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Badisches Testduell in Freiburg

Karlsruher SC hält Streich beim Testspiel in Freiburg in Bewegung

Der KSC beendet sein drittes Vorbereitungsspiel beim SC Freiburg mit einem 1:1. Nach der Führung durch Malik Batmaz vor der Pause hatten die Blau-Weißen aber auch einige Male großes Glück.

Tor zum 0:1 fuer den KSC , Torschuetze Malik Batmaz (KSC) im Zweikampf mit Keven Schlotterbeck (Freiburg) und Torwart Mark Flecken (Freiburg). GES/ Fussball/ 2. Bundesliga: Testspiel: SC Freiburg - Karlsruher SC, 15.08.2020 Football/Soccer: 2. Bundesliga: Testmatch SC Freiburg vs KSC, Freiburg, August 15, 2020 Foto: Helge Prang/GES

Den Abschied aus dem Schwarzwald-Stadion haben sie sich in Freiburg anders vorgestellt. Früher. Stimmungsvoller sowieso. Doch wegen der Covid-19-Pandemie musste der Sportclub den Umzug in die neue Arena im Stadtteil Brühl auf die Saison 2021/2022 verschieben.

Die in die Jahre gekommene Spielstätte an der Dreisam wird deshalb ab 18. September ohne Besucher ihre letzte Bundesligarunde erleben. Ein Preview bot dort das mit 1:1 (0:1) ausgegangene Vorbereitungsspiel am Samstag zwischen den alten badischen Rivalen.

Auf den nur mit Medienvertretern und Offiziellen besetzten Rängen war ein Mann wie Vincent Keller nicht zu übersehen. Der Mann mit dem Pferdeschwanz ist der Sohn des DFB-Präsidenten Fritz Keller und im Scouting des SC Freiburg beschäftigt.

Er sah ein flottes Sparring mit zwei Torerfolgen und vier Freiburger Aluminiumtreffer. Malik Batmaz (32.) hatte für den KSC vor und Brandon Borrello (84.) nach der Pause getroffen. „Wir haben gebraucht, um zu realisieren, was für Züge hier abfahren können – und wie schnell die Züge sein können mit und ohne Ball“, resümierte Christian Eichner hinterher.

Batmaz setzt für den Karlsruher SC den ersten Nadelstich

Oft und gerne sprach man beim KSC in der vergangenen Dekade vom SC Freiburg als vorbildhaft für eigene Visionen, wie alles werden soll. Doch während es beim Club im Breisgau immer wieder Jungs aus dem Nachwuchsleistungszentrum schafften, oben anzukommen, blieb die Durchlässigkeit im Wildpark auf der Strecke.

Dabei profitierte der SC neben der Güte seiner Fußballschule am Möslestadion auch von geschickten Transfers im fortgeschrittenen Juniorenbereich, ein Beispiel war Nico Schlotterbeck. Den Innenverteidiger angelten sich die Freiburger für ihre U19 beim KSC. Im Sommer 2017 war das ein Begleitgeschäft der damaligen Ausleihe Fabian Schleuseners nach Karlsruhe.

Mit Freiburgs U19 wurde Schlotterbeck danach DFB-Pokalsieger, zur neuen Saison verlieh ihn der SC an Union Berlin. Sein von dort zurückgekehrter Bruder Keven begann am Samstag in der Innenverteidigung neben Philipp Lienhart vor Mark Flekken, der neuen Freiburger Nummer eins.

Eichner sieht „unfassbar guten Test”

Die Gastgeber hatten in den ersten 20, 25 Minuten mehr vom Spiel, früh hatte Roland Sallai (3.) die Latte des KSC-Tores getroffen. Nach einer Trinkpause setzte der KSC einen überraschenden Nadelstich, Batmaz (32.) schloss einen Konter über die rechte Seite mit dem Führungstreffer für den KSC ab.

Dominik Kother (34.) scheiterte auf dem Weg zum prompten Nachschlag an Flekken. Ein Freistoß von Jonathan Schmid (36.) auf das Tornetz blieb bis zur Pause die nennenswerteste Szene.

KSC-Neuzugang Benjamin Goller war wegen Oberschenkelproblemen nur zur moralischen Unterstützung dabei. „Ich fand die erste Halbzeit sehr ansprechend, noch mehr die zweite. Der SC Freiburg hatte ein paar Spieler am Start, die mehr aufs Tor gehen, ein bisschen konsequenter waren. Insgesamt war das ein unfassbarer guter und wichtiger Test für uns“, rekapitulierte Eichner.

