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Traum von Tokio geplatzt

Durlacher Gewichtheberin Kusterer verpasst Olympia: „Fühle eine tiefe Trauer“

Fünf Jahre nach ihrem zehnten Platz bei Olympia in Rio de Janeiro finden die Spiele in Tokio ohne Gewichtheberin Sabine Kusterer statt. Dass sie sich beim Turnier in Cali nicht für Olympia qualifizieren konnte, hat die Athletin des KSV Durlach schwer getroffen.

Zu schwere Aufgabe: Sabine Kusterer, die bei der EM Anfang April in Moskau Neunte wurde, hat die Qualifikation für Olympia 2021 verpasst. Foto: via www.imago-images.de imago images/Golovanov + Kivrin

Auch ein paar Tage nach ihrer Rückkehr aus Kolumbien klingt Sabine Kusterer am Telefon noch ziemlich deprimiert. „Ich fühle eine tiefe Trauer und eine große Enttäuschung“, gibt die Gewichtheberin des Bundesligisten KSV Durlach zu.

Dass sie beim Olympia-Qualifikationsturnier in der Millionenmetropole Cali nicht genügend Gewicht für eine zweite Teilnahme an den Sommerspielen nach 2016 zur Hochstrecke brachte, lastet schwer auf ihrem Gemüt. „Für Tokio muss ich alle meine Hoffnungen begraben, dabei habe ich jetzt fünf Jahre für dieses Ziel trainiert“, sagt die Olympia-Zehnte von Rio de Janeiro niedergeschlagen.

Gewichtheberin Lisa Marie Schweizer mit besserer Punktzahl

Kusterer hatte sich im Kampf um einen vakanten Olympia-Startplatz in der 64-Kilo-Kategorie in der Endabrechnung um ein Kilo ihrer Trainingspartnerin am Olympiastützpunkt Leimen, Lisa Marie Schweizer vom AV Speyer, geschlagen geben müssen. Für die 25-Jährige steht die Tür nach Tokio nun weit offen.

In Cali hatte Kusterer taktiert und war in der Kategorie bis 59 Kilo angetreten, um vor dem Hintergrund eines komplizierten Wertungssystems möglichst viele Punkte zu sammeln für die Ranglisten verschiedener Gewichtsklassen. Sie stellte im Reißen mit 94 Kilo ihre persönliche Bestmarke aus dem Jahr 2019 ein und brachte im Stoßen 113 Kilo in die Wertung. Das Zweikampf-Ergebnis von 207 Kilo bedeutete zwar deutschen Rekord. Es wäre aber noch mehr drin gewesen, meint die Leimenerin: „Ich konnte nicht mein Potenzial abrufen.“

Kusterer vom KSV Durlach im Nachteil

Nur jeweils einen Versuch in den beiden Disziplinen konnte Kusterer gültig gestalten. Sie hatte zudem das Handicap, im indirekten Duell mit Schweizer vorlegen zu müssen. „Das war schon ein kleiner Nachteil. Sie hat mein Ergebnis gesehen und damit gewusst, welche Leistung sie braucht.“

Die 25-Jährige trat am Tag nach Kusterers Wettkampf in der Klasse bis 64 Kilogramm Körpergewicht an. Sie legte im Reißen 100 Kilo erfolgreich auf und stemmte im Stoßen 120 Kilo. Die damit gesicherten Punkte reichten, um sich in der Europarangliste an Kusterer sowie Konkurrentinnen aus Finnland und der Türkei vorbei auf Rang eins zu schieben. Allerdings hat die Türkin Levent Nuray bei der Junioren-WM noch die Chance, mit erforderlichen Bestleistungen zu kontern und Schweizer den Europa-Quotenplatz zu entreißen.

Langfristiges Ziel: Olympia 2024 in Paris

Kusterer will nun bis Mitte Juni nicht mehr ans Eisen gehen, zumal ihr Durlacher Verein zu ihrem Bedauern auch nicht für die gerade laufende Bundesliga-Ersatzrunde gemeldet hat. „Ich mache drei Wochen frei und steige dann langsam wieder ein“, sagt die ehrenamtliche Vizepräsidentin des Badischen Sportbunds.

Im Herbst steht die Weltmeisterschaft in Peru auf dem Turnierkalender, allerdings sei noch nicht sicher, ob die WM stattfinden kann. Kusterer plant unabhängig von den Titelkämpfen 2021 aber ohnehin langfristig für Olympia 2024. „Nur weil es diesmal nicht geklappt hat, gebe ich das Ziel Paris ja nicht auf“, sagt die starke Frau kämpferisch.

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