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Eichner nimmt Defensivverhalten in den Blick

Nach vier Gegentoren bringt der KSC aus Aue viel Arbeit mit

Die vier Gegentore von Aue im Hinterkopf, Terodde und den HSV vor Augen: Vor dem Jahresausklang am Montag hat der KSC viel Arbeit vor sich. Trainer Eichner nimmt vor allem die Defensive in den Blick.

Erfolglose Spätschicht im Erzgebirge: Jérôme Gondorf, Marc Lorenz und Philip Heise (von links) sind mit dem KSC in Aue leer ausgegangen und wollen es am Montag gegen den HSV besser machen. Foto: Marvin Ibo Güngör/GES

Für den Freitag gab Christian Eichner seinen Spielern nur zwei Aufträge mit auf den Weg: Diese sollten jeder für sich die Beine lockern und ansonsten „Körper und Geist mal vom Fußball fernhalten“. Am Wochenende werden sich die Blicke beim Karlsruher SC dann ganz intensiv auf das letzte Spiel des Jahres richten, das am Montagabend (20.30 Uhr) im Wildpark gegen den Hamburger SV ansteht.

Ganz so leicht fiel es den nun auf Platz zehn positionierten Karlsruhern wohl nicht, nach dem 1:4 (0:2) bei Erzgebirge Aue vom Donnerstagabend den Kopf frei zu bekommen. Die eine oder andere Szene dürfte Philipp Hofmann und Co auf der stundenlangen Busfahrt in der Nacht noch beschäftigt haben.

Jene etwa, die sich nach einer Stunde Spielzeit ereignet hatte. Hofmann war per Kopf das vermeintliche 2:3 gelungen, das Video-Assistent Robert Kampka nach Studium der TV-Bilder aber wegen einer hauchdünnen Abseitsposition aberkennen ließ.

„Das passt so ein bisschen zum Spiel, das war am Ende mega-unglücklich“, fand Hofmann und dachte dabei auch an seine Doppelchance kurz vor der Pause sowie an einen Elfmeter für sein Team, den Schiedsrichter Patrick Alt dann doch noch zurückgenommen hatte. Der Torjäger vergaß aber auch nicht zu erwähnen, dass es letztlich die ungenügende Defensivleistung gewesen war, die dem KSC die sechste Saisonniederlage eingebracht hatte.

Und so ist Hofmanns Mahnung, hinten müsse möglichst lange die Null stehen, vor der Begegnung mit den zweitplatzierten Hamburgern am Montag aktueller denn je. In Aue hatte Torhüter Marius Gersbeck bereits nach knapp zwei Minuten das erste Mal hinter sich greifen müssen, nach 19 Minuten das zweite Mal. „Das war von Anfang an nur Begleitschutz, so kannst du keine Spiele gewinnen“, ärgerte sich Hofmann über das mitunter laxe Zweikampfverhalten im hinteren Drittel.

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Eichner sieht „Qualität der Abschlüsse“ als einen der Knackpunkte

Doch im Schacht von Aue, aus dem der KSC seit 2011 punktlos zurückgekehrt war, hatten sich auch Lichtblicke gezeigt. Nach dem 0:3 durch den überragenden Pascal Testroet gab sich die Mannschaft um Kapitän Jérôme Gondorf keineswegs auf, sondern erarbeitete sich in den da noch verbleibenden 40 Minuten mehrere Hochkaräter und die Chance auf ein Comeback.

„Ich glaube, wir haben gerade in der zweiten Halbzeit ein richtig gutes Spiel gemacht“, meinte Gondorf, der allerdings auch festhielt: „Wir haben uns definitiv selbst geschlagen.“ Eichner hatte in der „Qualität der Abschlüsse“ einen der Knackpunkte ausgemacht.

Gollers Torpremiere als Lichtblick

Für das einzige KSC-Erfolgserlebnis in einer temporeichen Partie hatte Benjamin Goller mit seinem ersten Pflichtspiel-Tor im Dress der Blau-Weißen gesorgt. „Es ist schön, dass er sich belohnt hat für ein gutes Spiel“, sagte Eichner über die Leihgabe von Werder Bremen, der bei den Karlsruhern zu den Aktivposten zählte. Eine Premiere feierte auch der kurz vor Schluss eingewechselte Jannis Rabold mit seinem ersten Zweitliga-Einsatz.

Warum nach der Erfolgsserie von vier Siegen am Stück nun in Aue und zuvor gegen Düsseldorf (1:2) keine weiteren Zähler auf das KSC-Konto gewandert waren, sah Eichner vor allem auch in der Defensivleistung begründet: „Um in der Zweiten Liga in die Punkte zu kommen, sind sechs Gegentore in zwei Spielen einfach zu viel. Wir müssen besser verteidigen und werden wieder besser verteidigen.“ Wenn Eichner seine Spieler am Samstag wieder im Wildpark begrüßt, wird ein besseres Abwehrverhalten ganz oben auf seinem Wunschzettel stehen.

Am Montag kommen Terodde und der HSV in den Wildpark

Und der KSC-Coach hätte sicher nichts dagegen, wenn seine Mannschaft gleich am Montag ein solches an den Tag legen würde. Der HSV bringt schließlich in Simon Terodde (13 Treffer) den aktuell besten Zweitliga-Torjäger mit nach Karlsruhe und stellt insgesamt bislang die gefährlichste Offensive (25). Nichtsdestotrotz stieg Eichner am Donnerstag um kurz vor Mitternacht keineswegs mutlos, sondern vielmehr tatendurstig in den Bus. „Von mir aus könnte es morgen schon weitergehen“, sagte er.

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