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Segen kam oft in den Briefkasten

Weihrauch für den Hausgebrauch: Pforzheimer Sternsinger sind wegen Corona kreativ geworden

Kinder und Jugendliche, die in bunten Gewändern und mit Sternträger von Haus zu Haus laufen und den Segen anbringen – dieses Bild am Dreikönigstag gab es in diesem Jahr nicht. Die Gemeinden haben sich aber etwas anderes einfallen lassen.

Segen zum Mitnehmen: An der Krippe in der Herz-Jesu-Kirche stehen die Umschläge mit dem Sternsinger-Segen zum Aufkleben. Als Gag befindet sich im Kuvert auch ein kleines Päckchen Weihrauch, erklärt Gemeindereferentin Barbara Ulmer. Foto: Torsten Ochs

Der Umschlag hat es in sich: ein Sternsinger-Segen zum Aufkleben, ein Segensgebet in Papierform, ein Überweisungsträger für eine Spende und ein kleines Päckchen getrocknetes Weihrauch. Um den Segen in die Häuser zu bekommen, haben sich die Seelsorgeeinheiten des katholischen Dekanats Pforzheim einiges einfallen lassen. Denn wie berichtet ziehen in diesem Jahr wegen Corona keine Sternsinger von Haus zu Haus.

Segen zum Abholen in der Kirche

Überlegt wurde stattdessen, an zentralen Orten, Pflegeheimen oder unter freiem Himmel einzelne Gottesdienste oder Aktionen zu veranstalten, doch auch das sei wegen der Ausgangsbeschränkung vom Ordinariat in Freiburg verboten worden, erklärt Gemeindereferentin Barbara Ulmer, die für Sternsingeraktion in der Pforzheimer Innenstadt zuständig ist.

Auf den diesjährigen Segen müsse dennoch niemand verzichten. Er liegt in der Herz-Jesu-Kirche in besagtem Umschlag in einem Korb bei der Krippe und kann zwischen 9 und 18 Uhr abgeholt und über die eigene Haustür geklebt werden. „Damit ist ganz Pforzheim Sternsinger“, sagt Ulmer lachend. 250 Umschläge liegen zum Abholen bereit. Die Nachfrage sei bereits am Tag vor Heilige Drei Könige groß gewesen.

Damit ist ganz Pforzheim Sternsinger.
Barbara Ulmer, Gemeindereferentin

Das Weihrauch ist eine Art Gag, erklärt die Gemeindereferentin. Man kann es aber in einem Gefäß über einer Kerze erhitzen und verdampfen lassen. Und weil es mit dem geplanten Gottesdienst an den acht Alten- und Pflegeheimen nichts wird, hat Ulmer einen Gottesdienst auf CD aufgenommen und in den Einrichtungen verteilt.

Sorgen um Spendenaktion

Sorgen macht sich die Gemeindereferentin, dass die Spendenaktion in diesem Jahr nicht so gut läuft wie sonst. Bei der Aktion in diesem Jahr stehend die schwierige wirtschaftliche Lage und das Leben der Kinder in der Ukraine im Mittelpunkt. Hinzu komme, dass Kinder und Jugendliche der Gemeinde in der diesjährigen Sternsingeraktion nicht eingebunden seien und ein Teil der Jugendarbeit damit wegfalle.

16 junge Menschen würden normalerweise für die Aktion rund um den 6. Januar gebraucht. Doch dieses Jahr sei eben alles anders. Viele der Kinder und Jugendlichen der Gemeinden seien momentan damit beschäftigt, ihren Alltag trotz Corona auf die Reihe zu kriegen, so Ulmer, und manche bereiten sich außerdem aufs Abitur vor.

500 Briefe in Remchingen verteilt

In den Gemeinden der katholischen Seelsorgeeinheit Kämpfelbachtal tragen Ehrenamtliche den Segen zwar in die Häuser, dennoch anders als gewohnt. 500 Briefe und Flyer haben Kerstin Rothweiler und Christiane Münzinger, die für die Aktion in Remchingen zuständig sind, gerichtet. „Es läuft alles ganz gut“, sagt Rothweiler im Gespräch mit dieser Redaktion.

Segensumschlag kann nachbestellt werden

Die „Segenspost“ wird von zwölf bis 15 Ehrenamtlichen ausgetragen. In den Kuverts befinden sich der Segens-Aufkleber als Schriftzeile für die Haustüren. Außerdem ein Segensspruch, den man beim Aufkleben selbst sprechen sollte, und die passenden Worte für die anschließende Segnung und Anweisungen von Pfarrer Thomas Ottmar Kuhn.

Wer einen Segensumschlag möchte, kann ihn im Internet unter www.ssekae.de bestellen. Gespannt ist Rothweiler, was in diesem Jahr an Spenden zusammenkommt. Sie hofft, dass die rund 40 Jugendlichen bei der Sternsinger-Aktion im nächsten Jahr wieder aktiv werden – und wie gewohnt in bunten Gewändern von Haus zu Haus ziehen.

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