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Vater und Tochter

Zwei Tote in Neuhausen-Steinegg: Polizei geht von erweitertem Selbstmord aus

In Neuhausen-Steinegg sind am Samstag ein 62-Jähriger und seine 13-jährige Tochter gestorben. Die Ermittler vermuten inzwischen auch offiziell, dass der Vater zuerst seine Tochter und anschließend sich selbst getötet hat.

Familiendrama. In der Enzkreisgemeinde Neuhausen-Steinegg hat am Samstag ein Familienvater laut Polizei seine Tochter und danach sich selbst getötet. Foto: Heinz Richter

Im Zusammenhang mit den beiden Toten im Neuhausener Ortsteil Steinegg vermuten die Ermittler, dass der Familienvater einen so genannten erweiterten Suizid begangen hat. Es sei davon auszugehen, dass der 62-Jährige „aufgrund starker persönlicher Belastungen“ zunächst seine Tochter und anschließend sich selbst tötete, teilen Polizei und Staatsanwaltschaft in Pforzheim in einer gemeinsam verfassten Presserklärung mit.

Gegen 18.30 Uhr hatten am Samstag Angehörige bei ihrer Rückkehr von Einkäufen den Mann und die minderjährige Tochter tot aufgefunden. Der 62-jährige galt bei vielen Menschen als fröhlich und gutmütig. Seine 13-jährige Tochter, die behindert war, habe er sehr geliebt, heißt es in Steinegg. Die Tat löste Entsetzen und große Betroffenheit in dem 1.000-Einwohner-Ort aus, in dem sich die meisten Menschen zumindest vom Sehen kennen. Das galt auch für die örtliche Feuerwehr. Wie die Angehörigen von Vater und Tochter, wurden die Steinegger Einsatzkräfte von Notfallseelsorgern betreut.

Nach dem Ergebnis der Ermittlungen schließen Polizei und Staatsanwaltschaft bei der Tat am vergangenen Samstag eine weitere Fremdeinwirkung aus.

Die nur wenige Kilometer entfernte Gemeinde Tiefenbronn-Mühlhausen stand vor anderthalb Jahren ebenfalls unter Schock. Damals hatte ein Familienvater seine Ehefrau und einen Sohn getötet. Ein weiterer Sohn des Ehepaars überlebte schwer verletzt.

Hilfe und Unterstützung

Die Badischen Neuesten Nachrichten berichten in der Regel nicht über Suizide, da die Berichterstattung über Selbsttötungen erwiesenermaßen zu Nachahmern führen kann. Ausnahmen werden nur gemacht, wenn ein Fall durch bestimmte Umstände besonders relevant ist. Sollten Sie selbst Probleme haben oder über Suizid nachdenken, gibt es Seelsorgestellen, die jederzeit eine anonyme Beratung anbieten. Die kostenlosen Rufnummern lauten (0800) 111 0 111 oder (0800) 111 0 222. Regional gibt es die Notfallseelsorge im Enzkreis und der Stadt Pforzheim als gemeinsamer Dienst der Kirchen. Diese arbeitet eng zusammen mit Kriseninterventionsdiensten von DRK Pforzheim Enzkreis und Malteser Kämpfelbach mit der Feuerwehr und anderen Einheiten.

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