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Tor-Klau beklagt

KSC-Schütze Choi zum 1:0 gegen Braunschweig: „Das ist mein Tor“

KSC-Offensivspieler Kyoung-Rok Choi fühlt sich als Doppeltorschütze beim 3:1-Sieg in Braunschweig. Seinen Treffer zum 1:0 hat er einige Male angeschaut und kommt zum Ergebnis: niemals Eigentor.

Beklagt Tor-Klau: Der südkoreanische Fleißarbeiter Kyoung-Rok Choi versteht nicht, warum sein erster Treffer für den KSC in Braunschweig als Eigentor gewertet wurde. Foto: Marvin Ibo Güngör/GES

Kyoung-Rok Choi bekam die Bewegt-Bilder bald nach dem Spiel von seinem Vater aufs Handy geschickt. Er wisse gar nicht, wie oft er sich das Zustandekommen des 1:0 schon auf der Rückfahrt aus Braunschweig im Bus danach angeschaut habe, „zehn, 20 oder 30-mal“, erzählte der Südkoreaner am Sonntagmorgen.

Er blieb dabei: „Das ist mein Tor.“

Einige Mitspieler, seine Familie und sein Berater verstünden ihrerseits nicht, weshalb der Treffer nach seinem Vollspannschuss mit links offiziell als Eigentor des Braunschweigers Robin Ziegele gewertet wird. Der in der Schussbahn aufgetauchte Verteidiger hatte in jener 14. Spielminute versucht, den Ball mit dem Kopf zu klären, wodurch er abgefälscht und unhaltbar für seinen Keeper Felix Dornebusch wurde.

Choi jubelte nach dem 1:0 in Braunschweig als wäre es sein Tor

Choi war nach dem Treffer in Richtung seines Freundes Dirk Carlson gerannt, wo die beiden ihr Alltags-Ritual der Handshake-Begrüßung aufführten. „Das war so ausgemacht, falls ich treffe“, erklärte Choi.

Torjubel nach dem 1:0: Der erst während des zweiten Abschnitts eingewechselte Dirk Carlson feiert mit Kyong-Rok Choi, dessen Schuss zur Führung abgefälscht war. Foto: Marvin Ibo Güngör/GES

Für ihn war der Samstag an der Hamburger Straße bis zu seiner Auswechslung in der 68. Minute ein sehr gelungener. Schließlich gab es nicht nur dieses von ihm erzwungene Tor zum 1:0. Es gab noch den ihm zweifelsfrei zuzuschreibenden, technisch anspruchsvollen Treffer zum 3:1, der seiner Mannschaft mit der 63. Spielminute mehr Ruhe bescherte.

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„Ich wollte erst mit dem rechten Fuß schießen. Aber der Ball kam ein bisschen zu hoch. Ich weiß selbst nicht, wie ich das Tor gemacht habe. Ich habe die freie linke Ecke gesehen und mit links geschossen“, versuchte Choi seine Kopfwirren des Moments zu entschlüsseln.

„Wir zeichnen uns im Moment auch ein Stück weit dadurch aus, dass wir die Tore einfach zum richtigen Zeitpunkt machen. Für Kyoung mit seinem Doppelpack freut es mich besonders“, sagte Philipp Hofmann, der mit seinem Querpass die Vorarbeit zum 3:1 erledigt hatte.

Choi hat beim KSC zwei schwere Jahre und einen Kreuzbandriss hinter sich

Dem sensiblen Stehaufmännchen Choi gönnen sie die Tore und die Aufmerksamkeit beim KSC. Zwei schwere Jahre liegen hinter dem Ex-Paulianer. Der Trainer Alois Schwartz schenkte ihm beim KSC nie das Vertrauen wie es Eichner tut.

Und immer, wenn der 25 Jahre alte Fußballer aus Seoul auf dem Sprung war, brachte ihn eine Verletzung aus der Spur. Am schwersten wog der Kreuzbandriss, den er sich im Dezember 2019 im Training bei einem harmlos erscheinenden Trainingszweikampf mit Marvin Pourié im linken Knie zuzog.

Wenn die harte Zeit danach und der lange Weg zurück ins Team überhaupt irgendetwas Gutes für den fleißigen Flügelarbeiter hatte, so war es das Ergebnis seines Trips in die Heimat im März dieses Jahres.

Dort unterzog sich der Fußballer einer ärztlichen Untersuchung, nach der feststand: Wegen des Kreuzbandrisses muss er nicht zum 20-monatigen Wehrdienst antreten, zu dem jeder Südkoreaner vor Vollendung seines 26. Lebensjahres verpflichtet ist.

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