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Irorere verursacht zwei Foulelfmeter

KSC unterliegt dem HSV im Überraschungstest

Der Karlsruher SC und der Hamburger SV trafen am Freitagnachmittag in Spanien in einem überraschend angesetzten Testspiel aufeinander. Der badische Fußball-Zweitligist unterlag den Hamburgern mit 1:3 (0:2)

Streithähne: KSC-Profi ucas Cueto und sein HSV-Gegenspieler Jan Gyamerah lieferten sich im ersten Abschnitt des Testspiels in Estepona einige hitzige Duelle. Foto: Hege Prang/GES

Dichtgehalten hatten sie alle beim Karlsruher SC. Der Cheftrainer Christian Eichner, der die Absicht eines Testspiels gegen den Zweitliga-Dritten Hamburger SV zu Wochenbeginn auf Nachfrage sogar noch ausgeschlossen hatte. Der Sportdirektor Oliver Kreuzer, der noch zur Mittagszeit nichts davon fallen ließ, was auf das bevorstehende Sparring hingewiesen hätte.

Denn auf der Trainingsanlage, die die Mannschaft der Badener seit Anfang der Woche in Estepona und noch bis Sonntagabend nutzt, standen um 15.30 Uhr nicht die Hütchen für die übliche Nachmittagseinheit im Trainingslager bereit, sondern die Mannschaft des Ligarivalen aus Hamburg am Tag vor deren Abreise aus Andalusien.

Der KSC sollte das Kräftemessen dann mit 1:3 (0:2) verlieren, was gemessen an den Leistungen beider Mannschaften in Ordnung ging.

Eichner begrüßte seinen Trauzeugen Michael Mutzel, der Sportdirektor des HSV ist und der im Vorfeld das Match auch nicht beworben hatte. Die alten Freunde sahen vor rund 50 KSC-Fans ein ordentliches Testspiel, in das die Elf der Karlsruher mit Philipp Hofmann und Stefano Marino als Doppelspitze gestartet war und anfangs auch wacher war. Marino (3.) setzte bei erster Gelegenheit einen Heber knapp neben das Tor. Lucas Cueto (7.) traf bei der nächsten Chance nur die Latte des Tores, das Daniel Heuer Fernandes hütete.

Irorere verursacht zwei Foulelfmeter für den HSV

HSV-Coach Tim Walter, auch er ein alter Karlsruher Bekannter, konnte mit der Anfangsphase überhaupt nicht zufrieden sein und tat seinen Unmut auch einmal lautstark kund. In Führung ging dann aber doch seine Mannschaft. KSC-Verteidiger Felix Irorere hatte im eigenen Strafraum Manuel Wintzheimer mit unfairen Mitteln gebremst und Robert Glatzel (12.) dann vom Punkt gegen Marius Gersbeck getroffen.

Die Hamburger, die 25 Kilometer weiter westlich in Sotogrande ihre Zelte aufschlugen, übernahmen danach die Kontrolle und brachten den KSC einige Male ins Schwimmen. Ein weiterer HSV-Treffer von Mikkel Kaufmann fand wegen einer Abseitsposition aber zurecht keine Anerkennung. Bald darauf hatte sich Jan Gyamerah über die linke Seite durchgesetzt. Dessen Flanke auf Wintzheimer wehrte Gersbeck ab, den Nachschuss setzte der HSV-Schütze dann daneben.

Den zweiten HSV-Treffer hatte wiederum Irorere auf dem Gewissen. Diesmal legte der überforderte Nebenmann von Daniel O´Shaughenssy kurz vor dem Tor David Kinsombi. Der Gefoulte, auch er ehemals in KSC-Diensten, schoss selbst und wuchtete seinen Strafstoß trocken ins rechte obere Eck.

Kurz vor der Pause fliegen Giftpfeile zwischen dem KSC und dem HSV

Die spielerische Überlegenheit des HSV blieb bis zur Pause deutlich. Struktur und Ideen fehlten in den Reihen der Blau-Weißen. Auch von den ruhenden Bällen, von denen Marvin Wanitzek und Marc Lorenz von der rechten Seite einige in den Strafraum schlagen konnten, ging keine wirkliche Gefahr aus.

Erst gegen Ende des ersten Abschnitts wirkte der KSC wieder präsenter - Lorenz (41.) bot sich vor dem HSV-Tor noch eine Gelegenheit zum Anschlusstreffer, wurde aber von HSV-Keeper Heuer Fernandes aufgehalten. Schließlich kamen die Delegationen beider Teams vor der Pause nochmal richtig in Wallung. Cueto und Gyamerah hatten sich auf ihrer Seite in die Wolle bekommen, was Giftpfeile von beiden Trainerseiten in die jeweils andere Richtung fliegen ließ.

Meissner erhöht, van Rhijn antwortet

Nach der Pause ging es munter weiter. Eichner hatte durchgewechselt und auf 4-3-3 umgestellt. Der HSV, der Robin Meissner und Jonas David für seine Torschützen Wintzheimer und Kinsombi brachte, profitierte dann von einem Fehler des von Kaufmann unter Druck gesetzten Markus Kuster im KSC-Tor, Meissner war zur Stelle. Es blieb nicht die einzige Unsicherheit des für Gersbeck eingewechselten Österreichers im Kasten des KSC.

Fast im Gegenzug kam der KSC zum Anschlusstreffer. Fabian Schleusener, für Hofmann gekommen, zog von der Strafraumgrenze ab. Heuer Fernandez parierte den Schuss des KSC-Angreifers, doch der durchgelaufene Ricardo van Rhijn sagte „Danke“ und staubte ab.

Nach etwas mehr als einer Stunde nahm Walter sowohl Jonas Meffert als auch Sebastian Schonlau heraus und brachte in Elijah Krahn und Bent Andresen zwei frische Kräfte. Der KSC gewann an Übergewicht. Dem HSV, von dem sich der KSC Anfang November in seinem Zweitliga-Hinrundenspiel 1:1 getrennt hatte, war zwischenzeitlich deutlich anzumerken, dass ihnen die harte Trainingswoche in den Knochen steckte.

KSC weiß Räume nicht zu nutzen

Eichners Mannschaft boten sich im letzten Platzdrittel vorher nicht vorhandene Räume, doch wussten sie diese nicht zu nutzen. Es fehlte die letzte Konsequenz, das, was Eichner oftmals als „Gier“ bezeichnet. Kilian Jakob (77. und Jérome Gondorf (86.) hatten die besten Chancen, wenigstens noch auf 2:3 zu stellen. Dem Linksverteidiger geriet sein Abschluss aber zu schwach, und der KSC-Kapitän scheiterte aus Kurzdistanz am HSV-Keeper.

Im ersten Testspiel während seines bis Montag vorgesehenen Trainingslagers in Spanien hatte sich der KSC am Mittwoch mit einem 0:0 vom belgischen Meister FC Brügge getrennt.

Karlsruher SC: Gersbeck (46. Kuster)– Thiede (46. van Rhijn), Irorere (46. Kobald), O´Shaughnessy (46. Gordon), Heise (46. Jakob) – Cueto (46. Rossmann, 70.Rabold), Breithaupt (46. Mirkovic), Wanitzek (46. Gondorf), Lorenz (46. Kother) – Marino (46. Sihlaroglu), Hofmann (46. Schleusener).

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