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300 Fans gegen Union?

KSC bleibt wohl nur Mini-Kulisse als Alternative zu Geisterspielen

Eine Fan-Rückkehr in die Stadien sehen nicht nur Jens Spahn und Markus Söder kritisch, sondern auch die Gesundheitsminister der Länder. Weitere Geisterspiele könnten dem KSC dennoch erspart bleiben.

Nur auf dem Banner dabei: Beim Derby gegen den VfB Stuttgart Mitte Juni durften keine Fans ins Stadion. Eine Rückkehr von Zuschauern zum Saisonstart, zumindest in größerer Zahl, scheint derzeit unrealistisch. Foto: Markus Gilliar/GES

Ein Saisonstart mit Tausenden von Fans live im Stadion? Seit Montag ist ein solches Szenario in weite Ferne gerückt. Aus Politik und Medizin waren bis auf wenige Ausnahmen jedenfalls nur kritische Stimmen zum Thema Zuschauer-Rückkehr in die Arenen zu hören. Jens Spahn (CDU) twitterte: „Tausende Zuschauer in den Stadien – das passt nicht zum aktuellen Infektionsgeschehen.” Das Konzept der Deutschen Fußball Liga sei in der Theorie gut. Entscheidend sei in der Pandemie aber die Praxis im Alltag, schrieb der Bundesgesundheitsminister weiter.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sprach von einer „verheerenden Signalwirkung an die Öffentlichkeit”, die volle Bundesliga-Stadien mit sich brächten. Und auch von der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) wartete die Liga am Montag beim Sommer-Reizthema vergeblich auf positive Signale. „Gesundheitspolitisch befürworten wir zurzeit zumindest bis zum 31. Oktober die Öffnung der Stadien nicht. Danach kann man noch mal aufgrund der Lage miteinander diskutieren“, erklärte die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) als Vorsitzende der GMK.

Die Politik hat das letzte Wort, das akzeptieren wir natürlich.
KSC-Geschäftsführer Michael Becker

Auch den Verantwortlichen des Karlsruher SC ist die offenkundige Skepsis der Politik nicht verborgen geblieben. „Die Politik hat das letzte Wort, das akzeptieren wir natürlich”, betonte KSC-Geschäftsführer Michael Becker, der aber wiederholte: „Wir werden uns in dem Rahmen bewegen, der rechtlich erlaubt und betriebswirtschaftlich sinnvoll sind.”

Das bedeutet nach jetzigem Stand: Wie beim Testspiel gegen den FSV Frankfurt im KSC-Jugendstadion am vergangenen Samstag geschehen und wie für die Partie am Mittwoch gegen den 1. FC Saarbrücken an selber Stelle geplant, könnten dem Erstrundenspiel im DFB-Pokal gegen Union Berlin, das zwischen dem 11. und 14. September ausgetragen wird, rund 300 Fans beiwohnen.

Becker erwartet keine großen Gewinne

Die aktuell gültige Corona-Verordnung des Landes erlaubt Veranstaltungen mit bis zu 500 Personen, abzüglich Spieler, Betreuer und weiterer Funktionsträger bleibt eben jene Zuschauerkapazität von rund 300. Ob sich eine solche Mini-Kulisse – die Karten würden in diesem Falle verlost werden – finanziell rechnen würde, ist eine andere Frage. „Das ist abhängig vom final genehmigten Konzept. Große Gewinne sind aber nicht zu erwarten”, erklärte Becker.

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