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Club setzt auf eigenen Nachwuchs

Die „jungen Wilden“ der TuS Ellmendingen wollen erneut vorne angreifen

Sie haben einen Altersdurchschnitt, der einen staunend zurücklässt: Die junge Fußball-Mannschaft der TuS Ellmendingen blieb in der vergangenen Saison ungeschlagen – und möchte das in der kommenden Runde wiederholen.

Marius Diebold und Ken Hoffmann greifen mit der ersten Mannschaft der TuS Ellmendingen in der Kreisklasse A2 an, Nick Hoffmann und Benjamin Britsch (von links) sorgen als Trainer der A-Jugend der SG Keltern für einen schlagkräftigen Unterbau. Foto: Harry Rubner

Im Pforzheimer Fußballkreis gibt es noch genügend Vereine, die versuchen, ihre Teams mit Hilfe pekuniärer Angebote schlagkräftig zu machen und damit mehr oder weniger Erfolg haben. Doch die Vielzahl der Clubs versucht es mit eigenen Talenten oder mit Akteuren, die nach einigen Jahren in höherklassigen Ligen wieder zu ihrem Heimatverein zurückgekehrt sind. So wie die TuS Ellmendingen, die ein gutes Beispiel in der A-Klasse 2 liefert.

Im Kelterner Teilort hat sich in jüngster Zeit einiges getan. Die „Winzer“, die ihren Schwarzriesling in Henkelform sogar auf der Brust tragen, untermauern ihre Bodenständigkeit und den Zusammenhalt im Vereinsgefüge mit einer gezielten Aufbauarbeit, die einhergeht mit Erfolg.

Der Tabellenführer hätte mit acht Spielen und acht Siegen aus der abgebrochenen Saison wohl locker den Sprung in die Kreisliga geschafft. Jetzt wollen die beiden Trainer Marius Diebold (27) und Ken Hoffmann (26) erneut angreifen.

Mannschaft bekommt von den Trainern Zeit

Sie üben sich aber in Understatement: „In zwei bis drei Jahren“, sagen sie und halten damit den Ball flach. Beide, Diebold und Hoffmann, stammen aus der Jugend der TuS Ellmendingen. Diebold spielte bei den Junioren in Hoffenheim, später bei der 1899-Reserve und war sogar im U17/U18-Kader der Nationalmannschaft. „Irgendwie hat der letzte Kick gefehlt zum Sprung in die Bundesliga“, erinnert er sich zurück.

Immerhin war Diebold beim VfR Mannheim aktiv und dann fünf Jahre beim 1. FC Bruchsal in der Oberliga. Dort traf er bei einem Freundschaftsspiel gegen den ATSV Mutschelbach II auf Hoffmann. Dabei war ihnen dann die Idee gekommen, in Ellmendingen die fußballerischen Geschicke in die Hand zu nehmen.

Diebold und Hoffmann bringen eine Menge Erfahrung mit

Hoffmann war viele Jahre lang in der Jugend des FC Nöttingen aktiv, spielte dann in Mutschelbach und trainierte bereits die Frauenmannschaft in der Verbands- und Landesliga. Jetzt wollte er als Coach in den Männerbereich einsteigen und ging im Januar 2020 zur TuS, wohin ihm im Juni dann auch Diebold folgte, der seinen Lebensmittelpunkt wieder nach Ellmendingen verlegen wollte und inzwischen ein Haus gebaut hat.

Die beiden ergänzen sich optimal. Während Diebold überwiegend gelassen agiert, kann Hoffmann den Ansprüchen an seine Spieler durchaus lautstark Nachdruck verleihen. Offensichtlich funktioniert diese Symbiose, denn bisher läuft es gut im „Winzerstadion“. Etwa 65 Spieler tummeln sich in den Kadern von TuS I, II und III mit einem Durchschnittsalter von 22 Jahren – und die ziehen alle voll mit.

Der Verein steht hinter uns, wir haben keinerlei Aufstiegsdruck.
Marius Diebold, Trainer der TuS Ellmendingen

„Der Verein steht hinter uns, wir haben keinerlei Aufstiegsdruck“, sagen beide unisono. Gleichwohl denkt man bei der TuS auch an erfolgreiche Zeiten, als man 14 Jahre lang mit einjähriger Unterbrechung fester Bestandteil der Landesliga bis 1998 war.

Neues Trainerteam der A-Jugend sorgt für neue Impulse

Dass auch der Unterbau stimmt, dafür sorgen seit Neuestem die beiden A-Junioren-Trainer Benjamin Britsch und Nick Hoffmann. Letzterer war auch in Mutschelbach aktiv, unter anderem Trainer des dortigen Frauenteams. Sein Bruder Ken hatte ihn zu einer Rückkehr nach Ellmendingen bewegt, wo er einen erfahrenen Kollegen an seiner Seite weiß. Torjäger „Benny“ Britsch hat schon einige Stationen in seiner Vita, unter anderem war er bei der Spvgg Coschwa und Alemannia Hamberg.

Beide sind zwar noch immer im Kader in der A-Liga, doch wollen sie die Trainertätigkeit ausbauen und auch die entsprechenden Prüfungen angehen. Die SG Keltern ist in der Landesliga aktiv, wechselweise wird in Ellmendingen und in Dietlingen trainiert. Dabei wird versucht, die Talente bei Aktiven der jeweiligen Vereine im Training einzubinden.

Inzwischen hat das Training beim TuS bereits begonnen, das erste Testspiel wird am 26. Juni bei Viktoria Jöhlingen stattfinden. Am 22. August soll der Startschuss in die neue Saison fallen. Falls es soweit kommt, will der Verein für ideale Verhältnisse sorgen. Geplant ist eine Flutlichtanlage und auf beiden Plätzen eine Beregnungsanlage. Und das soll pünktlich zum 110-jährigen Vereinsbestehen in diesem Jahr auch gelingen.

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