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Spielbetrieb in Baden-Württemberg ausgesetzt

Der Ball rollt im Jahr 2020 wegen Corona im Amateurfußball nicht mehr

Auf den baden-württembergischen Fußballplätzen rollt in diesem Jahr unterhalb der Regionalliga coronabedingt kein Ball mehr. Die Landesverbände beschlossen, den Spielbetrieb weiter auszusetzen.

Fußball-Deutschland im Herbst: Wie überall in der Bundesrepublik liegt auch der Sportplatz des Verbandsligisten Spvgg Durlach-Aue seit Ende Oktober wieder im Dornröschenschlaf. Foto: Helge Prang GES/Helge Prang

Erwartungsgemäß wird es in diesem Jahr keinen Spielbetrieb mehr im baden-württembergischen Amateurfußball geben. Parallel zur Pressekonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwochabend beschlossen der Badische Fußball-Verband (bfv), der Württembergische Fußball-Verband (wfv) und der Südbadische Fußball-Verband (SBFV) bei einem Online-Meeting, dass aufgrund des von der Politik verlängerten Teil-Lockdowns auch im Dezember sämtliche Punktspiele abgesetzt werden.

Die Bundesländer-übergreifende Regionalliga Südwest sei von dieser Regelung ausgenommen, teilten die Verbände am Donnerstag in einer gemeinsamen Presseerklärung mit.

Einschließlich Oberliga abwärts ruht der Ball weiterhin

Der Beschluss gelte einschließlich der Oberligen abwärts für alle Verbandsspiele. Während Südbaden schon vor zwei Wochen verfügt hatte, dass die Winterpause vorgezogen wird, hatten Nordbaden und Württemberg erst die neuerlichen Corona-Maßnahmen durch Bund und Länder abwarten wollen.

Bei den stundenlangen Gesprächen am Mittwoch zwischen Kanzleramt und Ministerpräsidenten spielte der Amateursport entgegen den Hoffnungen der Verbände, die Lockerungen herbeigesehnt hatten, aber keine Rolle. „Auf dieses Wunder hätten wir gerne gehofft“, sagte bfv-Pressesprecherin Annette Kaul den BNN. In Baden-Württemberg ruht der Spielbetrieb im Fußball seit dem letzten Oktober-Wochenende.

„Der Fußballer heult, der Bürger versteht es“, kommentierte bfv-Präsident Ronny Zimmermann die Vorgaben der Politik und begründete das Zuwarten von bfv und wfv so: „Wir hatten noch ein Fünkchen Hoffnung. Das Schlimme ist, dass die Ungewissheit weiter geht und es keine Planungssicherheit gibt. Das ist für alle unbefriedigend.“

Punktrunde mit Hin- und Rückspielen bleibt Ziel

Dass der bfv und der wfv im Gegensatz zum SBFV bis Mittwoch auf Zeit spielten in Sachen Verlängerung der Spielpause, begründeten die beiden Verbände damit, sich möglichst lange alle Optionen auf Wiederbeginn offen zu halten.

„Mit Blick auf die beachtlichen Staffelgrößen in einigen Ligen war es erforderlich, keine vorschnellen Entscheidungen zu treffen und sich die Möglichkeit offen zu halten, im Idealfall in diesem Jahr noch einige Spiele auszutragen. Denn unverändert hat oberste Priorität, den Vorgaben der Spielordnung Rechnung zu tragen. Das heißt, soweit rechtlich möglich und zumutbar vollständige Meisterschaftsrunden mit Hin- und Rückspielen zu absolvieren“, heißt es in dem bfv-Schreiben.

Prekär wird die Situation nun vor allem in der Oberliga mit ihren 21 Mannschaften und 42 terminierten Spieltagen. Für große Staffeln kämen nun auch schon Spiele vor dem im Rahmenterminkalender angedachten Zeitpunkt des Winterpausenendes in Betracht - also im Januar oder Anfang Februar, sofern Lockerungen dies ermöglichten. Eine vierzehntägige Vorbereitungszeit werde „grundsätzlich vorgeschaltet sein.“

Mehrere Modi für Restrunde möglich

Die spannende Frage ist, welche Szenarien es für die Restrunde gibt. „Soweit Meisterschaftsrunden nicht vollständig zu Ende geführt werden können, sieht die bfv-Spielordnung dazu bereits Regelungen vor. Sowohl die Quotienten-Regelung zur Ermittlung von Auf- und Absteigern als auch die Möglichkeit zur Annullierung von Meisterschaftsrunden sind in der Spielordnung angelegt.

Ausdrücklich kann auf die aktuelle Situation aber auch durch die Entwicklung anderer Spielmodi reagiert werden. Denkbar sind so zum Beispiel auch Auf- und Abstiegsrunden nach einer abgeschlossenen Vorrunde“, teilt der bfv mit. Die Vereine würden in die Entscheidungsfindung wieder einbezogen. Vor Januar machten solche Gespräche aber kaum Sinn.

Verbände wollen Vereine in Entscheidungsfindung einbeziehen

„Im Frühjahr haben wir gute Erfahrungen damit gemacht, besonnen einen Schritt nach dem anderen zu gehen und dabei sowohl die Vorgaben als auch die Sichtweise der Vereine im Blick zu behalten. So werden wir es auch dieses Mal handhaben. Die Hoffnung ist groß, dass sich die Lage im neuen Jahr entspannt und wir die Runde so gut es geht weiter- und zu Ende führen können“, erklärte Rüdiger Heiß, der bfv-Vizepräsident Spielbetrieb.

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