtief „Ignatz“: Schule in Pforzheim evakuiert – Feuerwehrmann leicht verletzt

Ausgerechnet ein Helfer der Feuerwehr ist der einzige aktenkundige Verletzte, den Sturmtief „Ignatz“ am Donnerstag in Pforzheim gefordert hat.

Wegen Gefahr abgesperrt: Das Sturmtief Ignatz beschädigte ein Baugerüst an der Heinrich-Wieland-Schule. Die Schüler mussten das Gebäude verlassen – und werden auch an diesem Freitag noch nicht zurückkehren. Foto: Roland Wacker

Er war mit seinen Kollegen in der Kanzlerstraße im Einsatz, wo ein Baum umzufallen drohte. Gerade als die Einsatzkräfte entschieden hatten, dass an dieser Stelle zunächst nicht einzugreifen sei, stürzte ein Ast von einem danebenstehenden Baum herab.

Der Ast traf den Feuerwehrmann im Bereich von Kopf, Schulter und Hals, wie der stellvertretende Feuerwehrkommandant Guido Lobermann dieser Redaktion schildert. Bei der Untersuchung im Krankenhaus sei dann eine Prellung diagnostiziert worden. „Er hat viel Glück gehabt“, sagt Lobermann. Der Kollege gilt damit als leicht verletzt.

Pforzheim und der Enzkreis kamen beim ersten Herbststurm des Jahres generell glimpflich davon. Neben Glück spielten dabei auch funktionierende Sicherheitsmechanismen eine wichtige Rolle.

Stadt Pforzheim sperrt wegen „Ignatz“ Wildpark und Hauptfriedhof

Die Stadt Pforzheim sperrte am Morgen den Wildpark und den Hauptfriedhof aus Sicherheitsgründen ab. Vom Besuch der Wälder und Ortsteilfriedhöfe wurde dringend abgeraten.

Bis zum Mittag waren auf dem Hauptfriedhof einige teils mächtige Äste abgebrochen, die Baumstämme hielten dem Sturm aber stand. Sofern keine größeren Schäden zu verzeichnen sind, sollen die Friedhöfe und der Wildpark im Lauf dieses Freitags wieder geöffnet werden.

Die Feuerwehr Pforzheim verzeichnete mehr als 50 Einsätze, im Enzkreis waren es nochmal ungefähr so viele. Die Polizei war im Präsidiumsbereich Pforzheim, also mit den Landkreisen Enzkreis, Calw und Freudenstadt, bis zum Mittag an rund 100 Einsätzen beteiligt. „Dramatisches war nicht dabei“, ordnet Sprecher Dirk Wagner ein.

Auch die Stadtwerke waren von den Böen mit bis zu 90 Kilometern pro Stunde gefordert. Vor allem am Wallberg kam es zu Stromausfällen. In der Wallbergallee kippte am Vormittag ein Baum gegen einen Strommast und in die Freileitung. Doch auch in der Königsberger Landstraße, Am Hachelturm und in der Werner-Siemens-Allee kam es teilweise zu Störungen in der Stromversorgung.

Auch die Beleuchtungsleitungen waren laut Stadtwerken vom Sturmtief betroffen. In der Mathystraße wurde ein Mast von einem umkippenden Baum niedergerissen. Insgesamt sei die Lage aber noch überschaubar, hieß es aus der Netzleitstelle der SWP.

Schienenstrecke zwischen Pforzheim und Horb blockiert

Einschränkungen gab es im ÖPNV. Im Stadtgebiet Pforzheim war der Busverkehr betroffen. Die Schienenstrecke zwischen Pforzheim und Horb war blockiert, ein Ersatzverkehr wurde laut Deutscher Bahn eingerichtet. Auf der Residenzbahn zwischen Pforzheim und Karlsruhe stürzte hinter Bilfingen ein Baum auf die Gleise.

Zahlreiche IRE- und IC-Züge mussten daraufhin um Pforzheim einen Bogen fahren und den dortigen Halt auslassen. Die Insassen des IRE, der auf der Strecke vor dem Baum zum Stehen kam, wurden nach einer Wartezeit per Taxi zum nächsten Bahnhof gebracht, wie Go-Ahead-Sprecherin Daniela Birnbaum dieser Redaktion schildert.

Jede weitere Böe hätte das Gerüst umwerfen können.
Guido Lobermann, stellvertretender Feuerwehrkommandant

An der Heinrich-Wieland-Schule in Pforzheim war am Donnerstag früher Schluss. Der Sturm hob ein Baugerüst aus der Sicherung. Auf Experten der Feuerwehr wirkte das Gerüst instabil. „Jede weitere Böe hätte das Gerüst umwerfen können. Und es war völlig unsicher, wohin welche Teile fliegen würden“, erklärt Lobermann von der Feuerwehr.

In Abstimmung mit der Schulleitung habe man entschieden, die Schule zu evakuieren – zumal sich nicht alle Schüler an die Warnung gehalten hatten, wegen der Gefahr eine bestimmte Tür zu meiden.

Jetzt sollen Gerüstbauprofis ans Werk gehen. Die Schule bleibt bis einschließlich Samstag geschlossen. Verzögerungen bei der derzeit laufenden Sanierung der Schule sind durch das beschädigte Gerüst nicht zu erwarten, wie die Stadt mitteilt. In diesem Bereich der Fassade sollten momentan ohnehin keine Arbeiten stattfinden.

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