Streich in seinem Element

Kontinuität wird beim SC auf allen Ebenen großgeschrieben, die Stimmung des prominentesten Botschafters in der Sache drang am Samstag von der Seitenlinie lautstark aufs Feld. „Ja, leck mich am Arsch. Lass doch laufen“, „Gut so“, „Viererkette, mitmachen jetzt. Nicht stehenbleiben“. Christian Streich (55) schrie das eine oder andere Mal gegen Christian Eichner (37) an. Er war gut zu verstehen.

Freiburgs Mundart-Original und Karlsruhes Trainer-Newcomer. Unterschiedlicher geht`s nicht. Seit Dezember 2011 ist Streich der Cheftrainer in Freiburg. Um Volker Finke (1991 bis 2007) zu überflügeln, müsste er fast nochmal so lange durchhalten. Streich wäre nicht er selbst, würde er über solche Rekordvorhaben nachdenken, geschweige denn: sprechen.

Er sagte jüngst nur: „Ich möchte gerne noch ein wenig weitermachen. Ich arbeite ja auf dem Kickplatz und nicht in einem Steinbruch.“ Am Samstag meinte er zum Match: „Wir schauen das Video an. Dann trainieren wir weiter.”, meinte er in der trocken Art, die Fußball-Deutschland von ihm kennt.

Ex-KSC-Mann Uphoff mit starkem Debüt für den SC Freiburg

Es ist neben der betonten Bodenständigkeit und der guten Schule jene selbst von der Konkurrenz neidvoll anerkannte Kontinuität, die den Sportclub Freiburg zur erfrischenden Konstante in der Liga werden ließ und Spielern ein erstklassiges Sprungbrett bietet.

Das aktuelle Beispiel gab Luca Waldschmidt (24), der am Donnerstag zum portugiesischen Vizemeister Benfica Lissabon abflog und daher im badischen Duell nicht mehr dabei war. Sein Debüt im Freiburger Tor gab nach der großen Wechselwelle zur Pause am Samstag Benjamin Uphoff.

Er sah zunächst forsche Ex-Kollegen, bei denen nur Jérome Gondorf an alter Wirkungsstätte auf dem Feld geblieben war. Stark reagierte Uphoff, als Marc Lorenz (60.) es einmal auf der Distanz probierte.

Die Partie blieb munter und offen. Vincenzo Grifo (63.) traf einmal den Pfosten und kurz darauf rettete KSC-Torwart Marius Gersbeck gegen Lucas Höler (64.) wie auch knapp zehn Minuten später nochmals. Der SCF ließ nicht locker, über Grifo und und Christian Günter kam Wooyeong Jeong zur nächsten Großchance. Ein Freistoß Grifos aus 18 Metern landete an der Latte. Glänzend reagierte auf der Gegenseite nach Anbruch der Schlussphase gegen Philipp Hofmann (83.).

SCF gelingt erst spät der Ausgleich zum 1:1 gegen den Karlsruher SC

Schließlich kam der SC doch noch zum überfälligen Ausgleich: Brandon Bralleo (84.) wurde nicht angegriffen, zog ab: 1:1. Höler (85.) traf danach nochmals den Pfosten des KSC-Tores. Hinterher umarmte Streich seinen Ex-Spieler Gondorf.

Gondorf war danach platt – und hielt fest: „Ein war ein lehrreicher Test zweier Mannschaften mit ähnlichen Spielsystemen. Das gemeinsame frühe Anlaufen kannte ich ja schon. In den letzten zehn Minuten habe ich gemerkt, dass die Beine schwer werden. Insgesamt hat sich das aber für den jetzigen Zeitpunkt der Vorbereitung schon ganz gut angefühlt.“

Und Uphoff? Der war zufrieden. Zwei, dreimal konnte sich der frische Seitenwechsler zwischen den Pfosten seines neuen Vereins auszeichnen. „Für das erste Testspiel war es in Ordnung. Gegen Ende können wir es gewinnen. Wir haben viele Chancen gehabt und hätten mehr mitnehmen können. Für nicht mal eine Woche Training war es in Ordnung”, meinte Uphoff.

Karlsruher SC: Kuster (46. Gersbeck)– Rabold (46. Thiede), Bormuth (46. Dinger), Kobald (46. Pisot), Carlson (46. Bolay) – Fröde (46. Wanitzek)- Batmaz (46. Djuricin), Gondorf, Groiß (46. Lorenz), Kother (46. Choi) – Gueye (46. Hofmann).

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