Skip to main content

Herkulesaufgabe in Hannover

KSC-Abräumer Fröde geht vorsichtig optimistisch in den Liga-Auftakt

Was sind die gute Vorbereitung und der Auftritt gegen Union Berlin wert? Am Samstag wird der KSC bei Hannover 96 eine erste Antwort liefern. Lukas Fröde verzichtet auf eine Kampfansage.

Ins Team zurückgekämpft: Nach einem Tief in der Rückrunde hat sich Lukas Fröde (links) – hier gegen Union-Spieler Robert Andrich – wieder in die KSC-Startelf gespielt. Foto: Markus Gilliar GES/Markus Gilliar

Zu einem Blick in die Glaskugel lassen sich Fußballtrainer nur selten hinreißen. Kenan Kocak weigerte sich bei der jüngsten Medienrunde sogar gänzlich, eine Prognose für die an diesem Wochenende beginnende Zweitliga-Saison abzugeben. „Wollen Sie es nochmal probieren“, fragte der Cheftrainer von Hannover 96 milde lächelnd eine Journalistin, nachdem diese ihn mehrfach erfolglos versucht hatte, aus der Reserve zu locken. Sie wollte nicht und musste sich wie ihre Kollegen mit Kocaks Aussage begnügen, dass er gute Chancen sehe, mit seiner Mannschaft an diesem Samstag (13 Uhr) den Kontrahenten aus Karlsruhe zu besiegen.

Kocaks Pendant beim Karlsruher SC, Christian Eichner, hatte 96 dagegen „eine Favoritenrolle für die ganze Saison“ zugesprochen. Der KSC-Coach hat diese Ansicht nicht exklusiv. Die Hannoveraner haben sich durchaus namhaft verstärkt und zuletzt im Pokal-Duell beim Zweitliga-Aufsteiger Würzburger Kickers (3:2) angedeutet, dass sie diese Qualität auch auf den Rasen bringen können.

KSC-Gegner will es in dieser Saison offenbar wissen

Der Champions-League-erfahrene Schwede Niklas Hult und der Japaner Sei Muroya sind für die Außenpositionen in der Viererkette neu gekommen, in der Mittelfeld gibt bei 96 neuerdings der frühere Freiburger Mike Frantz den Takt vor. Und zwischen den Pfosten steht nach seinem Hoffenheim-Intermezzo wieder Michael Esser. Zuletzt verpflichteten die Niedersachsen noch den ghanaischen Rechtsaußen Patrick Twumasi, der für einen Startelf-Einsatz gegen den KSC allerdings noch nicht fit genug ist.

Auch wenn der frühere Sandhausen-Coach Kocak auf eine Kampfansage verzichtet, ist nicht zu übersehen: Die Hannoveraner wollen es in dieser Saison wissen. Das ist auch Lukas Fröde nicht verborgen geblieben. Man treffe vermeintlich auf „eines der besten Teams in dieser Saison“, sagt der 25-Jährige, der beim KSC wieder im defensiven Mittelfeld zu erwarten ist. Ob die eigene Mannschaft ebenfalls besser sei als in der Vorsaison, als die Badener in drei Pflichtspielen gegen Hannover (3:3 und 1:1 in der Liga, 2:0 im Pokal) ungeschlagen blieben? „Ich bin da immer verdammt vorsichtig, weil ich gefühlt schon alles erlebt habe“, will sich Fröde nicht festlegen. Er habe aber ein ganz gutes Gefühl, betont er.

Abräumer Fröde und seine besondere Hannover-Erfahrung

Erlebt hat Fröde auch schon was gegen 96. Beim Erstrunden-Erfolg im DFB-Pokal im August 2019 gelang dem damaligen Neuzugang sein erstes Tor im KSC-Dress – dachte er zumindest. Doch dann bereitete der Schiedsrichter mit einem verspäteten Abseitspfiff der um Fröde entstandenen Jubeltraube ein jähes Ende. Und so musste der frühere Werder-Profi bis zum Juni dieses Jahres warten, ehe er beim 2:1 gegen den VfB Stuttgart seine Tor-Premiere in Karlsruhe feiern durfte.

Das Toreschießen zählt nicht gerade zu Frödes Kernkompetenzen: In zwölf Erst- und 94 Zweitliga-Einsätzen erzielte er bislang fünf Treffer. In der Regel gibt der 1,92-Meter-Hüne den Abräumer vor der Viererkette. Eine Rolle, die auch sein Trainer als sehr wertvoll erachtet. „Ich mag diesen Balancespieler, diesen Scheibenwischer, der das große Ganze im Blick hat“, sagt Eichner ganz allgemein über den Spielertypus, den er sich im 4-1-4-1-System vor der Abwehr wünscht.

Aktuell bin ich ganz gut drauf, so wie die gesamte Mannschaft.
KSC-Spieler Lukas Fröde

Nach der Vorbereitung scheint erst einmal Fröde für diese Position gesetzt, nachdem dieser unmittelbar vor der Corona-Pause mehrfach auf der Bank gesessen war. „So Phasen gibt es, in denen man sich mal hinten anstellen und sammeln muss“, sagt Fröde, der betont: „Aktuell bin ich ganz gut drauf, so wie die gesamte Mannschaft.“

Diese hatte zuletzt gegen Union Berlin Frödes Einschätzung bestätigt. Auch deshalb ist zu erwarten, dass Eichner die gleiche Elf ins Rennen schickt wie bei der knappen Pokalniederlage (0:1 n.V.). Beim Gegentreffer hatte sich David Pisot am Sprunggelenk verletzt, weshalb er am Samstag fehlen wird. Eine Option für die Startelf ist dagegen Dominik Kother. Entscheidet sich Eichner für den linken Flügelspieler, dessen Vertrag unter der Woche verlängert wurde, könnte Benjamin Goller nach rechts rücken und Marco Djuricin zunächst auf der Bank Platz nehmen.

KSC
nach oben Zurück zum Seitenanfang