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Kanutinnen paddeln in Tokio

Historisches Doppel: Rheinbrüder Karlsruhe auf jeden Fall mit Duo bei Olympia in Tokio dabei

Ein Trio für Tokio? Das könnte bei den Kanuten der Rheinbrüder Karlsruhe schon bald Realität sein. Sarah Brüßler und Sophie Koch haben ihr Ticket für Olympia schon in der Tasche. Ein Teamkollege von ihnen könnte folgen.

Bereit für Tokio: Sophie Koch und Sarah Brüßler (rechts) können ihre Olympia-Teilnahme schon bejubeln, Rheinbrüder-Teamkollege Saeid Fazloula drückt sich mit großem Optimismus auch selbst die Daumen, dass er das Duo zum Trio macht. Foto: Helge Prang/GES

Sophie Koch hatte das Olympia-Ticket nach dem Weltcup in Szeged vor einer Woche endgültig sicher in der Tasche, Sarah Brüßler musste noch ein ganz klein wenig bangen. Als die Kajakfahrerin der Rheinbrüder Karlsruhe an diesem Samstag auf der virtuellen Gala zur Sportlerin des Jahres 2020 in Karlsruhe ausgezeichnet wurde, wusste Brüßler aber: Auch sie wird bei den Olympischen Spielen in Tokio dabei sein.

Der Trainerrat des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) hat zwischenzeitlich final über die Besetzung des deutschen Tokio-Teams entschieden und damit die letzten Zweifel ausgeräumt, bestätigte Rheinbrüder-Cheftrainer Detlef Hofmann auf Nachfrage.

Weil sich zudem Saeid Fazloula große Hoffnungen auf einen Platz im IOC-Flüchtlingsteam machen darf, könnten die Rheinbrüder erstmals überhaupt in ihrer Kanu-Historie mit drei Athletinnen und Athleten bei Olympia vertreten sein. „Das wäre für uns sportlich wie ein Sechser im Lotto“, hatte Hofmann dazu jüngst gesagt. Auch zwei Rheinbrüder bei Olympia gab es noch nie.

Koch und Brüßler die Nummer vier und fünf der Rheinbrüder-Historie

Koch und Brüßler sind die Olympia-Starter Nummer vier und fünf der Rheinbrüder. Letzte Ringe-Teilnehmerin des Karlsruher Clubs war 2012 Kajakfahrerin Silke Hörmann, die im Einer über 200 Meter 15. wurde. Björn Goldschmidt gewann 2008 Bronze im 1.000-Meter-Vierer, vier Jahre zuvor war der „Rheinbruder“ im Einer auf den achten Platz gefahren. Der heutige Chefcoach Hofmann hatte 1996 mit dem deutschen Vierer Gold gewonnen.

Brüßler hatte in Szeged dem DKV im Zweier mit Melanie Gebhardt (Leipzig) noch zwei weitere Quotenplätze für das Ringe-Spektakel (23. Juli bis zum 8. August) gesichert. Damit hatte die 27-Jährige das Ticket so gut wie sicher in der Tasche, die formelle Bestätigung aber stand eben noch aus.

Ich bin auf jeden Fall unglaublich stolz.
Sarah Brüßler, Rheinbrüder-Kanutin

„Dass ich tatsächlich bei Olympia dabei bin, sickert gerade erst so langsam in mein Bewusstsein“, sagte Brüßler nun: „Ich bin auf jeden Fall unglaublich stolz. Und auch sehr dankbar, weil es ganz viele Menschen gibt, die mich auf meinem Weg unterstützt haben.“ Die aus Kassel stammende Brüßler fährt bereits seit 2014 für die Rheinbrüder und ist amtierende Weltmeisterin im Kajakzweier über 1.000 Meter. In welchem Boot Brüßler in Tokio an den Start gehen wird, ist noch nicht klar.

Canadier-Duo setzte in Szeged ein Ausrufezeichen

Anders als Brüßler hatte Teamkollegin Koch ihre Olympia-Teilnahme schon nach der nationalen Qualifikation des DKV praktisch in der Tasche. Als beste Rechtsfahrerin und insgesamt drittbeste Canadier-Fahrerin hatte die 23-Jährige die DKV-Qualifikation beendet. Zusammen mit Lisa Jahn, ihrer Berliner Trainingspartnerin, erfüllte Koch beim Weltcup in Szeged im olympischen Zweier über die 500 Meter schließlich auch die internationalen Nominierungs-Kriterien des deutschen Verbandes.

Mit Bronze setzte das Duo zudem ein Ausrufezeichen. Koch, die seit 2016 für die Rheinbrüder paddelt, trainiert seit 2019 in Berlin, startet aber weiterhin für die Karlsruher Rheinbrüder. In Japan gehen erstmals auch die Frauen im Canadier-Bereich aufs Wasser.

Im Lauf des Juni entscheidet sich, ob Fazloula der dritte Rheinbruder im Tokio-Bunde wird. Der 2015 aus dem Iran geflohene Kajakfahrer zählt zum offiziellen Kandidatenkreis für das Flüchtlingsteam. Der frühere iranische Nationalfahrer konnte zuletzt auch unter der Flagge des Weltverbandes in Szeged Wettkampfpraxis sammeln.

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