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Lückenschluss in der Informationskette

So erreichen Warnmeldungen eine Vielzahl an Menschen in Pforzheim

Nicht jeder hat ein Smartphone – und nicht jeder hat es ständig zur Hand. Um im Katastrophenfall die Bevölkerung trotzdem alarmieren zu können, hat die Stadt jetzt Bildschirme in der Innenstadt und an den Ausfallstraßen installiert.

Informiert, wenn es ernst wird: Feuerwehrkommandant Sebastian Fischer, Katastrophenschützer Frank Winterfeldt, Evelyn Lerche von der Firma Ströer und WSP-Direktor Oliver Reitz (von links) vor dem neuen Monitor. Der Alarmknopf dient nur als Symbol. Foto: Susanne Roth

Auf den ersten Blick sieht der hochformatige Monitor in der Mitte der Pforzheimer Fußgängerzone aus wie jede x-beliebige Plattform, auf der vom Wetter bis zur kulturellen Veranstaltung zu überwiegenden Teilen auch Werbung der lokalen Wirtschaft läuft.

Sie integriert sich gut in das Erscheinungsbild der Fußgängerzone und setzt doch einen entscheidenden Akzent: Das satellitengestützte „Modulare Warnsystem“, kurz: Mowas. Vertreter von Feuerwehr, Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP), Stadt und der Stuttgarter Firma Ströer Deutsche Städte Medien GmbH haben die Warnanlage jetzt vorgestellt.

Über die digitale Stadtinformationsanlage (so die offizielle Bezeichnung) kann die Bevölkerung in Bruchteilen von Sekunden über drohende Gefahren oder Katastrophen informiert werden. „Nicht jeder hat ja die Warn-App Nina auf dem Smartphone“, so Feuerwehrkommandant Sebastian Fischer, der zusammen mit Katastrophenschützer Frank Winterfeldt vor Ort ist.

Und man müsse auch an die sich analog informierende Bevölkerung denken; es gebe ja immer auch Leute ohne Smartphone. „Oder man hat es gerade nicht dabei.“

System ist mit Warnsystem des Bundes gekoppelt

Neu ist nun, dass dieses System in Pforzheim auch mit dem Warnsystem des Bundes gekoppelt ist. Sollte etwa ein flächendeckender Terroranschlag drohen, würde dies dann auch auf der lokalen Plattform erscheinen. Ansonsten ist die Feuerwehr, wie der Kommandant weiter erläutert, als „unterste Katastrophenschutzbehörde“ in der Lage, Eilmeldungen auch selbst einzuspeisen.

Zum Beispiel, wenn Bauarbeiter auf ein Überbleibsel des Zweiten Weltkrieges stoßen, die Bergung einer Bombe ansteht und dafür Straßenzüge gesperrt werden müssen.

Und es müssen ja nicht gleich Terror oder eine Bombe sein: Es kann auch im Vorfeld zu erwartender Unwetter gewarnt werden. Oder wenn beispielsweise durch einen Brand Geruchsbelästigung droht und die Anwohner gebeten werden müssen, ihre Fenster zu schließen und zuhause zu bleiben. Analog, zum Beispiel auf Plakaten, waren Warnungen bisher nicht möglich, fügt WSP-Direktor Oliver Reitz hinzu.

Er spricht auch für den erkrankten OB Peter Boch (CDU) und betont, dass diese Anlage ein weiterer Punkt auf dem Weg zur Positionierung als „Smart City“ sei. Die WSP koordiniert den Konzessionsvertrag mit der Stadt und der Firma Ströer, und ist dann auch Ansprechpartner für potentielle Werbekunden.

Bisher von Katastrophen verschont

Die Verbreitung von Warnungen ist Sache der Feuerwehr, genauer der Integrierten Leitstelle für Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz. Bisher sei man von Katastrophen verschont geblieben, so Oliver Reitz, der als Beispiele der Nutzung die Hochwasserflut im Ahrtal anbringt.

Die Firma Ströer wiederum hat einen Vertrag mit dem Bundesamt für Bevölkerungs- und Katastrophenschutz geschlossen. Unter ihrer Federführung sind insgesamt 16 kleinformatige Bildschirme in Pforzheim aufgestellt und zusätzlich neun an den Ein- und Ausfallstraßen, wie Regionalleiterin Evelyn Lerche ergänzt.

Für Feuerwehrkommandant Sebastian Fischer ist besonders der Mix aus Informationswegen attraktiv. Alle Menschen könnten mit dem Zusammenspiel der digitalen Stadtinformationsanlage mit den Sirenen, dem Rundfunk und mit Hilfe von neun möglichen, von der Feuerwehr auf die Straße zu bringenden Lautsprecherfahrzeugen erreicht werden. „Nicht alle sind digital zu kriegen“, so seine Erfahrung.

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