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Fröde fordert Demut

Heiß auch ohne Hexenkessel: KSC will in Osnabrücker Kult-Stadion nachlegen

Glaubt man Osnabrücks Trainer, kommt am Samstag die Mannschaft der Stunde an die Bremer Brücke. Dass es dort diesmal ziemlich still bleiben wird, dürfte für den KSC kein Nachteil sein.

Will am Ball bleiben: Lukas Fröde (rechts), hier im Training mit Assistenzcoach Zlatan Bajramovic, fordert von sich und seinen Teamkollegen volle Konzentration, um auch in Osnabrück zu punkten. Foto: Markus Gilliar/GES

Zum Mythos Bremer Brücke gibt es sogar eine gleichnamige Webseite. Auf dieser setzt sich eine Faninitiative für den Erhalt des Stadionstandortes im Osnabrücker Stadtteil Schinkel ein. Die kultige Arena, die seit ihrer Eröffnung im Jahr 1933 schon viele heiße Duelle erlebt hat, ist in die Jahre gekommen.

An diesem Samstag (13 Uhr) wird die Mannschaft des Karlsruher SC dort aufschlagen und versuchen, besser auszusehen als an gleicher Stelle vor gut 15 Monaten. Damals kassierten die Badener beim VfL Osnabrück eine klare 0:3-Schlappe und mussten sich tabellarisch wie in der vorangegangenen Saison in Liga drei erst einmal hinter dem VfL einordnen.

Wir müssen schon Demut zeigen und weiter hart arbeiten.
Lukas Fröde, Defensivspieler des Karlsruher SC

Mit einem Sieg würden Lukas Fröde und Co an den aktuell fünftplatzierten Niedersachsen vorbeiziehen. Es wäre der vierte Dreier hintereinander – eine solche Serie ist dem KSC in der Zweiten Liga seit über 15 Jahren nicht mehr gelungen. Für den Defensivspieler der Karlsruher ist eine Verbesserung im Klassement allerdings nicht der Hauptantrieb. „Ich glaube, wir tun ganz gut daran, gar nicht zu viel auf die Tabelle zu gucken. Wir sollten eher schauen, wie viele Punkte wir haben und wie wir so viele wie möglich draufpacken können“, sagt Fröde. Aktuell haben die Karlsruher 13 Zähler auf dem Konto.

Überhaupt will der 25-Jährige die jüngste Bilanz von drei Siegen am Stück nicht überbewerten. „Ich weiß, in Karlsruhe neigt man schnell dazu, ein bisschen nach größeren Dingen zu greifen, aber wir müssen schon Demut zeigen und weiter hart arbeiten“, nimmt er sich und seine Mitspieler in die Pflicht.

VfL-Spieler Blacha vermisst Kulisse an der Bremer Brücke

Von einer Euphoriewelle können sich Fröde und Co gerade ohnehin nicht tragen lassen. Die Tribünen in den Stadien dürften noch eine Weile leer bleiben. Auch am Samstag an der Bremer Brücke, wo sonst bis zu 16.000 Zuschauer Rabatz machen, sind nur einige Offizielle und Medienvertreter zugelassen. Ein Vorteil für die Gäste, die zuletzt auch auf St. Pauli und in Braunschweig die Heimelf überrumpelt hatten?

David Blacha, Mittelfeldspieler des VfL Osnabrück, vermisst jedenfalls schon ein wenig die besondere Atmosphäre vor heimischer Kulisse. „Die entscheidenden Prozente, die wir hier sonst an der Brücke über unsere Fans rauskitzeln können, die fehlen vielleicht ein bisschen“, meint Blacha, Siegtorschütze für den VfL vor gut einer Woche gegen den FC St. Pauli.

Osnabrücks Trainer Grote erwartet „schnörkellosen“ KSC

Auch Fröde sagt zum Thema Geisterspiele: „Das macht natürlich schon was, auch mit dem Spiel.“ Dennoch müsse man an die 100 Prozent kommen oder sogar darüber hinaus. „Sonst wird es an der Bremer Brücke auch ohne Zuschauer schwer.“

Keine leichte Aufgabe sieht indes auch VfL-Trainer Marco Grote auf sein Team zukommen, schließlich sei der KSC „so ein bisschen die Mannschaft der Stunde“ und verfolge einen „recht schnörkellosen“ Weg. Konkret heißt dies: „Das geht beim KSC recht zügig geradeaus nach vorne mit guten Spielern im Offensivbereich.“

Am Samstag dürften das bei den Gästen die gleichen sein wie in der Vorwoche, als die Abteilung Attacke gegen den SC Paderborn (1:0) vor der Pause viel Betrieb machte. Torjäger Philipp Hofmann ist in der Spitze ohnehin gesetzt, auf rechts ist wieder mit Kyoung-Rok Choi, auf links mit Marc Lorenz zu rechnen.

Auch ansonsten dürfte Cheftrainer Christian Eichner keine Änderungen vornehmen. In der Innenverteidigung hatte sich in den vergangenen Wochen Routinier Daniel Gordon, nicht nur wegen seines Tores gegen Paderborn, für weitere Startelf-Einsätze empfohlen.

Rabold rückt für verletzten Jung in den Kader

Bei der Abfahrt nach Osnabrück am Freitagmittag saß Sebastian Jung dagegen nicht mit im Bus. Der 30-Jährige, der vor knapp einem Monat beim Spiel auf St. Pauli (3:0) seine ersten Pflichtspiel-Minuten für den KSC bestritten hatte, muss aufgrund eines Muskelfaserrisses in den kommenden Tagen pausieren. Anstelle von Jung rückt der 19-jährige Jannis Rabold als Back-up für Rechtsverteidiger Marco Thiede in den Kader.

Spielpraxis wird Rabold dann wohl spätestens am Sonntag sammeln dürfen. An diesem Tag hat der KSC ein Testspiel gegen den Regionalligisten FK Pirmasens anberaumt. Die Partie wird im Grenke-Stadion unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen.

KSC
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