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Im Dornröschenschlaf

Karlsruher Squasher sind derzeit vom Käfig ausgesperrt

Eigentlich hätte die Saison in der Squash-Bundesliga im Herbst beginnen sollen. Beim Karlsruher Erstligisten rechnet man aber frühestens für April mit dem Saisonstart.

Zimmer mit Einblick: Robin Ebert vom 1. SC Karlsruhe beim Aufschlag auf dem Court des Squash-Treffs am 7. März 2020. Foto: Tim Carmele GES/Tim Carmele

Irgendwann waren es die Verantwortlichen der Deutschen Squash Liga (DSL) leid mit den ständigen Anpassungen des Spielplans an neue Corona-Verordnungen und Lockdowns.

Wer die DSL-Webseite aufruft, den lässt die Ligenleitung daher wissen: „Aufgrund der aktuellen Corona-Restriktionen ist der Start der Squash-Bundesliga bis auf Weiteres verschoben. Eine Anpassung der Spielpläne erfolgt erst, wenn der Ligastart halbwegs realistisch planbar ist.“

Die letzte Änderung besagt, dass am 20. Februar die Bundesligasaison 2020/21 starten würde – unter anderem mit dem Heimspiel des 1. SC Karlsruhe gegen den SC Monopol Frankfurt. Die Fixierung des Termins stammt aus einer Zeit, als die Hoffnung auf ein baldiges Ende des zweiten Lockdowns noch groß war und ist längst Makulatur.

„Der Termin wurde vom DSL-Vorstand schon verworfen und der geplante Saisonstart auf den März verschoben“, weiß Holger Saam vom Vorstand des Karlsruher Bundesligisten und Betreiber des kommerziellen Squash-Treffs in der Beiertheimer Allee, wo auch der Club sein Zuhause hat.

Kommerzielle Anlagenbetreiber ohne Einnahmen

Saam ist von dem endlosen Stillstand doppelt betroffen: Als Geschäftsmann hat er seit November keine Einnahmen mehr, nachdem er die Anlage zum ersten Mal schon Mitte März und bis Juni hatte schließen müssen – unmittelbar nach dem letzten Doppelspieltag der Saison 2019/20, an dem der 1. SC Karlsruhe gegen die Moskitos Waiblingen mit 3:1 gewann und sich vom 1. SC Kempten 2:2 trennte.

In der Abschlusstabelle der Südgruppe der Liga landete der Squash-Club auf Rang fünf. Saam trifft das Sportverbot zudem aber auch als leidenschaftlicher Fan des ungemein dynamischen Racket-Spiels. Als „Liebhaberei“ bezeichnet der frühere Erstligaspieler denn auch seine Unterstützung des Bundesligateams.

Einfachrunde als mögliche Option

Dass es im März losgehen könnte mit dem Punktekampf, glaubt Saam nicht. Als „realitätsfern“ bezeichnet er das Festhalten der DSL daran, eine komplette Saison mit Hin- und Rückrunde noch durchzubekommen.

Der Karlsruher Club plädiere für eine Einfachrunde. Saam: „Meine Hoffnung ist, dass man April, Mai anfängt, das kriegt man dann zeitlich hin. Und dann kann man auch die Hallen besser lüften, die Fenster aufmachen, dann ist das alles nicht so dramatisch. Oder wir spielen nur eine K.o.-Runde. Aber die Saison ganz ausfallen lassen und keinen deutschen Mannschaftsmeister zu ermitteln, wäre sehr schade.“

Auch Stuart Windsor geht davon, dass im Frühjahr gespielt werden kann. „Da bin ich absolut zuversichtlich, aber es geht nur in einem anderen Format“, sagt der Bundesliga-Verantwortliche der Karlsruher. An drei bis vier Wochenenden im Mai sei eine Einfachrunde gut zu schaffen.

Karlsruher Ebert trainiert professionell in Paderborn

Windsor berichtet, dass die Spieler fleißig trainierten, „sie sind alle so fit wie nie.“ Was ihnen seit Monaten aber fehlt, seien Court- und Matchpraxis. Regelmäßig in den Käfig gehe eigentlich nur Robin Ebert, die Nummer drei auf der Karlsruher Meldeliste hinter den in ihren Heimatländern ebenfalls zum Kurztreten verdammten Stewart Macgregor aus England und Jakub Solnicky aus Tschechien.

Der Karlsruher Ebert entschied sich, ganz auf Squash zu setzen und verlagerte seinen Wohnsitz nach Paderborn. Die Courts im deutschen Squash-Mekka sind auch während des Lockdowns für die Profis geöffnet.

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