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Frauen-Fußball

KSC-Trainerin Konrad: „Das Abenteuer Zweite Liga wäre ein echter Knaller“

Aufgrund der Corona-Pandemie musste die Saison in der Regionalliga Süd bereits Mitte Oktober abgebrochen werden. Jetzt steht fest, dass es für Fußballerinnen des Karlsruher SC im April weitergehen soll. KSC-Trainerin Romina Konrad verrät im BNN-Interview ihre Ziele nach dem Neustart.

Den Aufstieg im Blick: Romina Konrad, hier beim DFB-Pokalspiel ihres Teams gegen Eintracht Frankfurt, coacht die Frauen des Karlsruher SC mit jeder Menge Engagement. Foto: GES-Sportfoto GES/Helge Prang

Am 11. April soll der seit Mitte Oktober ausgesetzte Spielbetrieb in den beiden Qualifikationsgruppen der Frauen-Regionalliga Süd wieder aufgenommen werden, wie der Süddeutsche Fußballverband (SFV) mitteilt.

Aufgrund der langen Unterbrechung entfallen die vorgesehenen Play-offs zwischen den beiden Gruppen um Auf- und Abstieg. Die jeweils Erstplatzierten der beiden Gruppen spielen nach Abschluss einer einfachen Runde den Zweitliga-Aufsteiger aus.

Die jeweils beiden Letztplatzierten müssen absteigen. Unser Mitarbeiter Harald Linder sprach mit Romina Konrad, Trainerin des Karlsruher SC, über die Ziele nach dem Neustart.

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Frau Konrad, einen Spieltag vor Hinrundenschluss wurde die Saison in der Regionalliga Süd abgebrochen und soll jetzt am 11. April wieder aufgenommen werden. Eine gute Nachricht?
Konrad

Ja, das ist eine sehr gute Nachricht und ich hoffe, dass dieser Termin auch gehalten werden kann. Wir sind bis dahin dann fast ein halbes Jahr ohne Spielpraxis. Das ist eine lange Zeit und wir freuen uns alle darauf, wenn wir endlich wieder spielen dürfen.

Sie sprechen die lange Spielpause an. Ihr letztes Spiel war am 24. Oktober beim SC Sand II, das Sie mit 4:0 gewonnen haben. Was haben Sie seitdem gemacht, Sie konnten ja weder spielen, noch trainieren?
Konrad

Als die Saison zunächst abgebrochen wurde, haben die Spielerinnen Trainingspläne für zuhause bekommen. Es war nicht ganz einfach, Trainingsziele zu formulieren. Wesentlich war, den Fitnesszustand zu erhalten, der uns in der ersten Saisonhälfte ausgezeichnet hatte. Die Pläne beinhalteten Laufeinheiten, Steigerungsläufe, aber auch kleine Kraftzirkel. Das Programm wurde von den Spielerinnen sehr diszipliniert umgesetzt, was wir auch überprüfen konnten. Entweder über eine Fitness-App, die einige Spielerinnen haben, oder andere Nachweismöglichkeiten. Im Dezember und Januar haben wir das Training reduziert und das Programm Anfang Februar wieder hochgefahren. Alle haben super mitgemacht, ich bin sehr zufrieden mit dem Fitnesszustand.

Dennoch sind das alles mehr oder weniger „Trockenübungen“. An einen regulären Trainingsbetrieb ist frühestens ab 7. März zu denken. Dann soll wohl die Entscheidung fallen, ob auch der Amateursport wieder trainieren darf. Wie sieht es da aus?
Konrad

Diese Entscheidung liegt nicht bei uns, sondern hängt davon ab, was die Politik entscheidet. Aber ich hoffe natürlich sehr darauf, dass wir dann wieder auf den Platz dürfen. Und sei es zunächst nur in Kleingruppen, was wir ja vor Saisonbeginn schon einmal hatten. Das Spiel mit dem Ball ist natürlich durch nichts zu ersetzen, wie auch das Verhalten im Zweikampf oder das Einüben von Laufwegen. Sollte am 7. März die Trainingsfreigabe erteilt werden, hätten wir immerhin noch vier Wochen bis zum Neustart. Und diese Zeit werden wir auch brauchen...

... um dann weiter anzugreifen? Vielleicht sogar, um den Aufstieg mitzukämpfen? Im Augenblick befinden Sie sich in der Qualifikationsgruppe 1 nur einen Punkt hinter Tabellenführer Jahn Calden. Und die beiden Erstplatzierten der beiden Qualifikationsgruppen spielen am Ende den Aufsteiger in die Zweite Bundesliga aus. Gibt es diese Gedanken?
Konrad

Ja, diese Gedanken gibt es. Das Abenteuer Zweite Liga wäre ein echter Knaller. Wir haben uns als Aufsteiger in der vermeintlich stärkeren der beiden Qualifikationsgruppen bis zum Saisonabbruch sehr gut geschlagen und nur eines von sechs Spielen verloren. Und dies vor allem deshalb, weil wir uns im Spiel gegen Jahn Calden deren sehr körperlichem Spiel nicht energisch genug widersetzt haben. Spielerisch waren wir besser, aber zu brav. Das ist einer der Punkte, an denen wir arbeiten müssen. Dann halte ich vieles für möglich, zumal wir bislang gegen alle Mannschaften, außer gegen Freiburg II schon gespielt haben.

Und was meinen Ihre Spielerinnen zu solchen Gedankenspielen?
Konrad

Wir haben einmal eine kleine Umfrage dazu gemacht und alle meinten, dass sie Bock auf die Zweite Liga hätten. Alle wollen hoch. Wir werden deshalb weiter Gas geben, sehen es aber auch entspannt. Wenn es am Ende klappt, nehmen wir das gerne an. Wenn nicht, ist es auch kein Beinbruch. Aber wir haben vorsorglich für die Zweite Liga gemeldet und haben auch die Unterstützung vom Verein. Sportdirektor Oliver Kreuzer ist ein echter Supporter und auch vonseiten des Präsidiums erhalten wir viel Zuspruch.

Wenn die Saison jetzt tatsächlich fortgesetzt wird, haben Sie dann alle Frauen an Bord?
Konrad

Ja, bis auf Pia Nagel, die noch in den USA weilt und bei der nicht klar ist, ob sie in der Rückrunde noch zu uns stoßen wird. Aber in der nächsten Saison steht sie auf jeden Fall wieder zur Verfügung. Zudem haben wir uns mit Enya Wolff, die aus Hoffenheim zu uns kam, und mit Selina Dollt, die nach ihrer Babypause zurückgekehrt ist, weiter verstärkt.

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