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Serie: 2020 - und dann kam Corona...

Karlsruher Schwimmerin Giulia Goerigk: Ein Jahr abgetaucht

Nach dem EM-Start Ende 2019 sollte es für die Schwimmerin Giulia Goerigk 2020 weiter bergauf gehen. Stattdessen wurde es für die 18-Jährige ein Trainingsjahr ohne Wettkämpfe.

Im Wasser nur zum Training: Für die badische Schwimm-Hoffnung Giulia Goerigk von der SGR Karlsruhe war 2020 ein Jahr ganz ohne Wettkämpfe. Foto: imago images/Aleksandar Djorovic

Die härteste Durststrecke hatte Giulia Goerigk in den ersten vier Wochen des Frühjahr-Lockdowns zu überstehen. Nur Trockenübungen, und zwar im Wortsinn, standen auf dem Programm – sehr zum Leidwesen der Schwimmerin.

„An Land, das ist nicht meins“, hatte die Athletin der Schwimm-Gemeinschaft Region Karlsruhe (SGRK) damals gesagt, als sie zunächst am Olympia-Stützpunkt in Heidelberg wieder ins Wasser konnte. Seither trainiert die Bühlertalerin zumindest wieder. Und trainiert. Und trainiert. Ohne einen Fixpunkt im Wettkampfkalender zu haben.

Die Deutschen Meisterschaften waren die letzte Hoffnung

„Das war und ist schon komisch“, sagt die 18-Jährige, „normalerweise hat man ja immer Daten, auf die man hinarbeitet.“ Der letzte und einzige Termin, der lange Zeit noch als Hoffnungsschimmer existierte, waren die für das vergangene Wochenende geplanten Deutschen Meisterschaften. Auch die wurden Mitte Oktober schließlich abgesagt. „Schade“, sagt Goerigk, „aber man hat es ja schon geahnt.“

Gerade diese Unsicherheit, ob etwas stattfindet oder nicht, empfand die Deutsche Meisterin über die 400 Meter Lagen als besonders schwierig in diesem speziellen Jahr. Und natürlich: „Die Wettkämpfe, die anspornen, das fehlt einfach“, sagt Goerigk, die als Kader-Athletin auch während des neuerlichen Lockdowns in diesem Monat weiter trainieren darf.

Positiv war, dass der ganze Druck weg war
Giualia Goerigk / Schwimmerin

Aber Goerigk kann der verordneten Wettkampf-Auszeit in diesem Trainingsjahr auch durchaus gute Seiten abgewinnen. „Positiv war, dass der ganze Druck weg war“, sagt die Gymnasiastin am Karlsruher OHG, die zu diesem Schuljahr vom Karlsruher Sportinternat in eine Gastfamilie wechselte. Goerigk und ihr Trainer Jonas Holzwarth nutzen die Zeit, um an diversen Techniken in den verschiedenen Disziplinen zu arbeiten. Am Trainingspensum hat sich auch nichts geändert: In aller Regel geht es achtmal zwei Stunden in der Woche ins Wasser, dazu kommen noch Einheiten im Kraftraum.

Giulia Goerigk / SGR Karlsruhe Foto: Markus Gilliar/GES

„Technisch hat mir das auf jeden Fall was gebracht“, sagt die badische Schwimm-Hoffnung, „was die Zeiten angeht, kann ich das gar nicht beurteilen.“ Da fehlt es einfach an Standortbestimmungen. Mal ein Trainingswettkampf im Karlsruher Fächerbad, im Oktober ein Stützpunktwettkampf in Berlin – das war es dann auch schon. „Aber da sieht man auch nur ungefähr, wo man steht“, bemerkt Goerigk. Immerhin schlüpfte man zu diesen Anlässen mal in die Rennanzüge, um zumindest ein klein wenig Wettkampfatmosphäre zu simulieren.

Goerigk hofft nun auf ein halbwegs normales Jahr 2021

Die Ziele der aufstrebenden SGRK-Athletin waren freilich andere: die offene Klasse und die Langbahn-EM. Vor einem Jahr hatte Goerigk bei der Kurzbahn-EM in Glasgow erste Erfahrungen im Kreis der internationalen Elite gesammelt. 2020 sollte es für die zielstrebige Goerigk eigentlich weiter bergauf gehen. Ob dieses besondere Trainingsjahr Giulia Goerigk vorangebracht hat? 2021 soll es sich zeigen, darauf hofft die Schwimmerin zumindest. Auf ein halbwegs „normales Jahr“. Und zumindest eines mit dem einen oder anderen Wettkampf.

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