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Mitglieder-Entscheid im April

Wellenreuther und Co treiben beim KSC Insolvenzpläne voran

An einem Insolvenzverfahren führt beim Karlsruher SC kein Weg vorbei - es sei denn, die Mitglieder legen ihr Veto ein. Diese sollen voraussichtlich noch im April zu den Plänen befragt werden. Corona-bedingt wird die Versammlung virtuell über die Bühne gehen.

Im Wildpark nehmen die Insolvenzpläne immer mehr Gestalt an. In den kommenden Wochen werden die Mitglieder dazu befragt. Foto: GES

Bis man auf den Trainingsplätzen im Wildpark wieder Fußballer sprinten sieht, dürften noch einige Tage vergehen. Die Profis müssen vorerst weiter zu Hause an ihrer Fitness arbeiten. Das Tempo halten dieser Tage beim Karlsruher SC andere hoch: Die Verantwortlichen des Fußball-Zweitligisten haben es mit ihren Insolvenzplänen ziemlich eilig.

Am Mittwoch waren KSC-Präsident Ingo Wellenreuther und Geschäftsführer Michael Becker bei den Hausbanken und beim Oberbürgermeister vorstellig geworden, am Tag darauf wurden die Gremien informiert. Und am Freitag erklärte Wellenreuther, dass man bald Nägel mit Köpfen machen wolle.

Voraussichtlich Ende April sollen die Mitglieder des finanziell schwer angeschlagenen Traditionsclubs den Weg in die Insolvenz frei machen. Die Satzung schreibe dies so vor, lautet zumindest Wellenreuthers Einschätzung, der ohnehin findet: „Bei so einer wichtigen Entscheidung müssen die Mitglieder miteinbezogen werden.“

Einfache oder Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich?

In einer außerordentlichen Versammlung, zu der der Club in der kommenden Woche einladen will und die dann Ende April anstehen dürfte, sollen die rund 8.100 stimmberechtigten Mitglieder dann entscheiden, ob eine Planinsolvenz das Mittel der Wahl sein soll, um der durch Corona noch einmal verschärften Finanznot zu begegnen.

Eine passende Örtlichkeit für die Sitzung zu finden, bleibt den Verantwortlichen erspart: Corona-bedingt kann und muss die Versammlung virtuell abgehalten werden. Das genaue Prozedere soll in den kommenden Tagen festgelegt werden. Zudem lassen die Verantwortlichen rechtliche Aspekte prüfen und zudem die Frage, ob eine einfache oder eine Zwei-Drittel-Mehrheit notwendig ist.

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Aktienausgabe wird voraussichtlich verschoben

Wellenreuther und Co sehen das Insolvenz-Szenario offenbar mittlerweile als einzig sinnvollen Weg aus der Krise an, erst recht nachdem sich der Aktienverkauf, von dem man sich eigentlich Erlöse von mindestens 15 Millionen Euro erhofft hatte, bislang als Rohrkrepierer erweist. Nun ist es wahrscheinlich, dass die Ausgabe an Kleinanleger bis 25.000 Euro, die eigentlich ab Mitte April zum Zuge kommen sollten, deutlich nach hinten verschoben wird.

Offenbar hat auch für die Vereinsgremien die Insolvenzidee einen gewissen Charme. Diese hätten sich dazu überwiegend positiv geäußert, erklärte Wellenreuther. Billigen die Mitglieder die Pläne wäre nach wenigen Monaten ein Neuanfang möglich und das ausnahmsweise ohne den sonst üblichen Abzug von neun Punkten für die Profimannschaft.

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Profis weiter vorerst im Homeoffice

Wann die wieder in Liga zwei den Kampf gegen den Abstieg aufnimmt, ist weiter offen. Die Pause war vor wenigen Tagen in den beiden höchsten deutschen Spielklassen bis zum 30. April verlängert worden. Während Bundesligist 1899 Hoffenheim ab der kommenden Woche in Kleingruppen trainiert, ist für David Pisot und Co vorerst weiter Homeoffice angesagt, wie Cheftrainer Christian Eichner bestätigte.

KSC
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