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Fridays for Future

Was für eine Demo bekommt Pforzheim zum weltweiten Klimastreik?

Für den 25. September ist der sechste globale Klimastreik geplant. Während die Karlsruher Ortsgruppe schon länger weiß, was sie vorhat, gibt es in Pforzheim noch Unsicherheiten.

Schon mehrmals haben Schüler in Pforzheim für mehr Klimagerechtigkeit protestiert. Klappt es auch diesmal? Foto: Herbert Ehmann

Es ist ziemlich genau ein Jahr her, dass der Klimaprotest in Pforzheim seinen bisherigen Höhepunkt erlebte. Getragen vom weltweiten Streiktag gingen in der Stadt rund tausend Menschen auf die Straße. Wie sich die Vorzeichen geändert haben: Am Freitag, 25. September, soll die sechste globale Aktion stattfinden. Fridays for Future will in Pforzheim zwar mitmischen. Doch in welcher Form es klappt, ist eine Woche vorher unsicher.

„Wir versuchen auf jeden Fall, etwas auf die Beine zu stellen. Aber wir haben Schwierigkeiten mit der Organisation“, bekennt Gruppengründerin Jamila Hatlapatka gegenüber dieser Redaktion. Robin Schaletzki, der wie Hatlapatka Delegierter der Ortsgruppe ist, geht fest davon aus, dass es eine Demo geben wird. Angemeldet ist sie aber noch nicht. Und wie sie aussieht, wird sich wohl eher spontan ergeben.

Es wird in Pforzheim in näherer Zukunft auf jeden Fall was gehen.
Jamila Hatlapatka, Gründerin der Ortsgruppe von Fridays for Future

Schaletzki möchte die Veranstaltung wie in der Vergangenheit am Marktplatz beginnen. Und dann? „Wenn 30 Leute kommen, wird es keinen Demozug geben. Wenn es 130 sind, dann schon eher.“ Wie viele es sein werden, ist immer eine unbekannte Größe für die Organisatoren. „Wir haben selbst keine Ahnung und können das nicht einschätzen“, erklärt Gruppengründerin Hatlapatka. „Das wird immer eine Überraschung sein.“

Falls es mit einem Demozug nicht klappt, soll es mindestens eine Mahnwache geben. Scheitert auch das, wollen einige zu den Demos nach Karlsruhe und Stuttgart gehen. Das sei dann aber längst kein Zeichen für das drohende Ende der Pforzheimer Gruppe. Hatlaptaka ist sicher: „Es wird in Pforzheim in näherer Zukunft auf jeden Fall was gehen.“

Demozug oder nur eine Mahnwache?

Es wäre die öffentliche Wiederbelebung einer zuletzt aus verschiedenen Gründen stillen Gruppe. Den Schwung der großen Demo vor einem Jahr konnte man jedenfalls nicht mitnehmen. Eine Woche später waren es höchstens noch 50 Teilnehmer, die für ihr Anliegen auf die Straße gingen, Ende November etwa 200. „Wir haben es danach nicht mehr so richtig hingekriegt“, sagt Hatlapatka. Man habe sich dann neu gesammelt, hatte eine frisch zusammengesetzte Orga-Gruppe mit neuen Ideen. „Wir wollten Anfang des Jahres durchstarten und waren voll motiviert. Dann kam Corona.“

Der bisher letzte weltweite Demo-Termin fand im April nur im Netz statt. Pforzheimer Aktivisten posteten dazu Botschaften in den sozialen Medien. Die breite Öffentlichkeit erreichte das nicht. Die Gruppe war nach außen kaum noch sichtbar, auch innen tat sich nicht viel. So wurde es ruhig und ruhiger.

Maske und Abstand sind Pflicht – sonst ist Schluss

Der harte Kern, das Orga-Team, ist von zehn auf fünfzehn Köpfe gewachsen. Doch wie groß ist die Gruppe darüber hinaus noch? Fridays for Future ist kein Verein, sondern ein loser Zusammenschluss. 1.402 Follower bei Instagram, 431 Likes bei Facebook. Das alles sagt nichts über die Zahl derer, die sich wirklich zugehörig fühlen – und noch weniger über die, die sich aktiv beteiligen.

Wie laut es nach einem Jahr in Pforzheim wieder wird, entscheidet sich jetzt. Die Organisation muss zügig vorankommen, es ist nur noch eine Woche Zeit. Bei der größeren Ortsgruppe in Karlsruhe ist längst klar, was es zum Aktionstag gibt. Keine Menschentraube, sondern eine -kette quer durch die Stadt. Die Teilnehmer sollen, so der Plan, einmal durch die Stadt hindurch stehen und damit ein Zeichen setzen.

„Da reichen für die Organisation natürlich keine drei Leute“, sagt Hatlapatka. „Es braucht genug Köpfe, die vor Ort sind und Aufgaben übernehmen.“ Gerade für die Einhaltung eines Hygienekonzepts sind Verantwortungsträger nötig. Schaletzki betont: Maske und Abstand sind Pflicht. Sonst wird die Demo aufgelöst.

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