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Nach 1:2

Dem KSC bleibt keine Zeit zum Hadern

Der Karlsruher SC rutschte gegen Fortuna Düsseldorf aus. Mit 1:2 verlor der badische Zweitligist sein Heimspiel gegen den Bundesliga-Absteiger, der am Ende aber froh sein musste, dass ihn sein Stammtorwart nicht noch um den verdienten Lohn brachte.

Szene zum Elfmeter nach Videobeweis: Düsseldorfs Torwart Florian Kastenmeier trifft KSC-Innenverteidiger Daniel Gordon am Kopf. Foto: Helge Prang/GES

Gegen Ende war es noch richtig wild geworden. Mit viel Hoffnung der Absender segelten reihenweise Flanken in den Strafraum des Bundesliga-Absteigers Fortuna Düsseldorf. Doch die vom Karlsruher SC in der Schlussviertelstunde angesetzte Brechstange griff ins Leere. Trotz Überzahl gelang es der Heimelf nicht mehr, auszugleichen. Düsseldorfs Kevin Danso und André Hoffmann erwiesen sich als unüberwindbare Türme in der Abwehrschlacht, aus der der KSC letztlich mit 1:2 (0:1) als verdienter Verlierer hervorging.

Christian Eichner erwähnte es bei der Pressekonferenz später in einem Halbsatz, dass der KSC in dieser Zweiten Liga in erster Linie um den Klassenverbleib spiele. Seine Mannschaft hatte nicht an ihre gefälligen Leistungen der vergangenen Wochen anknüpfen können und den fünften Sieg in Folge verpasst. Das bedeutete, dass der KSC zu Beginn der Englischen Woche mit Folgepartien am Donnerstag in Aue und am Montag gegen den HSV auf den neunten Tabellenplatz zurückfiel.

Derweil kündigt sich an, dass Sportgeschäftsführer Oliver Kreuzer noch vor Weihnachten einen neuen Vertrag unterschreiben könnte. Beide Seiten bestätigten am Rande des vorletzten Heimspiels des Jahres „gute Gespräche“ und die Absicht, die Zusammenarbeit bis 2023 fortzusetzen.

Halbzeitstarts waren laut Eichner der Knackpunkt

Dass der KSC gegen die Fortuna noch Aussichten gehabt hatte, mit zusätzlicher körperlicher Wucht von Babacar Gueye und dem später ebenfalls ins Getümmel geschickten Ex-Düsseldorfers Robin Bormuth etwas Zählbares zu ergattern, hatte er seinem Torwart Marius Gersbeck zu verdanken. Am besten Mann auf dem Platz hatte es gelegen, dass es nicht vor Philipp Hofmanns verwandelten Foulelfmeter (72.) nicht schon 0:3 oder 0:4 gestanden hatte.

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Der Knackpunkt der Partie lag aus Eichners Sicht „im Start beider Halbzeiten. Wir müssen nach zwei, drei Minuten mit der Chance von Marvin Wanitzek mit 1:0 in Führung gehen. Ähnlich müssen wir direkt nach der Pause den Ausgleichstreffer machen, nicht durch Marvins Schuss, sondern viel, viel mehr durch den Nachschuss“.

Dass die Partie überhaupt angepfiffen werden würde, stand erst am Sonntagmorgen fest. Wegen eines undichten Abschnitts im Haupttribünendach, hatte es zwischenzeitlich Zweifel daran gegeben. Erst nach kurzfristigen Reparaturmaßnahmen waren letzte Fragezeichen beseitigt, dass es am Mittag den erwarteten Wintersport geben würde. Für den gesperrten Kapitän Jérome Gondorf spielte dann Alexander Groiß im KSC-Mittelfeld und anstelle des angeschlagenen Kyoung-Rok Choi begann Benjamin Kother.

Dem KSC sollten damit zwei seiner Schwungräder fehlen. Gegen Wanitzek (5.) rettete Kastenmeier mit einer Fußabwehr. Sorgenvoll blickte Eichner eine Minute später drein: Danso hatte Wanitzek rüde attackiert, worauf der Vize-Kapitän längere Zeit behandelt wurde. Schon in der zwölften Minute schlug die Fortuna nach Edgar Pribs Eckballflanke von links zu: Lukas Fröde rutschte weg, wodurch sich für Luka Krajnc die Lücke öffnete, in die er startete und per Kopf die Führung erzielte.

Düsseldorfer behielten im Mittelfeld die Kontrolle

Überhaupt sollte auffallen, dass die KSC-Profis sehr oft nicht standsicher waren. Eicher dazu: „Es gibt ganz moderne Schuhe heutzutage. Ich weiß nicht, ob es an den Schuhen lag. Man muss aber auch mal ganz deutlich sagen, dass das der schlechteste Platz der Zweiten Liga ist. Da kommt eines zum anderen. Ich hätte auch gerne einen Teppich, aber den habe ich heute Abend wieder bei mir im Wohnzimmer.“

Die Düsseldorfer behielten im Mittelfeld mit Alfredo Morales und Prib die Kontrolle. Gute Vorträge gelangen den Gästen über die linke Seite, auf der Thiede und Kother gegen Kristoffer Peterson viele Schwierigkeiten hatten. Dennoch schnupperte der KSC nach 20 Minuten am Ausgleich. Über den linken Flügel machte Heise Dampf. Nach Doppelpass mit Lorenz flankte er den Ball vor das Tor, wo Hofmann ihn um eine Fußspitze verpasste.

Im weiteren Verlauf des ersten Abschnitts kamen die Gäste dem 2:0 aber näher als der KSC dem 1:1. Ein Seitenwechsel von Shinta Appelkamp erwischte Thiede kalt. Der Rechtsverteidiger rutschte weg, so dass Peterson Richtung KSC-Tor losstürmen konnte. Statt auf Hennings quer zu legen, versuchte es der Fortune direkt und verfehlte mit seinem Abschluss aus spitzem Winkel das Tor (35.). Fünf Minuten später zischte eine Direktabnahme von Hennings am Ziel vorbei, und kurz vor der Pause verhinderte Gersbeck das da eigentlich schon fällige 0:2.

Es folgte der zweite Teil und dessen von Eichner beklagtes Intro: Wanitzek prüfte nach einer in den Rückraum abgewehrten Heise-Ecke Kastenmeier. Zweimal setzte Groiß nach dessen Abwehraktionen nach, brachte aber den Ball nicht im Tor unter. Die gute Startphase der hoch pressenden Karlsruher verpuffte. Nach 57 Minuten schlug die Fortuna wieder zu: Eingesetzt von Karaman, ließ Peterson Thiede stehen und zirkelte den Ball ins lange Eck zum 2:0.

Eichner reagierte mit einem offensiven Doppelwechsel. Babacar Gueye und Malik Batmaz ersetzten Groiß und den überforderten Kother. Der nach einem Foul von Kastenmeier an Daniel Gordon möglich gewordene Anschlusstreffer des KSC vom Punkt und dessen kuriose Folgen machten die Partie noch mal spannend. Aber dem KSC gelang es nicht mehr, den Gästen den Lohn zu rauben.

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