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U20-Europameisterschaften der Leichtathleten

Karlsruher Weitspringerin Assani wird nach Sandgruben-Krimi Dritte bei U20-EM

In einem hochklassigen und spannungsgeladenen Weitsprung-Finale bei der U20-EM in Tallinn sicherte sich Mikaelle Assani von der LG Region Karlsruhe die Bronzemedaille. In der Qualifikation war die 19-Jährige mit 6,64 Metern U20-Weltjahresbestleistung gesprungen.

Weich gelandet: Mikaelle Assani gewann bei der U20-EM in Tallinn mit einem Sprung auf 6,62 Metern Bronze. Bei der Kurpfalz-Gala vor zwei Monaten in Weinheim kam sie auf 6,36 Meter. Foto: BEAUTIFUL SPORTS/Axel Kohring via www.imago-images.de imago images/Beautiful Sports

Ungläubig schlug Mikaelle Assani die Hände vors Gesicht, dann umarmte die Weitspringerin der LG Region Karlsruhe ihre Landsfrau Laura Müller und rief immer wieder: „Oh, mein Gott!“

In einem an Spannung nicht zu überbietenden Finale sicherte sich die 19-Jährige am frühen Sonntagabend bei den U20-Europameisterschaften der Leichtathleten im estnischen Tallinn mit 6,62 Metern die Bronzemedaille.

Stolz und erleichtert umhüllte sich die Karlsruherin danach mit der Deutschland-Fahne. Vereinskameradin Lisa Merkel belegte Rang sieben über die 3.000 Meter, Florian Zittel kam über die 3.000 Meter Hindernis als Elfter ins Ziel.

Nervenstark im letzten Versuch gekontert

Mit ihrem letzten Versuch hatte Assani nervenstark den Sprung von Müller (Unterländer LG) gekontert, die unmittelbar vor ihr 6,61 Meter erreicht und sie vom dritten Platz verdrängt hatte. Bis zu Durchgang fünf stand Assani mit im ersten Versuch erzielten 6,49 Metern im Tableau.

Fast hätte es für sie zu Silber gereicht, denn die Spanierin Tessy Ebosele sprang nur einen Zentimeter weiter. Gold lag für den Schützling von Trainer Udo Metzler bei der Windlotterie dagegen außer Reichweite.

Einen Tag nachdem Assani in der Qualifikation mit 6,64 Metern eine neue U20-Weltjahresbestleistung aufgestellt hatte, flog die bereits im Dreisprung erfolgreiche Schwedin Maja Askag windunterstützt auf 6,80 Meter. Im offiziellen Ranking 2021 bleibt Assani an der Weltspitze.

Mit EM-Bronze „überglücklich“

Sie hatte Bronze gewonnen und in dem hochklassigen Wettbewerb kein edleres Metall verloren. „Ich bin überwältigt.

Mein Ziel war eine Medaille, die habe ich erreicht, daher bin ich überglücklich. Mit Bronze nach Hause zu fahren und zudem mit einer persönlichen Bestleistung, ist unglaublich“, sagte Assani, die nach einem Jahr Verletzungspause erst im Mai ihr Comeback gegeben hatte.

Vor dem finalen Durchgang hatte Metzler seiner Weitenjägerin noch einmal Mut zugesprochen: „Du bist die Frau des letzten Versuchs.“ Schon mehrfach hatte Assani mit dem sechsten Sprung die Ergebnisliste noch einmal zu ihren Gunsten verändert. Sie ließ den Worten ihres Coachs Taten folgen, verschenkte dabei aber sogar 20 Zentimeter.

Merkel Siebte über 3.000 Meter

Bei ihrem ersten internationalen Einsatz hatte die Iffezheimerin Lisa Merkel (Foto: Tobias Lackner/imago images) am Samstag ein beherztes Rennen im Finale über 3.000 Meter geliefert.

Zwei Tage nach ihrem souveränen Einzug in den Endlauf verbesserte die Abiturientin ihre persönliche Bestzeit auf 9:20,00 Minuten, was für einen starken Rang sieben reichte. Merkel lief damit neuen Karlsruher Kreisrekord und stellte auch eine neue badische U20-Bestmarke auf. „Es lief sehr gut. Mit der Bestleistung bin ich natürlich sehr zufrieden“, sagte die 18-Jährige, die noch ein weiteres Jahr in der Altersklasse U20 vor sich hat: „Die U20-EM war eine super Erfahrung - vor allem, die ganzen neuen Leute kennenzulernen.“

Die LGR-Athletin war im gesamten finalen Rennen im mittleren Bereich des 15er Feldes mitgelaufen. Sie war ebenso dabei wie ihre beiden deutschen Teamkolleginnen in der achtköpfigen Spitzengruppe, die sich nach rund zwei Kilometern absetzten. Bei der von der Finnin Ilona Mononen gewonnenen Spurt-Entscheidung konnten die drei Deutschen aber nicht mithalten. Johanna Pulte von der SG Wenden und die Duisburgerin Anneke Vortmeier kamen unmittelbar vor Merkel ins Ziel.

Florian Zittel schlug sich bei seiner EM-Premiere ebenfalls tapfer, mehr als Rang elf war für den 19 Jahre alten Hindernisläufer aber nicht drin.

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