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Weltmeisterschaft in Kanada

Badisches Curling-Trio kämpft um ein Ticket für die Olympischen Spiele

Mit drei Badenern im fünfköpfigen Team startet Deutschland am Freitag in die Curling-Weltmeisterschaft in Calgary. Ziel der deutschen Auswahl ist die Qualifikation für die Olympischen Winterspiele in Peking 2022.

Olympia als gemeinsames Ziel: Die deutsche Curling-Auswahl mit Marc Muskatewitz, Dominik Greindl, Joshua Sutor und Sixten Totzek (von links). Foto: WCF/Richard Gray

Marc Muskatewitz erinnert sich gerne an die Weltmeisterschaft in Kanada vor zwei Jahren. In Lethbridge führte der Sinzheimer die deutsche Curling-Auswahl bei seinem WM-Debüt als Teamkapitän auf den achten Platz. Seit vergangenen Donnerstag weilen Muskatewitz und Co wieder in Kanada, doch die Umstände sind völlig anders.

Diesmal geht es 200 Kilometer weiter nördlich in Calgary um die WM-Medaillen, allerdings vor leeren Tribünen – auch Kanada befindet sich derzeit wegen der Corona-Pandemie in einem Lockdown.

„Man hat nicht die Chance, mit den Fans in Kontakt zu treten“, sagt der 25-jährige Muskatewitz, der die Atmosphäre im Curling-begeisterten Land vermissen wird.

Totzek als Skip, Harsch als fünfter Mann

Sportlich sind die Rollen in der Olympia-Stadt von 1988 verändert. Als deutscher Skip fungiert nun Sixten Totzek (21) vom Baden Hills Golf-und Curling-Club Rastatt. Muskatewitz, der seit Herbst 2018 in Kempten studiert und inzwischen für den CC Füssen startet, rückte auf die zweite Position.

Neu dabei ist auch Totzeks Teamkollege Klaudius Harsch (Rastatt) als fünfter Mann. Das badische Trio wird ergänzt durch Joshua Sutor (Füssen) und Routinier Dominik Greindl (München). Für Totzek, Sutor und Harsch ist es die WM-Premiere bei den Herren.

14 Teams am Start

Gemeinsames Ziel ist die Qualifikation für die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking. Dafür ist mindestens Rang sechs im auf 14 Teams aufgestockten Feld notwendig.

Drei weitere Plätze werden in Qualifikationsturnieren vergeben, China ist als Gastgeber gesetzt. Ziel des deutschen Teams ist bei der WM der sechste Platz und somit das Ticket nach Peking.

In diesem Jahr sind wir richtig gut drauf.
Sixten Totzek, Curler aus Rastatt

„Die Form ist schwierig einzuschätzen. Wir sind aber besser vorbereitet als vor der EM vor eineinhalb Jahren“, meint Muskatewitz mit Blick auf die Europameisterschaft in Schweden 2019. Die im Frühjahr 2020 geplante WM in Glasgow musste ebenso abgesagt werden wie die für den Herbst 2020 vorgesehene EM in Lillehammer. Skip Totzek gibt sich trotz der ungewohnten Vorbereitung optimistisch: „In diesem Jahr sind wir richtig gut drauf.“

In den vergangenen Monaten lag der Fokus auf dem Training, die üblichen Turniere entfielen wegen der Pandemie. Lediglich zwei Trainingsspiele mit Wettkampfcharakter waren möglich, dabei gab es ein 3:3 gegen die Schweiz und eine 2:5-Niederlage in Italien.

Vor dem Abflug nach Kanada begab sich das deutsche Team in Füssen in Quarantäne, bezog gemeinsam eine Wohnung und erhielt eigene Zeiten im Fitnessstudio des Bundesstützpunkts.

Strenge Vorgaben in der WM-Blase

Am 25. März ging es für das deutsche Quintett zusammen mit Bundestrainer Uli Kapp und einem Physiotherapeuten auf die beschwerliche Reise von Füssen nach Frankfurt und von dort über Toronto nach Calgary. „Wir waren 30 Stunden unterwegs und haben 20 Stunden am Stück eine FFP2-Maske getragen.

Die letzten drei, vier Stunden waren sehr anstrengend“, berichtet Muskatewitz. Am Zielort erhielt das Team noch seinen Mietwagen, dann folgten drei Tage in Einzel-Isolation auf den Hotelzimmern mit täglichen PCR-Tests. Der Tross der Curling-WM befindet sich in einer Blase, erlaubt ist nur der Aufenthalt im Hotel, auf dessen Parkplatz sowie in der Halle.

Auftaktspiel gegen Japan

Am Dienstag und Mittwoch fanden die ersten Trainingseinheiten auf dem WM-Eis mit jeweils 40 Minuten statt, an diesem Donnerstag ist das offizielle Training (60 Minuten) geplant.

Zum Auftakt trifft Deutschland am Freitag (14 Uhr Ortszeit/22 Uhr MEZ) auf Japan. Favoriten sind neben Rekord-Weltmeister Kanada (36 Titel) und Titelverteidiger Schweden die in diesem Jahr stark eingeschätzten Schotten.

Mixed Doubles: Harsch schlägt Muskatewitz

In der Disziplin Mixed Doubles vertritt unterdessen der Rastatter Klaudius Harsch mit seiner Partnerin Pia-Lisa Schöll (Oberstdorf) den deutschen Verband bei der Weltmeisterschaft im schottischen Aberdeen (17. bis 23. Mai) und kämpft dabei um ein Olympia-Ticket.

In der nationalen Ausscheidung setzte sich das Duo knapp gegen Marc Muskatewitz und dessen Freundin Lena Kapp (Füssen) durch. „Das war schon ein großer Rückschlag“, sagt Muskatewitz, am guten Verhältnis zu seinem Kollegen im Nationalteam ändere dies allerdings nichts.

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