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Restart misslungen

Badener verlieren Landesderby: Rhein-Neckar Löwen nehmen den Kampf zu spät an

Den Rhein-Neckar Löwen ist ihr Restart in der Handball-Bundesliga misslungen. In ihrem ersten Punktspiel 2021 unterlagen die Badener bei Frisch Auf Göppingen mit 32:34 und büßten weiter Boden ein.

Allein gelassen: Löwen-Torhüter Andreas Palicka wirft sich dem Göppinger Marcel Schiller vergeblich entgegen. Der Nationalspieler trifft mit seinem zehnten Tor zum 34:32-Endstand. Foto: Alexander Keppler via www.imago-images.de imago images/Pressefoto Baumann

Mit hängenden Köpfen bildeten die Rhein-Neckar Löwen einen Kreis, um sich gegenseitig Halt zu geben. Hätten die badischen Handballer zuvor beim schwäbischen Rivalen Frisch Auf Göppingen die Reihen ebenso eng geschlossen wie nach der Schlusssirene, hätten sie mutmaßlich das Landesduell für sich entschieden.

Stattdessen aber kassierten sie in ihrem ersten Bundesligaspiel des Jahres 2021 eine verdiente 32:34(17:19)-Pleite, die schmerzte. Durch die bereits vierte Saison-Niederlage sind die Löwen im Kampf um einen der beiden Spitzenplätze schwer zurückgeworfen worden. Der THW Kiel und die SG Flensburg-Handewitt sind eigentlich schon uneinholbar enteilt.

Trainer Martin Schwalb versuchte am Sky-Mikrofon, einigermaßen gute Miene zum zuvor vor allem in der ersten Halbzeit ganz bösen Spiel seiner Mannschaft zu machen. „Es war ja nicht alles schlecht, was wir angeboten haben. Es ist keine Schande, in Göppingen zu verlieren“, bewertete der Coach die 60 Minuten in der Hohenstaufenhalle.

Löwen lassen Leidenschaft und Aggressivität vermissen

Es war aber eben zu wenig gut, was von den Gästen kam und einer Schande ziemlich nahe geriet, wie sich der bisherige Tabellenzweite in den ersten 20 Minuten präsentiert hatte. Beim Spielstand von 9:12 hatte sich Schwalb genötigt gesehen, seinem Unmut Luft zu verschaffen und die erste Auszeit genommen. „Wir müssen so kämpfen wie die. Es ist schon peinlich, dass ich das sagen muss“, polterte der Trainer und forderte die ohne Emotionen und Einsatzbereitschaft spielenden Profis auf: „Haltet die Abstände kleiner, bewegt euch!“

Pomadig, schlafmützig und ohne das nötige Rückzugsverhalten waren die Löwen immer wieder in Tempogegenstöße der in der Abwehr konsequent zupackenden und kampfeslustigen Gastgeber gelaufen. Nach einer Viertelstunde standen schon zehn Gegentore zu Buche, obwohl Torhüter Andreas Palicka bei seinem Comeback nach verletzungsbedingter Pause seine Klasse unter Beweis stellte.

Doch ohne Hilfe von den Vorderleuten war auch der zum besten Torhüter der Weltmeisterschaft gewählte Schwede auf verlorenem Posten. Als es in die Halbzeitpause ging, standen trotz fünf Palicka-Paraden bereits 19 Gegentreffer zu Buche.

Andy Schmid unterlaufen viele Fehler

Nach einer von viel Hektik geprägten Anfangsphase in Halbzeit zwei glückte den Löwen, die endlich den Kampf angenommen hatten, in der 42. Minute durch den Treffer von Albin Lagergren der 21:21-Ausgleich. Das Momentum schien bei den Löwen, doch dann leisteten sich wieder zu viele Fehler im Angriff. „Wir waren dann kämpferisch da, aber der eine oder andere hatte dann nicht das Selbstvertrauen, um die richtigen Entscheidungen zu fällen. Da sind mir ein paar Spieler abhanden gekommen, die nicht ihre sonstige Leistung gebracht haben“, konstatierte Schwalb. Angesprochen fühlen durfte sich Spielmacher Andy Schmid, dem vieles missriet.

Die zwischenzeitlich angezählten Schwaben nutzten ihre Chancen konsequent. Beim 27:24 nach 48 Minuten lagen sie wieder mit drei Toren vorn. Erneut kämpften sich die Gäste heran, ließen dann aber wieder zu viele Möglichkeiten ungenutzt. „In den letzten Minuten hatten wir ganz klar die Chancen, einen Punkt noch zu holen, haben dann aber die Big Points nicht gemacht“, bedauerte Schwalb und meinte: „Am Dienstag und Donnerstag versuchen wir, es besser zu machen.“ Dann sind die Löwen bei zwei Heimspielen in der European League gefordert.

Frisch Auf Göppingen: Schiller (10/7), Bagersted (5), Heymann (5), Kozina (5), Zelenovic (4), Kneule (2), Bozic-Pavletic (1), Goller (1), Ellebaek (1).

Rhein-Neckar Löwen: Gensheimer (10/5), Kirkelökke (4), Kohlbacher (4), Lagergren (4), Schmid (4), Groetzki (2), Patrail (1), Gislason (1), Ahouansou (1), Nilsson (1).

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