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Kollektiv ernüchtert

KSC lässt bei der 0:1-Niederlage gegen Osnabrück alle notwendigen Attribute vermissen

KSC-Kapitän Jérome Gondorf sprach von „menschlichem Versagen“ in den eigenen Reihen. Torjäger Philipp Hofmann fand, der KSC habe „nicht stattgefunden“. Eine Analyse der Partie gegen Osnabrück.

Kapitän Jérôme Gondorf bezeichnete den Auftritt der Karlsruher bei der 0:1-Heimniederlage gegen den VfL Osnabrück als „menschliches Versagen. Foto: Markus Gilliar GES/Markus Gilliar

Da musste der Berufsfußballer Daniel Gordon 36 Jahre alt werden, um noch einmal im Sturmzentrum eingesetzt zu werden, was er davor letztmals als C-Jugendlicher für Borussia Dortmund erlebt hatte.

Am Samstag sollte der eingewechselte Innenverteidiger des Karlsruher SC in vorderster Linie retten helfen, was gegen den VfL Osnabrück in den letzten sieben Minuten aber nicht mehr zu retten war. „Wahrscheinlich hätten wir noch Stunden spielen können und hätten nichts getroffen“, mutmaßte nach der verdienten 0:1(0:0)-Niederlage der KSC-Sportgeschäftsführer Oliver Kreuzer.

Den Osnabrückern, deren unpräziser Schütze Sebastian Kerk ein frühes Strafstoß-Geschenk nicht annahm, genügte das Kontertor von Christian Santos (49.), um sich am Ende einer Reihe von elf sieglosen Spielen auf einen Nichtabstiegsplatz vorzuschieben. „Wir haben keine Attribute gezeigt, die nötig sind, um in dieser Liga ein Fußballspiel zu gewinnen“, beklagte KSC-Trainer Christian Eichner.

Am Samstag nächste Chance gegen Düsseldorf

Abwehrspieler Christoph Kobald, der im Anschluss an eine Ecke der Gäste nach 66 Sekunden mit einer unsinnigen Grätsche im eigenen Sechzehner gegen Ulrich Bapoh einen Foulelfmeter verursacht hatte, meinte am Sonntag nach dem Auslaufen: „Es gibt solche Spiele. Wir lernen daraus und versuchen es, das nächste Mal besser zu machen.“ Die nächste Aufgabe wartet am Samstag in Düsseldorf auf den KSC. Die Fortuna verdrängte am 27. Spieltag durch ihren Sieg in Darmstadt den KSC vom fünften Tabellenplatz.

Aus Sicht von Mittelfeldspieler Marvin Wanitzek durfte sich nach der neunten Saisonniederlage kein Feldspieler des KSC aus der Kritik ausnehmen. „Im Normalfall liegen wir nach zwei Minuten wegen des Elfers mit 0:1 zurück, wenn Gersi den Ball nicht überragend gehalten hätte. Eigentlich ist so etwas ein Hallo-Wach-Rüttler. Wir fanden aber überhaupt nicht ins Spiel. Die Kontakte waren schlecht. Wen wir am Ball waren, folgte alles zu sehr dem Zufallsprinzip“, beklagte Wanitzek, der mit Distanzschüssen (21., 41.) an zwei der wenigen nennenswerten Abschlussaktionen beteiligt war.

Die KSC-Elf erarbeitete sich bis zur Pause zwar ein Ballbesitz-Plus, ohne daraus Gefahr zu entwickeln. Bei der besten KSC-Chance vor der Pause zauderte Kyoung-Rok Choi (30.) nach Hofmanns Vorarbeit im Strafraum zu lange, so dass der zurückgeeilte Ludovit Reis ihn noch entscheidend stören konnte. Kurz darauf verpasste Santos nach Flanke von Kerk per Kopf die mögliche Führung der Gäste.

Keine fünf Minuten nach der Pause folgte sie dann: Benjamin Goller versprang nach Flanke von Marco Thiede der Ball. Den Moment nutzte der VfL, um mit Kerk und Reis schnell umschalten. Der über die linke Seite mit Tempo nach vorne stürmende Mittelfeldspieler bediente im Strafraum den durchgelaufenen Kerk, Auf dessen Querpass drückte Santos den Ball über die Linie.

Eichner reagierte mit der Neubesetzung beider offensiven Außenbahnen. Zwar brachten Dominik Kother (für Lorenz) und Xavier Amaechi (für Goller) etwas Belebung, doch fanden auch sie keinen Dreh. Hatte VfL-Keeper Kühn zunächst einen verdeckten Drehschuss Wanitzeks (61.) pariert, verkürzte er drei Minuten darauf gegen Kother stark den Winkel. Die Umstellung vom 4-2-3-1 auf ein 3-5-2, zu der sich Eichner nach der 70. Minute entschloss, als er Robin Bormuth für Angriffs-Joker Malik Batmaz opferte, zeitigte keine Trendwende mehr. Kevin Wimmer ließ die beste Chance dazu liegen.

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