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Auch Verwaltung betroffen

Kitas in Pforzheim werden am Donnerstag bestreikt

In Pforzheim werden am Donnerstag Kitas bestreikt. Verdi ruft zudem das Landratsamt Enzkreis und Teile der Pforzheimer Stadtverwaltung zum Streik auf.

Am Donnerstag teils geschlossen: Elf Kitas in Pforzheim beteiligen sich am Warnstreik von Verdi. Foto: Monika Skolimowska/dpa

Verdi ruft für diesen Donnerstag zum Warnstreik in Pforzheim auf. Davon sind Kitas und Horte betroffen, wie die Stadtverwaltung auf Anfrage dieser Redaktion mitteilt. Nach aktuellen Meldungen geht es um elf städtische Einrichtungen, die sich beteiligen. In vier davon wird laut Stadtsprecher Michael Strohmayer eine Notgruppe angeboten. Seit Montag gebe es dazu Aushänge an den Einrichtungen.

Ganztägig bestreikt werden sollen nach Vorstellungen der Dienstleistungsgesellschaft Verdi zudem das Landratsamt Enzkreis und Teile der Stadtverwaltung Pforzheim. Um 9 Uhr ist eine Kundgebung im Hof des Landratsamts geplant.

Die stellvertretende Verdi-Bezirksgeschäftsführerin für Mittelbaden und den Nordschwarzwald, Amely Poll, spricht von einem „kleinen Warnstreik“ und einer „kleinen Kundgebung“. Dabei nehme man auch Rücksicht auf die Corona-Infektionszahlen in Pforzheim, die sich zuletzt schnell der kritischen Marke genähert hatten.

Der Streik stellt für die Eltern aktuell eine Katastrophe dar.
Jasmin Schäfer, Vorstandsmitglied Gesamtelternbeirat der Kindertageseinrichtungen in Pforzheim

Zu den Streiks in den Kitas teilte die Stadtverwaltung mit, dass die Kita Momo in der Oststadt eingeschränkt geöffnet bleiben soll. Geöffnet bleiben die Kitas Adolf-Haap-Haus, Blücherstraße, Kinderhaus Brötzingen, Eutingen, Habsburgerstraße, Haus am Markt, Maihälden, Neuhaidach, Schloßberg, Sonnenbergstraße, Hort an der Enz und der Hort Westliche. Die Eltern seien informiert. Es würden Not- sowie Türdienste eingerichtet. Das heißt, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden Eltern, die nicht über den Streik Bescheid wissen, vor Ort empfangen und informieren.

Dass nach dem langen Lockdown während der ersten Corona-Welle jetzt erneut Kitas geschlossen bleiben sollen, nehmen Pforzheimer Eltern teilweise irritiert zur Kenntnis. Jasmin Schäfer aus dem Vorstand des Gesamtelternbeirats der Pforzheimer Kindertageseinrichtungen sagt dieser Redaktion: „Der Streik stellt für die Eltern aktuell eine Katastrophe dar.“ Ob die Gewerkschaft in diesem Jahr zu solchen Mitteln greifen müsse, wolle sie nicht beurteilen.

In jedem Fall werde es für die Familien nun aber einmal mehr in diesem Jahr schwierig. „Die Geduld der Arbeitgeber ist einfach aufgebraucht. Die wollen nicht mehr hören, dass man schon wieder die Kinder betreuen muss. Urlaubstage und Goodwill-Tage sind aufgebraucht.“

Der Dienstbetrieb ist möglicherweise ein wenig eingeschränkt.
Jürgen Hörstmann, Sprecher Landratsamt Enzkreis

Für den Betrieb im Landratsamt schätzt Sprecher Jürgen Hörstmann anhand der Erfahrungen in der Vorjahren: „Der Dienstbetrieb ist möglicherweise ein wenig eingeschränkt.“

Verdi fordert Anhebung der Einkommen um 4,8 Prozent

Die Pforzheimer Verwaltung ist nicht komplett zum Streik aufgerufen. Poll erklärt das damit, dass Verdi dort nicht überall organisiert ist. Daher sind konkret nur die Bereiche Soziales und Schulen sowie die Technischen Dienste aufgerufen, sich dem Streik anzuschließen.

Verdi fordert für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen eine Anhebung der Einkommen um 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro pro Monat, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte sollen um 100 Euro pro Monat angehoben werden. Erwartet wird die Ost-West-Angleichung der Arbeitszeit.

Darüber hinaus soll in den Tarifverhandlungen das Thema der Entlastung der Beschäftigten behandelt werden. Die besonderen Themen des Gesundheitswesens und der Pflege werden an einem eigenen Tisch im Rahmen der Tarifrunde besprochen. Die dritte Runde der Verhandlungen ist für den 22./23. Oktober in Potsdam angesetzt.

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