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Erneut Ärger für den Fußball-Oberligisten

Tumulte nach Pokalspiel des CfR Pforzheim

Schmerzlich war das Pokal-Aus in Runde zwei für den 1. CfR Pforzheim beim 1. FC Bruchsal. Doch die sportliche Niederlage ist nicht das Einzige, das die Vereinsverantwortlichen nach den schlimmen Vorkommnissen, die sich nach Spielende ereigneten, aufarbeiten müssen.

Redebedarf: CfR-Vorstandsvorsitzender Markus Geiser (links) und Sportdirektor Giuseppe Ricciardi wollen die Vorfälle in Bruchsal in Ruhe aufarbeiten. Foto: Harry Rubner

Fußball-Oberligist 1. CfR Pforzheim kommt einfach nicht zur Ruhe. Knapp zwei Wochen ist es erst her, dass ein ehemaliger Spieler wegen Beleidigung und Körperverletzung gegenüber Ex-CfR-Trainer Gökhan Gökce schuldig gesprochen und zu einer Strafe in Höhe von 2.000 Euro verurteilt wurde. Nun kam es beim Pokalspiel zwischen dem 1. FC Bruchsal und dem 1. CfR Pforzheim erneut zu einem Vorfall.

Laut Zeugenaussagen soll eine kleine Gruppe von Zuschauern, darunter der Vater eines Neuzugangs des CfR als treibende Kraft, Verantwortliche auf der Pforzheimer Trainerbank samt Coach Fatih Ceylan beleidigt und mit kleinen Kieselsteinen beworfen haben – eventuell, weil der Sohn dieses Zuschauers nicht für die Start-Elf der Pforzheimer berücksichtigt worden war. Für die CfR-Verantwortlichen sind die Gründe des Fehlverhaltens noch unklar.

„Die Person war von Anfang an ein Störfaktor”, sagt Pforzheims Sportdirektor Giuseppe Ricciardi am Tag danach auf Nachfrage. Man habe allerdings nicht damit gerechnet, dass es sich um jemanden aus dem eigenen Umfeld handeln könnte, sagt er weiter. Dies habe sich erst später herausgestellt. „Wir haben während des Spiels die Bruchsaler Verantwortlichen und den Schiedsrichter informiert und darum gebeten, dass hinter der Bank Ruhe einkehrt.” Der Stadionsprecher habe dann eine Durchsage gemacht und die Zuschauer aufgefordert, 20 Meter Abstand zu den Bänken zu halten.

Als ein Aschenbecher fliegt, eskaliert die Situation

So richtig zur Sache ging es dann erst rund eine Stunde nach Spielende auf der Terrasse des FCB-Geländes. Die kleine Gruppe setzte, wie mehrere Augenzeugen informierten, die Pöbeleien fort, plötzlich soll ein Aschenbecher in Richtung von CfR-Spielern und Verantwortlichen geworfen worden sein.

Es kam zu Handgreiflichkeiten, Zuschauer berichteten später von einem zerrissenen T-Shirt und Blut bei einem Beteiligten. Eine Person soll auch zu Boden gegangen sein. Als die Polizei eintraf, hatten sich die Übeltäter jedoch bereits vom Tatort entfernt. Es sei bei dem Beschuldigten auf jeden Fall Alkohol im Spiel gewesen. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Karlsruhe bestätigte am Montag gegenüber dieser Redaktion, dass nach einer Provokation „mehrere Personen aufeinander losgegangen” seien.

Es war unübersichtlich und keine schöne Szene.
CfR-Sportdirektor Giuseppe Ricciardi

Geschrei konnte auch Giuseppe Ricciardi vernehmen, als er mit CfR-Coach Fatih Ceylan im Gespräch war. „Es war unübersichtlich und keine schöne Szene”, sagt er. Am meisten leide nun allerdings der Spieler, um dessen Vater es sich handelt – obwohl der Neuzugang sich „absolut nichts zu Schulden hat kommen lassen”. Wie es nun weitergeht? „Wir werden uns zusammensetzen und in Ruhe darüber sprechen”, sagt Ricciardi, „wir wollen das gemeinsam aufarbeiten”. Der Spieler habe sich von Beginn der Vorbereitung an super eingefügt. „Das ist ein toller Junge, auf und neben dem Platz”, betont der Sportdirektor. „Er kann nichts dafür.”

Vater des Spielers soll bereits mehrfach Stadionverbot erhalten haben

Gleichwohl weiß der Vorstandsvorsitzende des CfR, Markus Geiser, dass der Spieler schon vor dem Pokalspiel in Bruchsal seinen Wechselwunsch formuliert hat – und das obwohl er erst vor wenigen Wochen zu den Pforzheimern gestoßen ist. „Wenn er einen Verein findet, der die Ablöse bezahlt, gehe ich davon aus, dass er uns verlassen wird”, sagt Geiser. Zumal man am Montagvormittag erfahren habe, dass der krawallbereite Vater des Spielers bereits bei zwei vorherigen Stationen seines Sohnes Stadionverbot gehabt haben und unangenehm aufgefallen sein soll.

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