Karlsruhes KC Ross-Miller (l.) trug mit zwei Ballgewinnen und elf Punkten zum Karlsruher Sieg bei | Foto: GES

2. Basketball-Bundesliga

PSK Lions holen sich fünften Saisonsieg und gewinnen gegen Schalke 04

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Positiver Jahresabschluss für die PSK Lions: Nach einer dominanten zweiten Hälfte gewinnen die Lions gegen Schalke 04 Basketball mit 78:74. Karlsruhe holt sich damit den fünften Saisonsieg und distanziert somit auch einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf in der zweiten Basketball-Bundesliga Pro A.

Die Schalker, wie auch die Lions mit bis dahin vier Siegen und elf Niederlagen, rutschen durch die Niederlage auf den 17. und letzten Rang der Pro A. Karlsruhe bleibt 14. Lions-Coach Ivan Rudez tauschte nach der 112:97-Niederlage nur auf einer Position sein Personal. Er brachte Marcus Stroman für Bryan Coleman. Erfolgreichster Werfer der Karlsruher war Jeremy Dunbar mit 17 Zählern (fünf Dreier). Stroman (15 Punkte) war besonders von der Freiwurflinie (90 Prozent) und bei den Ballgewinnen (acht) ein Garant für den Sieg. Maurice Pluskota (16) sorgte in der Zone für Aufsehen und schnappte sich neun Rebounds.

Pluskota hält Lions im Spiel

Kurios: Der Schalker, der den Lions zu Beginn der Partie das Leben kurzzeitig schwer machte, spielte im weiteren Verlauf der Partie keine Bedeutung mehr. Björn Rohwer erzielte schnell fünf Punkte – darunter ein verwandelter Dreier – und offenbarte erste defensive Unzulänglichkeiten bei den Karlsruhern. Pluskota wurde häufig ins Duell mit dem langen Schalker geschickt. Gut für den Lions-Big-Man: Rohwer hatte schnell zwei Fouls auf dem Konto. Schalkes Trainer Alexander Osipovitch nahm ihn runter. Pluskota nutze das und mauserte sich mit acht Punkten im ersten Abschnitt zur Lebensversicherung auf Seiten der Karlsruher.

Karlsruhe offensiv lange Zeit nicht gefährlich

Offensiv setzte Karlsruhes Big Man jedoch die einzigen Ausrufezeichen. Die Lions nahmen viele überhastete Abschlüsse. Bis auf Marcus Stroman und Jeremy Dunbar (Dreier) trug sich knappe zehn Minuten lang kein Karlsruher aufs Scoreboard ein. Da aber auch die Schalker teilweise fahrlässig mit ihren Chancen umgingen, lagen die Badener Sekunden vor Ende des ersten Viertels nur 13:18 zurück. Center Brandon Conley weckte dann nochmal die Europahalle auf und stopfte den Ball zum 15:18 in die Reuse. Fehlenden Einsatz konnte Coach Rudez seine Lions nicht vorwerfen. Dennoch waren die Karlsruher in der Abwehr immer wieder unaufmerksam.

Technische Fouls bringen Schalke an die Freiwurflinie

Besonders der Beginn des zweiten Viertels offenbarte Karlsruhes Konzentrationsprobleme. Mehrfach kamen die Schalker frei unterm Korb zum Abschluss und bauten die Führung auf zwischenzeitlich elf Punkte aus. Auch in der Folge gelang den Karlsruhern offensiv wenig. Besonders ärgerlich: Mehrere technische Fouls – unter anderem gegen Rudez. Diese brachten Schalke mehrfach an die Freiwurf-Linie.

Schwache Wurfquoten bei den Lions

Wieder musste eine spektakuläre Aktion herhalten, damit die Karlsruher Fans aufwachten. Orlando Parker stopfte den Ball krachend in den Korb – nur noch fünf Punkte Rückstand 24:29. Schalkes Antwort folgte prompt: Aufbauspieler Shavar Newkirk versenkte kurz hintereinander zwei Dreier und hatte so bereits vor der Halbzeit 14 Punkte auf dem Konto. Mit einem Zwölf-Punkte-Rückstand (28:40) für die Lions ging es in die Pause. Eklatant: Die Dreierquote der Lions lag bei extrem schwachen zehn Prozent, die Wurfquote mit 28 Prozent war insgesamt schlecht.

Mehrere schnelle Ballgewinne der Karlsruher

Grund genug für Rudez sein Team in der Halbzeit schnell wieder auf die Platte zu schicken, um den Wurf-Rhythmus zu finden. Und das schien Wirkung zu zeigen. Karlsruhe schnelle Guards Stroman und KC Ross-Miller klauten den Schalkern gleich fünf Mal binnen drei Minuten den Ball und kamen mehrfach im Gegenstoß zu einfachen Punkten. Dazu fand Pluskota unter dem Korb wieder sein Händchen.

Erste Führung für die Karlsruher im dritten Viertel

Nach sechs Minuten im dritten Viertel hatten die Karlsruher den Rückstand auf vier Punkte dezimiert – nur noch 44:46. Karlsruhe war dran – und ging tatsächlich in Führung. Wieder luchste Stroman Schalkes Newkirk den Ball ab, wurde dann beim Weg zum Korb unsportlich gefoult. Freiwürfe und Ballbesitz für Karlsruhe. Stroman traf beide Versuche zum Ausgleich, Coleman versetzte die Europahalle mit einem erfolgreichen Sprungwurf dann in den kollektiven Ausnahmezustand. 48:46 – die erste Führung seit dem ersten Viertel für die Lions war perfekt. Schalke blieb zwar dran. Karlsruhe brachte den Vorsprung dennoch mit 55:53 in die Pause.

Dunbar trifft zwei Dreier in Folge

Und wenn es mal läuft, dann klappt es auch wieder mit dem Dreipunkte-Wurf. Dunbar versenkte in den ersten Minuten des Schlussabschnitts zwei Distanzwürfe in Folge und stand schnell bei 17 Punkten. Der Dreierspezialist sollte übrigens der einzige Karlsruher bleiben, der „von draußen“ traf. Die Lions waren ab dann wie beflügelt und zogen zwischenzeitlich auf zehn Punkte davon. Absoluter Höhepunkt: Stroman schnappte sich seinen achten (!) Ballgewinn und drückte im Gegenstoß Schalkes Johannes Joos – knapp 20 Zentimenter größer – einen Dunk ins Gesicht. Das Dach der maroden Europahalle wackelte.

Lions geben Vorsprung nicht mehr her

Zwei Minuten vor Schluss hatten die Karlsruher noch sieben Zähler Vorsprung. Schalke, angeführt vom starken Newkirk (22 Punkte) drehte nochmal auf und kam tatsächlich auf zwei Punkte zum 71:69 ran. Kurzzeitig mussten die PSK-Fans nochmal bibbern. Ross-Miller weckte die Halle mit einem Drei-Punkte-Spiel wieder auf. 16 Sekunden vor Schluss führten die Lions noch immer mit 74:70. Orlando Parker wurde zwei Mal gefoult, zeigte an der Linie aber keine Nerven und brachte den Sieg letztlich nach Hause.

Bereits in der kommenden Woche geht es für die Karlsruher weiter in der Pro A. Am Samstag, 4. Januar, steht ab 19:30 Uhr das erste Spiel der Rückrunde gegen die Gladiators Trier auf dem Programm