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Tore von Choi und Kother reichen nicht

Gersbecks Patzer verderben dem KSC gegen die Würzburger Kickers den Kaltstart

20 Tage lang hatte der KSC kein Pflichtspiel bestritten. Gegen Würzburg mussten sie nach kurzer Vorbereitungszeit ran. Und der Kaltstart wäre beinahe geglückt, hätte ein sonst sehr zuverlässiger KSC-Akteur nicht zweimal gepatzt.

KSC-Torhüter Marius Gersbeck verpasst nach einer Ecke den Ball, was Marvin Pieringer zum 1:1-Ausgleich nutzt. Foto: Markus Gilliar/GES

Der Kaltstart nach einer zweiwöchigen Quarantäne und einer nur dreitägigen Vorbereitungszeit wäre dem Karlsruher SC beinahe geglückt. Gegen das Zweitliga-Schlusslicht Würzburger Kickers lag der KSC lange Zeit in Führung, ehe ein später Patzer von Torhüter Marius Gersbeck den Gästen noch ein 2:2 ermöglichte. Bereits vor dem zwischenzeitlichen Ausgleich zum 1:1 war Gersbeck ein Fehler unterlaufen.

KSC-Cheftrainer Christian Eichner hatte mit der Hereinnahme von Tim Breithaupt überrascht. Das 19 Jahre alte Eigengewächs hatte beim 4:2-Sieg im Hinspiel seine ersten Minuten im Profiteam absolviert und kam nun zu seinem Debüt in der Startelf. Auf der linken Außenbahn erhielt Dominik Kother den Vorzug vor Marc Lorenz, der vor der Quarantäne-Pause gesetzt gewesen war.

In der Innenverteidigung lief Winter-Zugang Kevin Wimmer anstelle von Robin Bormuth auf, der genau wie Lukas Fröde von der Mannschaft isoliert wurde. Das Duo hatte laut Mannschaftsarzt Marcus Schweizer Kontakt zum positiv getesteten Betreuer gehabt. Ansonsten vertraute Eichner jenen Kräften, die vor der unfreiwilligen Pause das Gerüst gebildet hatten.

Heise klärt hinten und schließt vorne gefährlich ab

Der KSC, dessen Spieler zu Ehren des alten Wildparkstadions ein anthrazitfarbenes Sondertrikot trugen, hatte zu Beginn mehr vom Spiel und zeigte sich bemüht, die Gäste früh zu attackieren. Die setzten nach fünf Minuten einen ersten Nadelstich, als Marvin Pieringer im Zentrum frei Richtung Karlsruher Tor lief, dann aber doch im letzten Moment von Philip Heise gestört wurde.

Das Wildparkstadion bei Sonnenuntergang beim Spiel des Karlsruher SC gegen die Würzburger Kickers. Foto: Markus Gilliar GES/Markus Gilliar

Kurz darauf verzeichneten David Kopacz (8.) und auf der Gegenseite Marvin Wanitzek (9.) die ersten Abschlüsse, die allerdings recht klar ihr Ziel verfehlten. Gefährlich wäre Heises Volleyabnahme nach gut zwölf Minuten geworden, hätte Schiedsrichter Robert Kampka nicht vorher ein Foulspiel eines KSC-Spielers erkannt.

Kobald köpft knapp vorbei, Meisel fordert Gersbeck

Die bis dato beste Chance bot sich nach 17 Minuten Christoph Kobald, der nach einem Heise-Freistoß nur knapp neben das Würzburger Tor köpfte. Auf der Gegenseite forderte Dominik Meisel mit einem Distanzschuss erstmals den Karlsruher Schlussmann Marius Gersbeck (20.).

Das Geschehen auf dem diesmal besser bespielbaren Wildpark-Rasen blieb zäh. Dem KSC war die fehlende Spielpraxis anzumerken und den Kickers, die sich nur bei einem Sieg noch einigermaßen realistische Chancen auf den Klassenverbleib machen durften, das fehlende Selbstvertrauen.

Choi schlägt zu, doch Pieringer antwortet nach Gersbecks Patzer

Und dieses dürfte nach 26 Minuten noch weiter in den Keller gesunken sein, denn das Schlusslicht musste fortan einem Rückstand nachlaufen. Zunächst geriet ein Abschluss von Philipp Hofmann aus vielversprechender Position noch zu harmlos, doch dann schlug Kyoung-Rok Choi zu. Eine Flanke von Marco Thiede war eigentlich zu lang geraten, Heise setzte jedoch nach und lupfte den Ball von links mit viel Gefühl auf den langen Pfosten, wo Choi unbedrängt vollendete.

