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Eichner sieht Unberechenbarkeit als Faktor

Lorenz’ Wucht und Heises Raffinesse: KSC setzt auch in Osnabrück auf Standard-Waffe

Dass der KSC zuletzt dreimal in Serie jubeln durfte, hat auch mit dessen Stärke nach ruhenden Bällen zu tun. Auch in Osnabrück werden sich Heise, Lorenz und Co wieder auf die Suche nach Abnehmern begeben.

Feiner linker Fuß: Die Hereingaben von KSC-Außenverteidiger Philip Heise sorgen immer wieder für Gefahr. Foto: Helge Prang/GES

Wenn sich der Karlsruher SC am kommenden Samstag (13 Uhr) an der Bremer Brücke mit dem VfL Osnabrück duelliert, wird aller Voraussicht nach auch Philip Heise wieder von Beginn an auf dem Feld stehen. Es wird dann Heises zehnter Startelf-Einsatz im zehnten Saisonspiel sein. Nur Torhüter Marius Gersbeck, Kapitän Jérôme Gondorf, Mittelfeld-Abräumer Lukas Fröde und Rechtsverteidiger Marco Thiede können beim KSC die gleiche Bilanz vorweisen.

Im Gegensatz zu seinem Pendant auf der rechten Abwehrseite ist Heise bislang dennoch nicht unbedingt die Konstanz in Person. Starke Offensivszenen wechseln sich bei ihm mit leichtsinnigen Defensivaktionen ab. Der 29-Jährige kann was am Ball und bringt zweifelsohne Offensivpower mit, gibt manchmal aber auch den Bruder Leichtfuß. Dann versucht er schon mal, einen Flugball mit der Hacke zu klären, oder er tunnelt wie zuletzt im Spiel gegen den SC Paderborn (1:0) einen Gegenspieler in der Nähe des eigenen Strafraums.

Wir sind froh, dass Pippo da ist.
KSC-Cheftrainer Christian Eichner über Philip Heise

Heise hat die Ruhe weg. Für seinen Trainer ist das Fluch und Segen zugleich. „Wir sind froh, dass Pippo da ist. Er hat unser Spiel von hinten raus fußballerisch enorm bereichert“, sagt Christian Eichner über Heise, mit dem er am Donnerstagvormittag gemeinsam auf dem Pressepodium saß. Eichner ließ bei der virtuellen Medienrunde aber auch diese „anderen Dinge“ nicht ganz unerwähnt. Bei diesen gleiche man sich immer mehr an, erklärte der KSC-Coach und fügte hinzu, Heise habe seine persönliche Messlatte am vergangenen Samstag extrem hochgelegt.

Gegen Paderborn war der von Norwich City ausgeliehene Linksverteidiger zudem ein weiteres Mal als gefährlicher Eckenschütze in Erscheinung getreten und hatte so auch den Siegtreffer durch Daniel Gordon initiiert. Die Standardstärke sei ein extrem wichtiges Merkmal in dieser Liga, betonte Eichner am Donnerstag und verwies etwa auf die Niederlage gegen Darmstadt. Beim 3:4 Anfang November waren es ruhende Bälle des Gegners, die den Karlsruhern letztlich das Genick brachen. Bei den anschließenden Siegen auf St. Pauli (3:0) und in Braunschweig (3:1) erwiesen sich dann aber Standards als wichtige Offensivwaffe von Eichners Team.

Unberechenbarkeit bei Standards ein wichtiger Faktor

Für den Cheftrainer ist hierbei auch die Unberechenbarkeit der Hereingaben ein wichtiger Faktor „Marc Lorenz, Philip Heise, Marvin Wanitzek – das ist ja alles eine andere Art und Weise, wie die Bälle reinkommen“, erklärte er und ergänzte mit einem Seitenblick zu Heise: „Die Bälle von Marc Lorenz wollte ich nicht köpfen müssen, bei Pippo sind sie vielleicht ein bisschen zarter.“

Die Abnehmer der Ecken und Freistöße sind dagegen eher robusterer Natur. Stürmer Philipp Hofmann lauert regelmäßig im Sechzehner auf Kopfbälle, dazu die Innenverteidiger Daniel Gordon und Christoph Kobald oder auch der Sechser Fröde. Doch auch der Kontrahent aus Osnabrück hat im Saisonverlauf bereits mehrfach nach ruhenden Bällen zugeschlagen und sich auch deshalb bis auf Platz fünf der Tabelle vorgearbeitet.

Mit einem weiteren Dreier würde auch der KSC in solche Sphären vorstoßen, was für Heise wichtiger ist als die Fortsetzung der nun drei Spiele umfassenden Siegesserie. „Am Wochenende zählen die 90 Minuten und die drei Punkte. Es spielt keine Rolle, was davor passiert ist. Das Einzige, was schön ist: Man kann nach dem Spieltag auf die Tabelle schauen und ein bisschen durchatmen“, sagt Heise, dem bewusst ist, dass eben dies in der vergangenen Runde im Wildpark nur selten möglich war.

Durchatmen ist zurzeit im Training allerdings eher weniger angesagt. Der Kampf um die Plätze in der Startelf beziehungsweise im Kader läuft. In der Einheit am Donnerstag waren bis auf den Langzeitverletzten Janis Hanek alle Spieler mit von der Partie. Rechtsverteidiger Sebastian Jung musste jedoch aufgrund von Oberschenkelproblemen früher in die Kabine.

KSC
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