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Olympia in Japan

Ende des Olympia-Abenteuers: Karlsruher Kanute Fazloula ist nach Aus im Viertelfinale zufrieden

Nach Wettkampf-Tag eins war das Olympia-Abenteuer von Saeid Fazloula bereits zu Ende. Dennoch war der Kanute der Rheinbrüder Karlsruhe mit seinem Auftritt nicht unzufrieden, vor allem angesichts der besonderen Vorbereitung.

Schnell, aber nicht schnell genug: Saeid Fazloula von den Rheinbrüdern Karlsruhe schlug sich im Kajak-Einer über 1.000 Meter achtbar, verpasste allerdings die Halbfinal-Läufe. Foto: Daniel Lea/imago images

Der Höhepunkt seines epischen Olympia-Abenteuers hatte dann doch nur Spielfilm-Länge. Um kurz vor 11 Uhr Ortszeit stand Saeid Fazloula für seinen Vorlauf im Kajak-Einer über 1.000 Meter am Start, gut zwei Stunden später war nach dem Viertelfinale der olympische Wettkampf für den Kanuten der Rheinbrüder Karlsruhe schon wieder zu Ende.

Die Halbfinal-Läufe am frühen Dienstagmorgen deutscher Zeit finden ohne Fazloula statt.

Zweimal Rang vier waren für den gebürtigen Iraner, der in Tokio für das IOC-Flüchtlingsteam angetreten war, zu wenig, um mit den Besten der Welt um einen Platz im A-Finale zu kämpfen. „Die Rennen waren halt einfach stark, wir sind schließlich bei Olympia“, sagte Fazloula den BNN.

Mit seiner Leistung war der 28-Jährige dennoch zufrieden. „Ich bin stark gefahren. Ich glaube, ich konnte mich sehr gut präsentieren“, meinte er. Seinen Vorlauf, den der Deutsche Jacob Schopf in 3:39,504 Minuten gewann, beendete Fazloula in 3:52,631 Minuten als Vierter.

Fazloula fehlen gut sechs Sekunden

Der direkte Sprung ins Halbfinale, für das sich die beiden jeweils Schnellsten qualifizierten, blieb ihm somit verwehrt. Im Viertelfinale erreichte Fazloula dann die nahezu identische Zeit (3:52,614 Minuten), was erneut Platz vier bedeutete. Letztlich fehlten gut sechs Sekunden, um weiter im Rennen zu bleiben.

Ein kleiner Trost für Fazloula: Sein ehemaliger Teamkollege Ali Aghamirzaeijenaghrad aus dem Iran war in seinem Viertelfinal-Lauf noch gut zwei Zehntel langsamer unterwegs. Auch der 28-Jährige verpasste dadurch das Halbfinale.

Chaotische Vorbereitung machte Fazloula zu schaffen

Möglicherweise haben die besonderen Umstände im Vorfeld der Spiele ein besseres Abschneiden Fazloulas verhindert. „Von den 20 Tagen der Olympia-Vorbereitung musste ich zwölf Tage eine Zwangspause einlegen“, betonte dieser.

Mitte Juli sollte Fazloula mit seinen Kollegen aus dem IOC-Flüchtlingsteams eigentlich nur zu einem kurzen Zwischenstopp in Doha zusammenkommen. Nach einem Corona-Fall in der Mannschaft verlängerte sich der Aufenthalt, zu dem Fazloula kein Boot mitgenommen hatte, jedoch um mehrere Tage.

Bei Olympia 2024 im deutschen Boot?

Auch in Tokio waren die Trainingsbedingungen für Fazloula, der 2015 aus dem Iran nach Deutschland geflüchtet war, alles andere als optimal. Auf der anderen Seite erlebte der Kanute auch positive Momente, etwa bei der Eröffnungsfeier, bei der er mit seinen Kollegen als zweite Delegation ins Olympiastadion eingelaufen war.

„Nun freue ich mich auf die deutschen Meisterschaften“, blickte Fazloula bereits auf die nationalen Titelkämpfe voraus, die vom 8. bis zum 15. August in Hamburg ausgetragen werden. Und möglicherweise war es ja nicht das letzte Mal, dass der Athlet der Rheinbrüder im Zeichen der Ringe ins Boot steigt. Im Vorfeld der Tokio-Spiele hatte Fazloula Olympia 2024 in Paris als Fernziel ausgegeben.

Dann könnte der junge Mann voraussichtlich sogar für das deutsche Team starten. Fazloula strebt nach wie vor die deutsche Staatsbürgerschaft an.

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