Kyong-Rok Choi überwindet den Würzburger Torhüter Hendrik Bonmann und erzielt damit das erste KSC-Tor im eigenen Stadion seit Januar. Foto: Markus Gilliar/GES

Durch Chois Tor endete auch eine Durststrecke: Seit dem 23. Januar (1:1 gegen Heidenheim) hatte kein KSC-Spieler mehr im eigenen Stadion getroffen.

Die Gäste wurden danach aktiver und waren zehn Minuten nach dem Rückstand wieder im Spiel. Rolf Feltscher brachte eine Ecke nach innen, wo Gersbeck den Ball mit seiner Faust verpasste und Pieringer ins leere Tor köpfte. Hofmann hätte beinahe geantwortet, doch der KSC-Torjäger knallte die Kugel aus zehn Metern drüber (40.).

Kothers Abstauber bringt KSC erneut in Führung

Als die einmütige Nachspielzeit des ersten Durchgangs lief und sich die Beteiligten bereits darauf einstellten, mit einem Remis die Seiten zu wechseln, hatte Jérôme Gondorf auf einmal viel Platz im Mittelfeld. Der KSC-Kapitän zog Richtung Sechzehner und legte quer auf Breithaupt, dessen Schuss Kickers-Keeper Hendrik Bonmann nur abklatschen konnte. Kother war zur Stelle und traf zum 2:1 (45.+1). Gästetrainer Ralf Santelli forderte vergebens einen Abseitspfiff, aus dem Kölner Keller kamen keine Einwände.

Tor zum 2-1: Dominik Kother (KSC) trifft gegen Torwart Hendrik Bonmann der Würzburger Kickers. Foto: Markus Gilliar GES/Markus Gilliar

Im zweiten Durchgang überließen die Karlsruher den Gästen zunächst den Ball, die nun ja mehr denn je gefordert waren. Geklingelt hätte es nach 55 Minuten aber beinahe ein weiteres Mal im Würzburger Tor. Einen schönen Angriff über rechts schloss Choi ab, dessen zu weit links angesetzten Schuss beinahe Kother noch über die Linie gegrätscht hätte.

KSC-Cheftrainer Eichner bringt frische Kräfte

Es blieb für längere Zeit die einzige gefährliche Aktion nach der Pause. Das lag daran, dass den Gästen mit Ball nicht viel einfiel und dass der KSC nach vorne wenig zielstrebig und häufig auch zu unsauber agierte. Nach 65 Minuten brachte Eichner dann erstmals frische Kräfte. Lorenz ersetzte Kother, Benjamin Goller kam für Choi.

Fünf Minuten später näherten sich die Karlsruher dann wieder einmal dem Gästetor an. Eine Flanke von Thiede köpfte Hofmann über den Querbalken. Nach 72 Minuten kamen bei den Gastgebern die nächsten zwei Neuen in die Partie. Alexander Groiß und Jannis Rabold wurden für Breithaupt und Heise eingewechselt.

Gersbecks zweiter Patzer ermöglicht Würzburger Kickers den Ausgleich

Nach 79 Minuten verpasste Lorenz per Volleyschuss, der entscheidend abgefälscht wurde, die Vorentscheidung. Ein dritter Treffer hätte dem KSC zu diesem Zeitpunkt gut getan, denn gerade in der Rückwärtsbewegung gewährte Eichners Team dem Gegner nun zu viele Räume, die dieser allerdings nicht zu nutzen wusste.

Der KSC nach dem Spiel und dem enttäuschenden Unentschieden gegen die Würzburger Kickers. Foto: Markus Gilliar GES/Markus Gilliar

Gästetrainer Santelli hatte inzwischen fünfmal gewechselt und einige frische Offensivkräfte gebracht, die für die Wende sorgen sollten. Und tatsächlich gelang den Kickers noch der Ausgleich. Die dreiminütige Nachspielzeit war fast abgelaufen, als Gersbeck außerhalb des Strafraums einen gegnerischen Spieler aussteigen ließ, statt den Ball wegzuschlagen. Dadurch legte er die Kugel allerdings Lars Dietz vor, der nur noch ins leere Tor einschieben musste.

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