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1:4-Niederlage im Erzgebirge

KSC geht nach wildem Ritt in Aue leer aus

Die Fahrt nach Aue hat sich für den KSC wieder nicht gelohnt: In einer turbulenten Partie ließen die Gäste zu viele Chancen liegen und waren hinten zu oft nicht auf der Höhe.

Frust in Weiß: Marc Lorenz und Philipp Hofmann (links) ärgern sich über eine vergebene Torchance. Foto: Marvin Ibo Güngör/GES

Der Karlsruher SC ist nach einer spektakulären Begegnung beim FC Erzgebirge Aue leer ausgegangen. Am Ende hieß es 4:1 (2:0) für die Gastgeber, die gnadenlos effektiv auftraten und zudem Glück hatten, dass der KSC zu viele Chancen ausließ. Das zwischenzeitliche 1:3 durch Benjamin Goller war letztlich zu wenig. „Wir haben vorne die Tore, die wir hätten machen müssen, nicht gemacht. Und hinten haben wir uns die Tore selbst reingehauen“, ärgerte sich KSC-Kapitän Jérôme Gondorf nach der Partie.

Die Elf, die Eichner im Erzgebirgsstadion auf den Platz schickte, unterschied sich auf zwei Positionen von jener, die beim 1:2 gegen Düsseldorf begonnen hatte. Erwartungsgemäß kehrte der zuletzt gesperrte Kapitän Jérôme Gondorf ins Team zurück, für ihn musste Alexander Groiß draußen bleiben.

Und auf der rechten Außenbahn sollte Goller anstelle von Dominik Kother für Offensivwirbel sorgen. Auf der Gegenseite verhalf Aues Trainer Dirk Schuster dem 30 Jahre alten Dimitrij Nazarov zu seinem 200. Zweitliga-Einsatz. Sowohl Schuster als auch Nazarov besitzen eine KSC-Vergangenheit.

Lorenz verpasst Antwort auf Krügers Blitzstart

Trotz der leeren Ränge wurde es unmittelbar vor dem Anpfiff durch Schiedsrichter Patrick Alt so richtig laut in der Arena. Nachdem die letzten Klänge des in Aue obligatorischen „Glück auf, der Steiger kommt“ verstummt waren, schossen Raketen hinter der Nordtribüne in den Himmel. Auf dem Platz zündeten die Gastgeber das erste Feuerwerk. Nach einem Ballverlust von Philip Heise brach Pascal Testroet über rechts durch und bediente in der Mitte Florian Krüger, der wuchtig zum frühen 1:0 einschoss (2.).

Die Karlsruher, die seit 2011 in Aue nichts mehr geholt hatten, mussten sich nach dem Nackenschlag kurz schütteln, waren dann aber plötzlich dem Ausgleich ganz nah. Marvin Wanitzek schickte Goller auf die Reise, der am langen Pfosten Lorenz sah. Dieser traf, das leere Tor vor Augen, den Ball allerdings nicht richtig (7.).

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Gordon schläft, Testroet nimmt Maß

Die Partie blieb auch anschließend temporeich, wobei der KSC vorne Druck und hinten leichte Fehler machte. Nach einem Einwurf von John Patrick Strauß auf Höhe der Strafraumlinie ließ Daniel Gordon Angreifer Testroet ziehen, was dieser zu einem schönen Schlenzer ins lange Eck nutzte (19.). KSC-Keeper Marius Gersbeck streckte sich, kam aber nicht mehr heran.

Der KSC war erneut um eine Antwort bemüht, doch mehr als ein letztlicher harmloser Gordon-Kopfball nach einem Eckball von Heise (24.) sprang zunächst nicht heraus. Die vorne effektiven Auer verteidigten hinten kompromisslos, so dass sich die Gäste schwer taten, die entscheidende Lücke zu finden. Ein Schuss von Lorenz nach einer Wanitzek-Ecke rief Martin Männel erstmals so richtig auf den Plan (34.).

Hofmann zweimal knapp daneben

Doch hinten blieb Eichners Mannschaft anfällig. Nach einem langen Ball tauchte nach 36 Minuten Testroet vor Gersbeck auf und der KSC hatte gleich doppeltes Glück: Zum einen, dass Testroets Lupfer zu kurz geriet, zum anderen, dass dessen Zusammenprall mit Gersbeck keinen Elfmeter nach sich zog. Sechs Minuten war der KSC-Schlussmann dann bei einem Schuss von Strauß zur Stelle.

Und doch hätten die Karlsruher durchaus auch mit einem Unentschieden in die Pause gehen können. Der bis dahin abgemeldete Philipp Hofmann vergab erst nach einer Lorenz-Hereingabe per Hacke (44.) und in der Nachspielzeit mit einem Flachschuss, der nur Zentimeter am Pfosten vorbeistrich.

Hoffnung dank Goller, Hofmann im Pech

Auch nach der Pause galt zunächst: Der KSC war bemüht, Aue effektiv. Nach einem Konter nahm Testroet diesmal zentral aus 20 Meter Maß und versenkte die Kugel zum 3:0 (51.). Und die Karlsruher? Blieben glücklos. Nachdem Goller im Strafraum zu Fall gekommen war, entschied Alt zunächst auf Elfmeter, was er nach Studium der Videobilder allerdings zurücknahm.

Und nach einer Stunde wurde ein Kopfballtreffer von Hofmann aberkannt, weil dieser Zentimeter im Abseits gestanden hatte. Zu diesem Zeitpunkt hieß es allerdings nur noch 1:3, weil Goller eine Lorenz-Flanke eingenetzt hatte (58.). Unmittelbar danach hatte Eichner auch personell zum Angriff geblasen. Babacar Guèye und Dominik Kother waren für Marc Lorenz und Lukas Fröde gekommen, Robin Bormuth ersetzte zudem Gordon.

Eingewechseltes Trio verpasst 2:3, Zulechner macht alles klar

Und die Begegnung blieb turbulent. Auf der einen Seite vergaben die eingewechselten Bormuth (63.), Kother (69.) und Guèye (73.) Gelegenheiten zum Anschluss, auf der anderen scheiterte Testroet an Gersbeck (72.). Ein wilder Ritt im Erzgebirge, den die Gastgeber mit Anbruch der Schlussviertelstunde wieder besser in den Griff bekamen.

Und als der eingewechselte Philipp Zulechner bei einem Konter den herausgeeilten Gersbeck überlistete, war die Hoffnung der Karlsruher auf einen Punktgewinn endgültig zunichte gemacht (89.). Wenig später war dann Schicht im Schacht.

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