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„Wir haben uns unter Wert verkauft“

Mittelbadische Curler mit Platz acht bei der EM in Lillehammer unzufrieden

Für das deutsche Curling-Team diente die Europameisterschaft in Lillehammer als Formtest für die Olympia-Qualifikation. Mit Platz acht erreichten die beiden Mittelbadener Sixten Totzek und Marc Muskatewitz das Minimalziel.

Minimalziel erreicht: Deutschlands Skip Sixten Totzek (Mitte) bei der Curling-Europameisterschaft in Lillehammer mit seinen Teamkollegen Joshua Sutor und Dominik Greindl (rechts). Foto: Javad Parsa/dpa

Sixten Totzek aus Rastatt und Marc Muskatewitz aus Sinzheim hatten kurz vor ihrer Heimreise aus Norwegen doch noch etwas zu feiern.

Die beiden Führungskräfte der Curling-Nationalmannschaft erlebten den Bronze-Gewinn der deutschen Frauen vor Ort in Lillehammer.

Für die Männer lief es bei der Europameisterschaft deutlich schlechter.

Neuer Modus bringt WM-Ticket

Im Feld der insgesamt zehn Teams landete Deutschland nach drei Siegen und sechs Niederlagen nur auf dem achten Rang, im Vorfeld galt Platz sieben wegen der direkten Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2022 in Las Vegas (2. bis 10. April) als Minimalziel.

Dass für das WM-Ticket auch der achte Platz ausreicht, erfuhren Totzek und Co eher zufällig vor dem abschließenden EM-Spiel gegen die Schweiz. Thomas Lips, Trainer der Schweizer und einst Nationaltrainer in Deutschland, machte seine früheren Schützlinge auf die neuen Regeln aufmerksam.

Als Folge der vor zwei Jahren eingeführten WM-Qualifikation sind die Top Acht der Europameisterschaft direkt für die Weltmeisterschaft qualifiziert. Der Neunte und Zehnte der EM steigen in die B-Gruppe ab, können über die Qualifikation aber noch ihr WM-Ticket lösen.

Wir haben uns unter Wert verkauft.
Sixten Totzek, Skip des deutschen Curling-Teams

Dem deutschen Team bleibt zwar die WM-Quali im Januar in Finnland erspart, glücklich war Skip Totzek mit dem Abschneiden bei Europameisterschaft jedoch nicht. „Wir haben uns unter Wert verkauft“, sagt der 21-Jährige vom Baden Hills Golf- und Curling Club.

Drei extrem knappe Spiele verloren die Deutschen, im Idealfall wäre Rang vier und somit der Einzug in die Play-offs drin gewesen. Die abschließende Partie gegen die Schweiz ging erst in der Verlängerung mit 6:7 verloren. Im Fall eines Sieges wäre Deutschland auf dem fünften Platz gelandet.

Es zeigt unsere Qualität, wenn wir die Schweiz ins Zusatz-End zwingen.
Marc Muskatewitz, Vize-Skip des deutschen Teams

„Es zeigt unsere Qualität, wenn wir die Schweiz ins Zusatz-End zwingen. Bis auf wenige Spiele ging alles um Haaresbreite. Das Niveau war so gut, dass die kleinsten Fehler entschieden haben“, sagt Vize-Kapitän Muskatewitz (25), der in Kempten lebt und mittlerweile für den CC Füssen startet.

Nur gegen den späteren Europameister Schottland und dessen Finalgegner Schweden sei man chancenlos gewesen.

Geringes Interesse in der Halle

Weit entfernt von der Atmosphäre von den Olympischen Winterspielen 1994 war unterdessen die Stimmung in Lillehammer.

Trotz im Vergleich zu Deutschland recht lockerer Corona-Auflagen waren nur zwischen 50 und 200 Zuschauer in der Håkons Hall (Kapazität: 11.500) im Olympia-Park. „Wir hatten uns mehr erwartet, weil Lillehammer eine Sport-Stadt ist“, so Totzek.

Olympia-Quali in den Niederlanden

Wichtiger als das EM-Turnier ist die anstehende Olympia-Qualifikation, bei der insgesamt neun Teams um noch drei offene Plätze für Peking spielen.

Nach einigen Ruhetagen und einem Trainingslager am Bundesstützpunkt in Füssen reist die deutsche Auswahl am 8. Dezember in gleicher Besetzung wie in Lillehammer in die Niederlande.

Hinter Totzek und Muskatewitz besetzen Dominik Greindl (München) sowie Joshua und Magnus Sutor (beide Füssen) die folgenden Positionen. Erster Gegner in Leeuwarden in der Provinz Friesland ist am 11. Dezember (14 Uhr) Japan. Weitere Gegner sind neben Korea auch sechs Nationen, auf die man bereits bei der EM traf. Dabei gab es je drei Siege und Niederlagen.

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