Open Codes bedeutet gemeinsames Lernen und Arbeiten | Foto: ZKM | Karlsruhe

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Warum teilen?

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Mit der „Open Codes“ teilt das ZKM seit Monaten Wissen und seine Räumlichkeiten. Jetzt soll dort passenderweise bald der shareBW-Kongress sein. Vom 4. August verabschiedet sich „Open Codes“ in die Sommerpause. Die Ausstellung ist ab 31. August wieder für alle geöffnet – allerdings in veränderter Form.

Donnerstags im ZKM

Im „Open Hub“ bauen TeilnehmerInnen eines Workshops eigene Google-Cardboard-Brillen und begeben sich auf virtuelle Laborrundgänge und wissenschaftliche Expeditionen. Zwei Mitglieder von Entropia e.V. besticken mit einer digitalen Stickmaschine ihre T-Shirts. Nebenan spricht ein Künstler, der in der Ausstellung ein Werk präsentiert, über künstliche neuronale Netze und Mustererkennung: Es gäbe Algorithmen, die eine Tomate noch mehr wie eine Tomate aussehen ließen, um die Merkmale bzw. „Muster“ zu verstärken, welche die Bilderkennung erleichtern. Durch die Arbeitsstationen schlängelt sich eine Gruppe, die an einer After Work-Führung teilnimmt. Die Ausstellungsplattform „Open Codes“ erinnert an eine Mischung aus Bibliothek, Co-Working Space, Café, Lounge, Maker Space, Hacker Space, Küche und Wohnzimmer.

„Wir wollen Wissen teilen“, sagt Peter Weibel, künstlerischer Vorstand des ZKM | Karlsruhe. „Der Wissensplattform ‚Open Codes. Leben in digitalen Welten’ liegt der Gedanke des ‚Teilens’ zugrunde. ‚Open Codes’ ist bewusst als Plattform angelegt, die von Jugendlichen oder Familien, von KünstlerInnen oder HackerInnen, von WissenschaftlerInnen oder LehrerInnen frei genutzt werden kann. Jede Altersklasse und jeder Kenntnisgrad ist willkommen!“

Freie Nutzung für alle

Damit wird „Open Codes“ zu einem Lern- und Erlebnisort, der dazu einlädt, teilzuhaben und gemeinschaftlich neues Wissen zu schaffen. Meet-ups, Science Slams, Vorträge und Workshops vermitteln Wissen – und je mehr Wissen, desto größer der Zweifel! Das ist schließlich auch die Aufgabe des ZKM: Kritisch darüber nachzudenken, was es bedeutet, wenn Wissen in der digitalen Welt zur zentralen Ressource wird. Was wäre eigentlich, wenn das Wissen über Algorithmen und Codes von einigen wenigen beherrscht würde? „Open Codes“ versteht sich als Gegenentwurf zur Monopolisierung von Expertenwissen. Wissen soll jedem zugänglich sein – und im besten Fall der Wissenserwerb sogar entlohnt werden, so eine These Weibels.

Gemeinsam neues Wissen schaffen | Foto: Demian Pleuler, Pixelmaniac Production

shareBW-Landeskongress im ZKM

Teilen, tauschen, mieten, schenken – das sogenannte „Sharing“ zeichnet sich in vielen Bereichen unseres Lebens als aktueller Trend ab. Dabei geht es weniger um das Besitzen, als um das gemeinsame Nutzen. Wie Digitalisierung und „Share Economy“ zusammenhängen, diskutiert am 4. Juli 2018 der shareBW-Landeskongress im ZKM.

Gemeinsames Lernen und Arbeiten in „Open Codes“ | Foto: Demian Pleuler, Pixelmaniac Production

In Keynotes, Panels und Best Practices werden verschiedene Facetten der sogenannten „Share Economy“ beleuchtet. Die „Share Economy“, die moderne Informations- und Kommunikationstechnologien nutzt, gewinnt immer mehr an wirtschaftlicher Bedeutung. Rankings der wertvollsten Start-ups weltweit (bewertet von Venture-Capital-Firmen) listen Sharing-Dienste wie „Uber“ oder „Airbnb“ im Spitzenfeld. Doch inzwischen werden auch Gegenstimmen zu einer Kommerzialisierung der Idee des „Sharens“ laut. Das Abschlusspodium des Landeskongresses wird die Gretchenfrage stellen: „In Share We Trust?“

Eine Kultur des Tauschens und Teilens bringt nicht zwangsläufig auch sozialere Verhaltensweisen hervor. Wenn Teilen allerdings dazu führt, dass sich Menschen begegnen und Zugang zu Ressourcen erhalten, den sie vorher nicht hatten, dann könnte das Modell des Sharens ein Zukunftsmodell werden.

„Open Codes“ ist so ein Beispiel für „gutes Teilen“: Hier teilen die BesucherInnen weit mehr als den gemeinsamen Ausstellungsbesuch, nämlich auch neue Begegnungen, angeregte Debatten und vielleicht auch den ein oder anderen Kaffee.

reOPENing CODES

Maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz: reOPENing CODES | Foto: Demian Pleuler, Pixelmaniac Production

Nach der KAMUNA am 4. August verabschiedet sich „Open Codes“ in die Sommerpause. Die Ausstellung ist ab 31. August wieder für alle geöffnet – allerdings in veränderter Form: Die Ausstellung wird um neue Werke ergänzt, die sich verstärkt mit künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen beschäftigen.

 

 

30 jahre zukunftslabor zkm 2019
2019 feiert das ZKM Karlsruhe sein 30-jähriges Bestehen. Das ZKM wurde 1989 gegründet, um Zukunft der Künste und Medien unter einem Dach, in einem sogenannten „Zentrum“ zu verhandeln. Seit 30 Jahren prägt das ZKM inzwischen das Bild der Gegenwart und gestaltet Zukunft. 2019 feiert das ZKM nicht nur 30 Jahre ZKM, sondern das ZKM feiert Zukunft.

 

Open Codes. Leben in digitalen Welten
Bis 6.1.2019 verlängert!

Freier Eintritt und freie Getränke
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe
Lorenzstraße 19
76137 Karlsruhe
www.zkm.de