Bernd Lintermann, »YOU:R:CODE«, 2017, Mehrkanalprojektion, Idee: Peter Weibel, Ausstellungsansicht ZKM.
Bernd Lintermann, »YOU:R:CODE«, 2017, Mehrkanalprojektion, Idee: Peter Weibel, Ausstellungsansicht ZKM. | Foto: Jonas Zilius, © ZKM | Zentrum für Kunst und Medien

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Warum Code?

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Genetischer Code, Noten in der Musik, Gebärdensprache, Morsecode, soziale Codes – es gibt schier unendlich viele Ausprägungen von „Code“. Codes prägen unseren Alltag, sie sind inzwischen die Schlüssel zum Verständnis unserer Welt. Selbstverständlich tippen wir einen Code ein oder lassen unseren Finger scannen, wenn wir unser Handy entsperren.

Am Eingang von „Open Codes. Leben in digitalen Welten“ begegnen sich die Besucher als Spiegelbild. Schritt für Schritt, Panel für Panel, transformieren sie sich in digitale Datenkörper – bis von ihnen nur noch ein kümmerlicher Rest an industriell lesbarem Code übrigbleibt. Die Installation „YOU:R:CODE“ , „Du bist Code“, lässt die Besucher nicht nur ihre eigene digitale Transformation durchlaufen, sie erkennen auch, welche Wirkmacht Codes inzwischen auf unser Leben in digitalen Welten haben.

Geschichte der Codes

Doch die Geschichte des maschinellen Rechnens beginnt nicht erst mit dem PC. Sie reicht zurück bis ins Mittelalter – und unter anderem zu Ramon Llull. Der katalanische Gelehrte hat schon im 13. Jahrhundert eine wissenschaftliche Methode entwickelt, die auf logisch-kalkulatorischen Operationen beruht. Das ZKM widmet ihm jetzt eine Ausstellung: „DIA-LOGOS. Ramon Llull und die Kunst des Kombinierens“ (17. März bis 5. August). Die sogenannte „ars combinatoria“ gilt als Vorläufer von Programmiersprachen, die heute geschrieben werden. Ramon Llull und seine Kombinatorik haben auch Gottfried Wilhelm Leibniz dazu angeregt, ein binäres System zu beschreiben, das auf den Zahlen 0 und 1 beruht. Alle Computer, mit denen wir heute arbeiten, verwenden dieses binäre Zahlensystem. Auch die einfachen und höheren Programmiersprachen wie C++, Java und Python basieren auf diesem Zahlensystem.

 

30 Jahre Zukunftslabor ZKM
2019 feiert das ZKM Karlsruhe sein 30-jähriges Bestehen. Das ZKM wurde 1989 gegründet, um die Zukunft der Künste und Medien unter einem Dach, in einem sogenannten „Zentrum“ zu verhandeln. Seit 30 Jahren prägt das ZKM inzwischen das Bild der Gegenwart und gestaltet Zukunft. 2019 feiert das ZKM nicht nur 30 Jahre ZKM, sondern das ZKM feiert Zukunft.

Blick in die Zukunft

Wenn wir einen Blick in die Zukunft wagen, stellen wir fest, dass die Computer, die wir heute nutzen, wahrscheinlich nicht leistungsfähig genug sind, die ungeheure Menge an zukünftigen Berechnungsaufgaben zu bewältigen. Obwohl sie sich doch erstaunlich schnell entwickelt haben. Vergleichen wir ihre Entwicklung mit der Entwicklung von Autos, machen wir zudem eine erstaunliche Feststellung: Wenn die Autos, die 1971 hergestellt wurden, sich im selben Tempo wie Computerchips verbessert hätten, dann könnten die neuen Auto-Modelle heute eine Höchstgeschwindigkeit von unglaublichen 680 Millionen km/h erreichen.

„Open Codes“ – Wissens- und Lernplattform

Wie werden wir in Zukunft leben und arbeiten? Werden „unqualifizierte“ Arbeitsplätze von intelligenten Maschinen übernommen? Wie wird sich unsere Arbeit verändern, wenn dieses Wirtschaftssystem Innovation als zentrale Ressource begreift? Was würde die Einführung von Kryptowährungen wie etwa „bitcoin“ für Wirtschaft und Politik bedeuten? Die Wissens- und Lernplattform „Open Codes. Leben in digitalen Welten“ regt uns dazu an, dass wir uns kritisch mit den digitalen Entwicklungen auseinanderzusetzen. Codes, Computer, Algorithmen und Automaten umgeben uns, der digitale Wandel hat uns längst eingeholt. Das ZKM hilft mit seinen Ausstellungen und Veranstaltungen dabei, Schritt zu halten und die „Skills“ zu erlernen, die wir für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts als digital-kompetente Bürger benötigen.

 

Open Codes. Leben in digitalen Welten
Bis 6.1.2019 verlängert!

Freier Eintritt und freie Getränke
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe
Lorenzstraße 19
76137 Karlsruhe
www.zkm.de