Neutro- Study of Internal Shapes and Outward Manifestations Aldo Tambellini, 1965-1968, Handgemaltes Glasdia. | Foto: Aldo Tambellini Archive

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There are many Shades of Black…

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Kohlrabenschwarz, Pechschwarz, Ruß, Tusche, Anthrazit – es gibt etliche Schattierungen der Farbe Schwarz. Dabei ist Schwarz im eigentlichen Sinne gar keine Farbe, sondern bedeutet: die Abwesenheit von Farbe. Der italo-amerikanische Künstler Aldo Tambellini arbeitet ausschließlich mit dieser Farbnuance: Für seine Kunst spielt Schwarz die zentrale Rolle, „Black Matters“. Hat er in den frühen 1950er-Jahren noch mit Farbe experimentiert, fasst er in den 1960er-Jahren den Schluss, seine Werke ausschließlich unter dem Einsatz von Schwarz zu schaffen. Das ZKM zeigt ab 11. März bis zum 6. August „Black Matters“, die erste umfassende Einzelausstellung von Aldo Tambellini.

Gegenbewegung zu Hollywood

Tambellini, (geboren 1930 in Syracuse, New York) zählt zu den Pionieren der experimentellen Avantgarden der 1960er- und 1970er-Jahre. Mit Otto Piene (das ZKM hat Otto Piene 2013 mit der Überblicksschau „Energiefelder“ vorgestellt) gründete Tambellini 1967 das „Black Gate Theatre“, das erste „Electro-Media“-Theater im East Village in New York, in dem Experimentalfilme – als Gegenbewegung zu Hollywood – gezeigt wurden. Schwarz hat für ihn eine faszinierende Wirkung: Tambellini begreift Schwarz als eine künstlerische, philosophische und sozialpolitische Verpflichtung – er ist beeinflusst vom Kampf für Rassengleichheit, dem Vietnamkrieg und von der Weltraumforschung. Das ZKM entführt in diesen nachtschwarzen Kosmos von Tambellini: Die Ausstellungswände werden ausschließlich schwarz gestrichen, seine Malereien sind schwarz gerahmt und seine 16mm-Filme sind von schwarzen Sitzsäcken aus auf vier mal drei Meter großen Screens zu sehen.

Neue raumfüllende Multimedia-Installation

Im ZKM ist erstmals – nach 60 Jahren – eine Multimedia-Installation zu sehen, die in nie dagewesenem Umfang die ungeheure Schaffenskraft und die multimediale Praxis des Künstlers erfahrbar macht. Tambellinis Werk wurde erst in den letzten Jahren – nach einer längeren Phase der Abwesenheit – wiederentdeckt: Es wurde seitdem in Ausschnitten im Centre Pompidou präsentiert, in der Tate Gallery of Modern Art in London und im Museum of Modern Art in New York. Das ZKM hat 120 Videos aus der privaten Sammlung des Künstlers restauriert und digitalisiert – sie sind jetzt erstmals als Teil der Großinstallation „Black Matters“ zu sehen.