Skip to main content

Motorsport

Luke Wankmüller aus Ellmendingen setzt in der DTM-Trophy zu neuen Überholmanövern an

Erst schien für Luke Wankmüller unklar, wie und wo seine Karriere weitergehen würde. Corona erschwerte die Planungen. Doch plötzlich ging für den Ellmendinger alles ganz schnell.

Neuer Bolide: Luke Wankmüller fährt in der DTM-Trophy in einem BMW M4 GT4. Im vergangenen Jahr saß er noch in einem Mercedes-AMG GT4 im Cockpit. Foto: TF Production

Der Blick in den Rückspiegel, er bleibt auch Luke Wankmüller nicht immer erspart. Sowohl auf als auch abseits der Rennstrecke. Viel lieber tritt der Rennfahrer das Gaspedal aber voll durch. Auch in Corona-Zeiten.

Nach seinen Auftritten in der ADAC-GT4 Germany im vergangenen Jahr in seinem Mercedes-AMG GT4 stand in den vergangenen Monaten die Sponsorensuche im Vordergrund. Lange Zeit schien offen, wohin der Weg des Motorsportlers führen würde. Doch dann ging alles plötzlich ganz schnell.

Notenschnitt von 1,1 im Abi

Kurz vor Beginn der in diesem Jahr erstmals ausgerichteten Rennserie DTM-Trophy ereilte den Youngster aus Ellmendingen der Anruf von FK Performance aus Bremen. Der Deal ging rasch über die Bühne, kurze Zeit später drehte der Förderkandidat der ADAC Stiftung Sport in seinem neuen BMW M4 GT4 zehn Testrunden auf dem Nürburgring, ehe es zum ersten Rennen ins belgische Spa ging. „Neben der Nordschleife ist das eine der schwierigsten Rennstrecken der Welt, die ich nur aus dem Simulator kannte“, berichtet Wankmüller.

Und selbst für Fahrten am Simulator war zuletzt wenig Zeit geblieben. „Ich war mehr mit Sponsorenakquise und Marketing als mit dem Fahrsimulator beschäftigt”, so der 19-Jährige. Obendrein standen am Schiller-Gymnasium in Pforzheim die Abiturprüfungen an, die er mit einem Schnitt von 1,1 abschloss. Der donnerstags und freitags verpasste Schulstoff wurde häufig auf den Heimfahrten nach den Rennen nachgeholt.

Konzentriert im neuen Wagen: Kelterns Luke Wankmüller lieferte beim ersten Rennen in Spa eine gute Vorstellung ab. Foto: TF Production

Die erste Herausforderung im neuen Auto verlief vielversprechend, wenngleich die Bedingungen keine einfachen waren. Im freien Training war die Strecke nass, erst zum ersten Zeittraining trocknete sie ab. „Das war für mich ein Nachteil. Mit der Eau Rouge und Blanchimont gibt es zwei schnelle Passagen, in denen man das nötige Vertrauen braucht. Keine Streckenkenntnisse und ein neues Auto waren dafür nicht die besten Voraussetzungen“, so Wankmüller.

Corona verändert den Betrieb

Ungewohnt waren auch die Hygienevorgaben. Die Fahrerbesprechungen erfolgten per Videokonferenz, der Mund-Nasen-Schutz musste auf dem Gelände ständig getragen werden – sogar beim Ablaufen der Strecke. Zuschauer waren ebenfalls nicht zugelassen. „Während des Rennens merkt man das nicht so sehr, aber danach sieht es schon sehr leer aus”, beschreibt der 19-Jährige seine Eindrücke.

Im vergangenen Jahr, bei der ADAC-GT4 Germany, hatten zwischen 17.000 und 25.000 Zuschauer die Rennen verfolgt. Im ersten Rennen selbst gelang Luke Wankmüller ein guter Auftakt. Er kämpfte sich von Position neun bis auf Rang fünf vor, ehe er in der letzten Runde wegen eines defekten Reifens vorzeitig aufgeben musste. Am zweiten Renntag kam er als Siebter ins Ziel.

Seine gesteckten Ziele für dieses Jahr formuliert er ehrgeizig. „Ich will unter die Top-Drei kommen. Dafür habe ich fünf Rennwochenenden Zeit”, so der Rennfahrer. Herausforderungen stehen noch am Lausitzring (21.-23. August), zweimal am Nürburgring (Grand Prix/11.-13. September) und Sprint (18.-20. September), am Circuit Zolder (16.-18. Oktober) und auf seiner Heimstrecke auf dem Hockenheimring (6.-8. November) an. Die Wettläufe werden im Internet bei DTM Grid moderiert übertragen.

Eigentlich bin ich jeden Tag im Jahr damit beschäftigt, Sponsoren zu gewinnen und die Werbefläche am Auto zu füllen.
Motorsportler Luke Wankmüller

Abseits der Rennstrecke versucht Wankmüller weiterhin, das erforderliche Budget aufzutreiben. „Wegen Corona ist das natürlich derzeit besonders schwer. Aber eigentlich bin ich jeden Tag im Jahr damit beschäftigt, Sponsoren zu gewinnen und die Werbefläche am Auto zu füllen. Momentan gibt es noch viele freie Flächen. Es wäre schade, wenn sie frei bleiben”, so das Talent.

nach oben Zurück zum Seitenanfang