Skip to main content

Torschütze zum 2:0

Gefordert wie gefördert: Kother ist beim KSC der etwas andere Spieler

Dominik Kother hat seinen Vertrag beim Karlsruher SC bis 2024 verlängert. Beim 3:0 gegen den SV Sandhausen sorgte der U21-Nationalspieler für die Vorentscheidung. Trainer Christian Eichner bekommt für sein Vertrauen viel zurück.

Ausgewechselt: Trainer Christian Eichner klatscht Dominik Kother ab, der im Duell mit dem SV Sandhausen das zwischenzeitliche 2:0 für den KSC erzielt hatte. Foto: Markus Gilliar/GES

Dominik Kother? „Hat wahrscheinlich nicht gelesen“, was der Teamkapitän Jérome Gondorf am Vortag des Spiels im BNN-Interview über ihn losgeworden war. Das vermutet Oliver Kreuzer, der Sportgeschäftsführer, aber bloß. Gondorf (32) hatte über das zwölf Jahre jüngere Profi-Greenhorn geurteilt, dass jener seine Sinne für das Notwendige besser schärfen müsse – beispielsweise auf dem Trainingsplatz weniger zu meckern, mehr zu machen. „Das ist hier Zweite Liga. Das ist nicht die Nationalmannschaft. Divenhaftigkeit können wir nicht gebrauchen“, sagte Gondorf über den Flügelarbeiter.

Am Wochenende blieb unklar, ob den U21-Nationalspieler Gondorfs Worte erreicht hatten. Ein abgesprochenes Interview nahm der 20-Jährige, der am Samstag den Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0 erzielt hatte, nicht wahr.

Eichner sah beim 20-Jährigen „zu viele Schaltpausen“

Eine gewisse Unzuverlässigkeit haftet dem forschen Dribbler ja neben wie auf dem Rasen noch an. Sein Trainer Christian Eichner erkannte sie auch am Samstag im Spiel gegen den SV Sandhausen in der einen oder anderen Szene wieder. „Ich habe ihn in Summe nicht so stark gesehen. Da waren mir zu viele Schaltpausen. Wenn der Ball mal abseits seines Lebensraumes auf dem Platz unterwegs ist, unterschätzt er seine Verantwortlichkeit für Situationen noch, schaltet ein bisschen ab“, urteilte Eichner.

Das Trainerteam fordere „extrem viel von ihm“, fördere ihn aber auch. So habe es auch dessen Leistungen bei der U21 mit ihm analysiert. Gefreut hatte sich Kother über seine mit einem Treffer garnierte Premiere beim 5:0 über Moldau, der in der Partie gegen Bosnien-Herzegowina (1:0) eine Einwechslung gefolgt war. „Er ist beeindruckt, wenn er von der Nationalmannschaft zurückkommt und mitbekommen hat, was ihm da qualitativ über den Weg läuft“, berichtet Eichner. „Er ist auf einem guten Weg. Das Entscheidende ist, dass er spielt. Das hatte er im Februar nicht in Aussicht.“

Ausgewechselt mit Fußprellung

Kother war gegen Sandhausen nach der Pause anzumerken, dass er körperlich abbaute. Dann stieg ihm auch noch der SVS-Verteidiger Tim Kister rüde auf den Fuß, wobei sich Kother eine Prellung zuzog. Nach seiner Auswechslung für Benjamin Goller in der 68. Minute legten ihm die Physiotherapeuten einen Verband an.

Eichner, der Kother schon während dessen U17-Zeit als Trainer betreut hatte, sieht beim Offensivmann noch viel Entwicklungspotenzial. „Als Trainer muss ich mir bei einem solchen Spieler die Frage beantworten, ob mir bei den zehn seiner Aktionen die vielleicht vier, fünf misslungenen oder die überdurchschnittlichen anderen fünf wichtiger sind. Für mich ist die Frage klar zu beantworten. Ich will, so viel wie es geht, Fußball spielen lassen. Wir brauchen diese Spieler, die den Unterschied ausmachen.“

nach oben Zurück zum Seitenanfang