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Verwirrung um neue Verordnung

Teilnehmer der Corona-Demo in Pforzheim tragen keine Maske

Doppelt so viele Teilnehmer wie angemeldet kamen am Samstag zur Corona-Demo auf dem Pforzheimer Marktplatz. Verwirrung gab es um die Frage, ob bei der einstündigen Demo Maskenpflicht herrschte. Obwohl die Polizei auf die neue Verordnung der Stadt hinwies, blieben die Nasen und Münder der Demonstranten maskenfrei.

Maskenpflicht in der Diskussion: Polizeikontollen gab es bei der Corona-Demo auf dem Pforzheimer Marktplatz. Foto: Torsten Ochs

Die Maskenpflicht gelte nicht für Demonstrationen - das habe das Verwaltungsgericht in Stuttgart entschieden, argumentierten Susanne Heel und Thomas Hennings im Gespräch mit drei Polizisten, die die Teilnehmer der Demo darauf hinwiesen, dass laut Verordnung der Stadt seit Samstag die Maskenpflicht in der Innenstadt gelte.

Die Beamten prüften das Urteil des Gerichts und stellten fest, dass es sich dabei um eine Einzelfallentscheidung für die Stadt Heilbronn handelt, die laut Polizei nichts mit Pforzheim zu tun habe.

Großes Interesse: Mit rund 100 Teilnehmern kamen doppelt so viele Menschen zur Corona-Demo auf dem Pforzheimer Marktplatz wie angekündigt. Foto: Torsten Ochs

Kinder an Schulen als Schwerpunktthema

Zu dem Zeitpunkt war die Demo schon fast gelaufen. Mit rund 100 Teilnehmern waren doppelt so viele auf den Marktplatz gekommen, wie von der Stadt vorgeschrieben. Die Veranstaltung drehte sich schwerpunktmäßig um die Maskenpflicht im Schulunterricht. „Kinder sollen unbeschwert groß werden“, forderte Susanne Heel aus Niefern, die die Gruppe „Eltern für Aufklärung“ gegründet hat, und die Demo moderierte.

„Im Unterricht Maske tragen - damit war für mich eine Grenze überschritten. Ich habe daraufhin beschlossen, zu demonstrieren“, erklärte Redner Thomas Hennings. Für ihn grenze die Maskenpflicht für Schüler an Körperverletzung. Und er ist sich sicher: „Wenn zehn bis 15 Rektoren in Pforzheim und Enzkreis einen Arsch in der Hose haben, fällt die Maskenpflicht.“

Fragen an Kultusministerin geschickt

„Ich stelle nicht das Virus in Frage, sondern die Maßnahmen“, sagte eine Pforzheimer Mutter, die namentlich nicht genannt werden wollte, und gemeinsam mit ihrer Tochter ebenfalls eine Rede hielt. Ihre Tochter habe Kultusministerin Susanne Eisenmann per Mail gefragt, warum sie im Unterricht Maske tragen müsse, ihre Eltern bei der Arbeit aber nicht?

Sie habe nur eine standardisierte Antwort erhalten, sagte die Mutter und schlug als Experiment vor, an einer einzigen Schule eine Woche lang auf alle Corona-Maßnahmen zu verzichten und zu schauen, was passiert.

Im Unterricht Maske tragen - damit war für mich eine Grenze überschritten.
Thomas Hennings, Demonstrations-Redner

„Wir leben in einer besonderen Zeit. Wer kann das spüren?“, rief Hauptredner Hans Tolzin in die Menge und sah viele Hände in die Höhe schnellen. Der Medizin-Journalist aus Herrenberg, der nach eigenen Angaben seit 27 Jahren Impf-Aufklärung betreibt, sieht die Menschheit in einem Wandlungsprozess - weg von „angstbasierten Glaubensrichtungen“. „Man kann hadern oder den Stier bei den Hörnern packen und den eigenen Seelenmuskel trainieren“, ist sich Tolzin sicher. Etwa indem man einmal pro Tag ohne Maske im Supermarkt einkaufen geht und so das Selbstbewusstsein trainiere.

Redner stellt Pandemie in Frage

Den Nutzen der Abstandsregel stellte er genauso in Frage wie die Zahl der Erkrankten und die Pandemie selbst. Die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen müsse überprüft werden, forderte der 62-Jährige.

Er habe längst kein Vertrauen mehr in die Systemparteien, sagte Tolzin am Ende seiner Rede, als er die Aufmerksamkeit einiger Zuhörer schon verloren hatte. Die Ära der Parteien sieht der Journalist am Ende. Die Zukunft, so Tolzin, gehöre parteilosen Direktmandaten. „Wer die meisten Stimmen erhält, kommt in den Bundestag.“

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