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Boxerin wollte zu Olympia

Azize Nimani vom Karlsruher SC kämpft um die Fortsetzung ihrer Karriere

Azize Nimani hatte lange Olympia in Tokio auf dem Schirm. Doch erst musste die Faustkämpferin der Kölnerin Ursula Gottlob den Vortritt lassen, jetzt bedroht eine Sprunggelenkverletzung ihre Karriere.

Banger Blick: Boxerin Azize Nimani vom Karlsruher SC sorgt sich um die Fortführung ihrer Karriere. Foto: Alex Grüber/TeamTokioMRN

Als Fliegengewichtsboxerin Azize Nimani bei den nationalen Ausscheidungswettkämpfen für die Olympia-Qualifikation in Kienbaum unmittelbar vor Weihnachten 2019 der Kölnerin Ursula Gottlob den Vortritt lassen musste, waren die Aussichten für ein Tokio-Ticket der Kämpferin des Karlsruher SC schon auf ein Minimum gesunken.

Zwar mussten dann die Wettbewerbe um die raren europäischen Olympia-Startplätze vor exakt einem Jahr in London wegen Corona nach drei Tagen abgebrochen werden. Doch wenn nun im kommenden Juni in Paris die europäischen Teilnehmerinnen am Tokio-Turnier ermittelt werden, hat sich an der Situation für Nimani nichts verbessert.

Im Gegenteil: Statt um einen Platz für das Olympiateam kämpft die 30-Jährige um ihre Karriere.

Auf 70:30 schätzt die im kosovarischen Vaganica geborene Nimani die Wahrscheinlichkeit, dass es für sie im Ring nicht mehr weitergeht. Eine schwere Sprunggelenkverletzung, bei der sie sich im vergangenen Juli während des Trainings alle Bänder gerissen hat, bereitet der siebenfachen deutschen Meisterin, Vize-Europameisterin 2017 und zweimaligen WM-Fünften immer noch große Probleme.

Die Schmerzen seien nach wie vor da. „Es tut sich leider nicht viel“, sagt Nimani, die seit der Verletzung kaum mehr als Reha-Übungen machen konnte.

Da bei dem Turnier in Paris ohnehin nur noch eine Europa-Qualifikation geboxt wird, hätte die in Heidelberg lebende Boxerin ohnehin keine Chance auf einen Start gehabt. Um Tokio geht es für Nimani aber längst nicht mehr: „Momentan ist mein einziges Ziel nur, wieder gesund zu werden.“

Boxerin Nimani fühlt sich am Olympiastützpunkt in Heidelberg wohl

Bei einem Besuch des Olympiastützpunkts Heidelberg unmittelbar vor ihrer Verletzung hatte sie sich noch optimistisch geäußert, nach dem Lockdown und dem Kampfverbot gut vorbereitet in die um ein Jahr nach hinten verlegte Olympiasaison gehen zu können.

Sie wusste die Vorzüge des Stützpunkts, in dem in diesem Frühjahr auch eine neue Boxhalle eröffnet wird, zu schätzen: „Wir haben hier alles, was ein Sportler braucht: Physios, Ärzte, ein Schwimmbad, Trainingsmöglichkeiten draußen und drinnen. Wir können uns wirklich nicht beschweren.”

Nimani hatte ihre größten Erfolge im Bantamgewicht gefeiert. Doch weil die Klasse bis 54 Kilogramm nicht olympisch ist, wechselte sie vor drei Jahren ins Fliegengewicht (bis 51 Kilo).

Einen ihrer größten Erfolge feierte die im Alter von sieben Jahren mit ihrer Familie aus dem Kosovo nach Deutschland gekommene Faustkämpferin bei der WM 2016 in Astana, als sie in Runde zwei die indische Boxlegende und sechsfache Weltmeisterin Mary Kom ausschaltete.

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