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Trainingslager

KSC verliert Testspiel gegen Zenit St. Petersburg

Der Karlsruher SC hat am Tag vor der Abreise aus Österreich seine erste Niederlage während der Vorbereitung auf die am 24. Juli in Rostock beginnende Zweitligasaison erlitten. In Sankt Johann in Tirol war Zenit St. Petersburg der erwartet überlegene Sparringspartner.

Treffen mit Meistern: KSC-Neuzugang Lucas Cueto (hinten) bemüht sich gegen St. Petersburgs Brasilianer Malcolm, vorrmals FC Barcelona, um den Ball. Foto: Helge Prang/GES

Oliver Kreuzer schaute betroffen. Er dachte schon an die Folgen. „Wenn sich der Verdacht bestätigt, werden wir auf dem Markt für diese Position nochmal etwas machen“, legte sich der Sportgeschäftsführer des Karlsruher SC zum Abschluss des neuntägigen Trainingslagers im österreichischen Neukirchen am Großvenediger fest.

Mittelfeldspieler Leon Jensen war beim 0:0 im Testspiel des Fußball-Zweitligisten gegen Drittligist Türkgücü München in Sankt Ulrich am Pillersee nach einem Zweikampf im vom Regen aufgeweichten Rasen hängen geblieben.

„Dann war es passiert“, fand Jensen später, mit Gehhilfen und Schmerzmitteln versorgt, nur wenige Worte für sein Pech. KSC-Teamarzt Marcus Schweizer befürchtete, dass die zu Wochenbeginn geplanten Untersuchungen des rechten Knies des Neuzugangs einen Riss des vorderen Kreuzbandrisses zeigen werden. Eine Zwangspause von sechs bis neun Monaten wäre dann realistisch, die Saison für Jensen gelaufen, bevor sie begann.

Das Pech Jensens überschattete den sportlich wertvollen Doppel-Testsonntag, der am Abend mit einer 1:3(0:2)-Schlappe gegen den russischen Meister Zenit St. Petersburg ausklang. Es war die erste Niederlage der Blau-Weißen während ihrer Saisonvorbereitung.

Letztes Testspiel gegen 1. FC Saarbrücken

An diesem Montag werden die KSC-Profis aus ihrem Quartier im Pinzgau ausziehen und in die Heimat zurückreisen. Eichner wird danach allen Spielern eine Verschnaufpause bis Donnerstag gönnen. Am Samstag folgt die Saison-Generalprobe gegen den 1. FC Saarbrücken. Schon eine Woche später geht es bei Hansa Rostock um Punkte.

In St. Johann in Tirol, wo an die 300 Zuschauern das von der Finanzkraft der Clubs aus Karlsruhe und St. Petersburg so ungleiche Treffen sehen wollten, fehlten dem KSC weiter der verletzte Marc Lorenz und auch Marco Thiede (Infekt).

Eichners Startelf mit allen Stammkräften und dem Zugang Lucas Cueto über die linke Seite legte einen forschen Start hin, fand nach ersten ansehnlichen Vorträgen über die Außenbahnen aber keine Abnehmer im Strafraum. Die Russen waren da effektiver und kamen mit ihrer ersten Chance in der 13. Spielminute durch Sardar Azmoun zum Führungstor.

Den KSC störte das nicht weiter, er mühte sich tapfer. Philipp Hofmann (22.) verpasste nach einer Linksflanke von Philip Heise die erste Chance zum Ausgleich. Der Ball war dem Mittelstürmer über den Scheitel gerutscht.

Fünf Minuten später fehlte dem aufgerückten Innenverteidiger Robin Bormuth nach einem Freistoß von Marvin Wanitzek und der Ablage von Kapitän Jérome Gondorf Fortune. Kurz darauf hatte Wanitzek Pech mit seinem von Schlussmann Mikhail Kerzhakov parierten Schuss. Die Versäumnisse rächten sich: Nach einem Ballverlust von Malik Batmaz fuhr Zenit in der 39. Spielminute den nächsten Konter. Wieder war es Azmoun, der zum 2:0-Pausenstand erhöhte.

KSC kommt nach der Pause dem Ausgleich nahe

Nach der Pause dauerte es nur 32 Sekunden, als der 2019 für 40 Millionen Euro vom FC Barcelona zu den Russen gewechselte Brasilianer Malcom gegen KSC-Keeper Marius Gersbeck die Riesenchance zur Vorentscheidung liegen ließ.

Dafür kam der KSC heran. Wanitzek war im Strafraum von Zenit gelegt wurden. Gondorf verlud Kerzhakov (52.) vom Elfmeterpunkt. Zenit, von Malcolm angetrieben, tauchte danach häufiger vor dem KSC-Tor auf, spielte keinen seiner Angriffe aber konzentriert zu Ende. Der aufmerksame Gersbeck konnte sich mehrfach auszeichnen. Der KSC versteckte sich zu keiner Zeit und kam Mitte der zweiten Hälfte, unter anderem durch Heise, dem Gleichstand nahe. Danill Kuzetsov (80.) sorgte schließlich dafür, dass St. Petersburg doch das letzte Wort hatte.

Intensives Match gegen Münchner

Gegen den starken Drittligisten Türkgücü hatte sich auch die schwächer formierte Elf der Karlsruher davor teuer verkauft. Das deutliche Chancenplus besaß zwar das Team aus München, das mit den ehemaligen KSC-Profis René Vollath im Tor und mit Sercan Sararer angetreten war.

Doch bis zum Schluss hielt der KSC gut dagegen. „Es war ein sehr intensives Spiel, was auch den Bedingungen geschuldet war. Wir haben gebraucht, um hineinzukommen, haben es dann aber immer besser gemacht. Wären wir im letzten Drittel noch etwas genauer gewesen, wäre sicher noch etwas herausgesprungen“, kommentierte Fabian Schleusener danach. Positiv war beim 0:0 Nachwuchsmann Tim Rossmann aufgefallen, der auf der linken Abwehrseite neben den aufmerksamen Daniel Gordon und Lazar Mirkovic ein forsches Spiel machte. Eichner war einverstanden mit dem Tests am Mittwoch, „weil ich weiß, was wir die letzten Tage gemacht haben“.

Karlsruher SC (gegen Türkgücü München): Kuster – Rabold, Gordon, Mirkovic, Rossmann – Fröde, Breithaupt (71. Wanitzek), Jensen (40. Freiwald) – Kaufmann (71. Batmaz), Schleusener, Kother (71. Cueto).

Karlsruher SC (gegen Zenit St. Petersburg): Gersbeck – Jung, Bormuth, Kobald, Heise – Gondorf, Wanitzek, Choi (72. Breithaupt) – Batmaz (72. Kaufmann), Hofmann, Cueto (72. Kother).

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