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Hilfe in der Not

TV Brötzingen will mit Spendenaktion Familie nach Hausbrand helfen

Vereinsleben ist mehr als nur Freizeitaktivität. Dass es hier auch um den Zusammenhalt der Mitglieder in schwierigen Zeiten geht, das zeigt sich beim TV 1880 Brötzingen gerade exemplarisch.

Engagiert: Marion Blum und Patrick Hamm haben über den TV Brötzingen eine private Spendenaktion ins Leben gerufen, mit der sie eine langjährige Mitgliedsfamilie unterstützen wollen, die jüngst durch einen Hausbrand Hab und Gut verloren hat. Foto: Stefan Friedrich

Von unserem Mitarbeiter Stefan Friedrich

Nachdem langjährige Vereinsmitglieder durch einen verheerenden Hausbrand Hab und Gut verloren haben, wurde aus dem Verein heraus eine private Spendeninitiative gestartet. „Das ist der Grundgedanke eines Vereins“, erklärt Patrick Hamm, Abteilungsleiter Volleyball, „dass man nicht nur zum Sport kommt und dann wieder geht oder nur dann zusammenhält, wenn man zusammen den Aufstieg feiert, sondern auch in schlechten Zeiten.“

Dass eine Familie, die schon lange mit dem Verein verbunden ist, durch einen Hausbrand in Schwierigkeiten kam, hat sich schnell herumgesprochen. Und schnell war für den Verein auch klar: Wir müssen helfen. „Der Zündfunke kam von unseren Spielerinnen selbst“, verrät Hamm.

Eine Spielerin wohne in direkter Nachbarschaft zur betroffenen Familie, deren Kinder alle im Volleyball aktiv sind. „Die große Tochter seit der U12 bis zur Damenmannschaft, die kleine Schwester seit vier Jahren, seit sie in der U12 spielen darf“, bemerkt Hamm. Die erste Idee der Spielerinnen sei gewesen, Matratzen zur Verfügung zu stellen, doch die Vereinsführung gab zu bedenken: „Wenn wir jetzt mit zehn Matratzen kommen und die haben keine Unterkunft, dann nützt das ja nichts.“

Mit Geld sei ihnen mehr geholfen, um zumindest mal die wichtigsten Dinge des Alltags besorgen zu können, bevor die Versicherung für den Schaden aufkommt, weiß die Vereinsvorsitzende Marion Blum, die unmittelbar nach dem Brand Kontakt mit dem Familienvater aufgenommen hat, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt noch im Urlaub war. „Man liest da natürlich auch Nachrichten aus Pforzheim“, erzählt Blum.

Auflagen für Vereine erschwerten die Hilfe

Zudem stand sie mit den Vorstandskollegen in Kontakt: „Wir informieren uns regelmäßig über WhatsApp.“ Insofern habe auch sie relativ schnell Bescheid gewusst und sei anfangs ähnlich euphorisch gewesen, wie die Spielerinnen, was eine spontane Hilfe vonseiten des Vereins angeht. „Als ich jedoch erfahren habe, welche Auflagen es gibt, bin ich schnell wieder auf den Boden geholt worden.“

Als Verein dürfe man nicht einfach Spenden sammeln oder gar ein Spendenkonto eröffnen, hat sie über die Steuerberaterin und das Finanzamt erfahren. Es musste also eine andere Lösung gefunden werden. Eine private Spendenaktion wurde ins Leben gerufen: wer unterstützen will, kann entweder Blum oder Hamm kontaktieren, die die Spenden einsammeln und eine Liste führen. „Da stehen dann der Name und der Betrag drauf“, erklärt Hamm – sofern es vom Spender gewünscht wird.

Anonyme Spenden sind natürlich ebenso möglich. Es sei letztlich eine „pragmatische Lösung“, erklärt Hamm. Und obwohl die Spendenaktion gerade erst angelaufen ist, sind schon diverse positive Rückmeldungen gekommen, sagt Blum, auch aus ihrem eigenen Bekanntenkreis.

Hamm: Die Geste ist das Ziel

Ob am Ende dann 100 oder 500 Euro zusammenkommen, sei gar nicht so entscheidend, glaubt Hamm. Im Prinzip sei es vor allem das Wissen um den Rückhalt und die Unterstützung aus dem Verein heraus, der der betroffenen Familie auch Halt geben kann. „Der Betrag ist nicht unbedingt das Ziel, sondern die Geste.“ Dieser könne jedoch „im Kampf mit der Bürokratie“ auch etwas Luft verschaffen.

Die Spenden werden dabei weniger für die vorübergehende Unterkunft benötigt, die auf jeden Fall von der Versicherung bezahlt wird; „von Klamotten bis Schulmaterialien müssen sie aber alles ersetzen“, weiß Blum, der zugleich auch bewusst ist, dass diese Familie nicht die einzige aus Pforzheim ist, die zurückliegend von einem schweren Brand betroffen war.

Natürlich würde man gerne allen helfen, räumt Blum ein, dieser jüngste Fall liegt ihnen allen aber auch deshalb so sehr am Herzen, „weil wir die Familie schon so lange kennen und sie immer sehr aktiv bei uns war“.

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