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0:1-Niederlage gegen den VfL Bochum

Sitzend im Norden: So war das KSC-Heimspiel für die Fans

Am Sonntag sind erstmals seit Ende Februar wieder Zuschauer auf der Nordtribüne zugelassen. Die müssen wegen Corona sitzen – und erleben nicht nur deshalb einen außergewöhnlichen Nachmittag.

Ungewohnte Position: Die KSC-Fans mussten am Sonntag auf der Nordtribüne sitzen. Foto: Helge Prang/GES

Die Rückkehr in die vermeintliche Fan-Normalität beginnt für einen Teil der KSC-Anhänger mit einer ziemlich ungewohnten Aktion: Auf der Nordtribüne des Wildparkstadions müssen sie sich auf die Suche nach ihrem Platz machen. Markierungen am Boden geben an, wo die per Losverfahren ermittelten Ticketinhaber die Zweitliga-Partie des Karlsruher SC gegen den VfL Bochum verfolgen werden – sitzend. Dort, wo sonst Tausende von Fans Schulter an Schulter grölen, fluchen, pfeifen, haben sich an diesem Sonntagnachmittag nur rund 500 niedergelassen. Die großen Lücken im Fanblock sind – natürlich – Corona geschuldet, der Sitzzwang ebenso.

Die von der Politik erlaubte 20-Prozent-Auslastung heißt auf der Wildpark-Baustelle: 1.200 Zuschauer dürfen kommen. Gut zwei Wochen zuvor im Pokal waren nur 450 zugelassen. Die Blöcke im Norden, in denen sonst keiner auf die Idee käme sich hinzusetzen, sind gegen Bochum erstmals seit Ende Februar wieder besetzt. Stadion-Feeling kommt dennoch kaum auf, findet zumindest Steven Wemyss. Der junge Mann ist erstmals seit acht Monaten wieder bei einem Spiel im Wildpark. „Man nimmt halt, was man kriegen kann“, sagt er, betont aber: „Das ist schon was ganz anderes. Sind halt insgesamt einfach viel zu wenig Leute.“

Nur beim Badnerlied stehen alle

Die wenigen geben ihr Bestes, um von den Protagonisten auf dem Rasen gehört zu werden. Als sich ihr Team nach der Pause immer verzweifelter gegen die drohende Niederlage stemmt, stampfen die verhinderten Stehplatz-Fans kurzerhand mit den Füßen auf die Stufen. „Schon ganz cool“ fand Christian Süß denn auch die Stimmung auf den ausgedünnten Rängen.

Und einmal bringen sich die Fans auf der Nordtribüne dann doch in gewohnte Stellung: Als vor dem Anpfiff das Badnerlied läuft. Gleich danach ist auf Anweisung der Ordner aber wieder kollektives Hinsetzen angesagt. Und Grund zum Aufspringen bekommen Süß und seine Leidensgenossen in den folgenden 90 Minuten nicht mehr. Ihr Team verliert mit 0:1. Für KSC-Anhänger Süß war der Stadionbesuch unter Corona-Bedingungen abgesehen von der Niederlage ganz in Ordnung. „Besser so wie gar nicht“, lautet sein Fazit.

KSC
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