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Olympia-Quali verpasst

Junge Curler aus Rastatt sind nach schwachem WM-Auftritt in Kanada enttäuscht

Mit großen Erwartungen reisten drei Curler aus Rastatt zur Weltmeisterschaft nach Kanada. Am Ende reichte es nur zu Rang zehn. Trotzdem ist die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2022 noch möglich.

Premiere als Skip: Angeführt von Sixten Totzek aus Rastatt landete die deutsche Curling-Auswahl bei der Weltmeisterschaft in Kanada auf dem zehnten Platz. Foto: Jeff Mcintosh/imago images

Die Enttäuschung ist Sixten Totzek auch nach der langen Rückreise von der Curling-Weltmeisterschaft in Kanada noch anzuhören. „Alle Spiele waren sehr knapp, die Schlüssel-Steine kamen oft nicht“, sagt der Rastatter zum zehnten Platz der deutschen Auswahl, die er erstmals bei einem großen Turnier als Skip anführte.

Mit lediglich vier Siegen und neun Niederlagen landete Deutschland im 14er-Feld nur auf dem zehnten Platz. Der als Ziel ausgegebene Rang sechs, der das direkte Ticket zu den Olympischen Spielen in Peking 2022 bedeutet hätte, wurde klar verpasst.

Bereits nach den fünf Niederlagen zum Auftakt war die Olympia-Quali unrealistisch geworden. Für das schwache Abschneiden in Calgary macht Totzek in erster Linie die eigene Leistung verantwortlich. „Die Konkurrenz war nicht stärker als erwartet, wir waren aber einen Tick schlechter.“

In den entscheidenden Situationen hat die Abgebrühtheit gefehlt, die Jungs haben noch Lehrgeld zahlen müssen.
Uli Kapp, Bundestrainer

Einen Grund für die wechselhaften Auftritte sieht Bundestrainer Uli Kapp in der Unerfahrenheit des sehr jungen Teams mit einem Altersschnitt von 23,8 Jahren, den Routinier Dominik Greindl (32, München) sogar noch deutlich anhebt.

„In den entscheidenden Situationen hat die Abgebrühtheit gefehlt, die Jungs haben noch Lehrgeld zahlen müssen“, meinte Kapp gegenüber der Allgäuer Zeitung mit Blick auf die drei WM-Debütanten Totzek, Joshua Sutor (beide 21 Jahre) und Klaudius Harsch (20).

Auch Vize-Skip Marc Muskatewitz aus Sinzheim, der bei den zurückliegenden Turnieren als Kapitän fungierte, zählt mit seinen 25 Jahren noch zur jüngeren Curling-Fraktion.

Die beiden Rastatter Totzek und Harsch, der als fünfter Mann dabei war, starten für den Baden Hills Golf- und Curling-Club, Sutor ist ebenso wie Muskatewitz für den CC Füssen aktiv.

Muskatewitz sprach wie auch Totzek nach der Rückkehr an seinen Wohn- und Studienort Kempten von einem „enttäuschenden Resultat in einem super engen Feld“ in der Corona-Blase von Calgary.

„Man merkt, dass wir noch sehr jung sind. Es hat nur an Kleinigkeiten gefehlt“, sagt Muskatewitz und erinnert an die knapp verlorenen Duelle gegen Russland (4:6 nach 4:2-Führung), die Niederlande (5:7) und Schottland (8:9).

Es war für mich eine Lernwoche mit den Top-Spielern der Welt in der Nähe.
Klaudius Harsch, Curler aus Rastatt

Gerade gegen die am Ende zweitplatzierten Schotten wäre mehr möglich gewesen, doch ein Personalwechsel brachte etwas Unruhe ins deutsche Team. Nach der Hälfte der Partie musste Muskatewitz wegen starker Zahnschmerzen passen, für ihn kam Ersatzmann Harsch auf das Eis.

Außer diesem Kurzeinsatz unterstützte Harsch seine Mannschaftskollegen vor allem als Scout, indem er die Konkurrenz beobachtete und dabei wichtige Erfahrungen sammelte. „Es war für mich eine Lernwoche mit den Top-Spielern der Welt in der Nähe“, sagt Harsch.

Rastatter Harsch reist zur WM nach Schottland

Während für Totzek, der gerade ein Fernstudium in Sportmanagement begonnen hat, und Mechatronik-Student Muskatewitz die Eis-Saison beendet ist, steht für Harsch noch ein Highlight im Kalender.

Zusammen mit seiner Partnerin Pia-Lisa Schöll (30, Oberstdorf) vertritt er Deutschland bei der Weltmeisterschaft in der Disziplin Mixed Doubles im schottischen Aberdeen (17. bis 23. Mai).

Dabei geht es auch um die Qualifikation für die Olympischen Spiele. Am Freitag beginnt das Training in Füssen, danach folgt die direkte Vorbereitung in der Schweiz.

Das Olympia-Ticket ist indes auch für die deutschen Curling-Männer trotz des schlechten WM-Resultats noch möglich. Bei einem Qualifikationsturnier im Dezember werden drei weitere Plätze für Peking ausgespielt.

Zuvor steht noch, quasi als Vorbereitung, die Europameisterschaft im norwegischen Lillehammer (20. bis 27. November) auf dem Programm.

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